Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat am 24. Oktober 2026 überraschend China besucht und dabei den neu eröffneten New Yalu River Bridge überquert. Das Treffen mit hochrangigen Pekinger Vertretern in Dandong unterstreicht den gemeinsamen Kurs beider Länder zur Ausweitung von Handel und wirtschaftlicher Zusammenarbeit.
Überraschender Besuch in Dandong und die Eröffnung der neuen Yalu-Brücke
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un machte eine überraschende Reise über die Grenze in das benachbarte China. Die Visite führte ihn in die chinesische Grenzstadt Dandong, welche als wichtigstes Tor für den internationalen Handel Nordkoreas gilt. Nach Angaben südkoreanischer Behörden und der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua kam Kim an, nachdem er die neu eröffnete Yalu-Fluss-Brücke überquert hatte.
Für den Bau des rund drei Kilometer langen Übergangs mit vier Fahrspuren hatte China mehr als 300 Millionen US-Dollar investiert. Das Projekt war jedoch jahrelang ungenutzt geblieben, da Pjöngjang die erforderlichen Anschlussstraßen und Zollanlagen erst kürzlich fertigstellte. Nun soll die Brücke logistische Engpässe beseitigen und den Transport von schweren Geräten, Rohstoffen und Energieprodukten erleichtern.
Gespräche mit Wang Huning und Gedenken an den Koreakrieg
In Dandong traf Kim mit einer Delegation hochrangiger Pekinger Funktionäre zusammen, darunter Wang Huning, der vorderste Offizielle in der chinesischen Hierarchie, der die Grüße von Staatspräsident Xi Jinping überbrachte. Chinas Staatschef Xi nahm persönlich nicht an dem Treffen teil.
Das offizielle Besuchsprogramm führte die Delegation zu einem Kriegerdenkmal, das an die Unterstützung chinesischer Freiwilliger im Koreakrieg von 1950 bis 1953 erinnert. Dort betonte der nordkoreanische Machthaber die historische Verbundenheit der beiden Staaten.
Kim Jong Un erklärte laut KCNA, er wolle „die mit Blut erkämpfte, unbesiegbare Freundschaft zwischen der DVRK und China jederzeit fest vorantreiben“.”
Während ihres Zusammentreffens zeigte sich China nach Angaben von Xinhua bereit, die Öffnung des Bauwerks zu nutzen, um den Personalaustausch sowie die wirtschaftliche Kooperation deutlich zu intensivieren. Neben dem Denkmal besichtigten die Politiker auch ein Automobil- beziehungsweise Bus-Herstellungswerk in der Region.
Geopolitische Dynamiken und das Verhältnis zu Russland
Analysten werten das Treffen als gezielten Schritt zur Belebung der traditionellen Allianz, während Pjöngjang gleichzeitig seine militärischen Bande mit Moskau ausbaut. Seit der Entsendung von Truppen und Munition zur Unterstützung des russischen Vorgehens in der Ukraine hat Kim Jong Un seine diplomatischen Optionen erweitert. Beobachter sehen darin den Versuch, den wirtschaftlichen Nutzen aus den Beziehungen zu Russland zu sichern und gleichzeitig Chinas Einfluss auszubalancieren.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass internationale Restriktionen weiterhin den Handel bestimmen. Da jedoch die chinesische Durchsetzung nachgelassen habe und Russland entsprechende Maßnahmen offen ablehne, profitiere Pjöngjang von verstärkten Kontakten.
Justin Hastings, Professor an der Sydney University, erklärte: „Die Hauptbeschränkung für den Handel mit Nordkorea ist nicht die Infrastruktur, sondern sind internationale Sanktionen.
Die Wiederaufnahme von Passagierzugverbindungen und die Einweihung des neuen Grenzübergangs verdeutlichen, dass Pjöngjang und Peking ihre Kontakte nach jahrelangen pandemiebedingten Einschränkungen und politischen Spannungen reaktivieren. Kim trat nach Abschluss der Gespräche am Samstag die Rückreise über den neuen Flussübergang an.