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Welt

Kiew: Russische Raketenangriffe fordern mindestens ein Todesopfer

Bei nächtlichen Raketenangriffen auf Kiew und umliegende Regionen sind am 19. Oktober 2026 mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden, während die ukrainische Luftabwehr hunderte Drohnen und Flugkörper abfing.

Die Angriffe trafen das Stadtgebiet von Kiew in drei aufeinanderfolgenden Wellen am späten Sonntagabend und in den frühen Morgenstunden des 19. Oktober 2026. Nach Angaben von Journalisten vor Ort erschütterten heftige Explosionen die ukrainische Hauptstadt kurz vor 23 Uhr sowie gegen 3 Uhr und 7 Uhr morgens.

Nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes DSNS entstanden in mindestens drei Stadtteilen schwere Schäden. Im Desnianskyi-Spitalbezirk geriet ein nicht-wohnbelassenes Gebäude in Brand, und eine U-Bahn-Station wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte, dass das Todesopfer eine 21-jährige Frau war, während Mediziner zwei weitere verletzte Personen behandelten, die in stationärer Behandlung blieben.

3 waves of Russian missiles slam Kyiv overnight

Trümmer Treffen Wohnviertel und U-Bahn in Kiew

Die Trümmerteile der abgeschossenen Flugkörper schlugen in mehreren Bezirken ein und richteten Sachschäden an. Im Solomianskyi-Bezirk traf herabfallendes Material den ersten Stock eines 25-stöckigen Wohngebäudes, wobei drei Menschen verletzt wurden, wie Rubryka berichtete. Im selben Bezirk wurde an einer weiteren Adresse ein nicht zu Wohnzwecken genutztes Gebäude getroffen. Auch Bildungseinrichtungen im Dniprovskyi-Bezirk trugen nach Angaben der Kiewer Stadtmilitärverwaltung Schäden davon.

Auf der linken Seite des Flusses Dnipro wurde eine der U-Bahn-Stationen beschädigt, woraufhin die U-Bahn-Dienste ankündigten, dass die oberirdischen Stationen Tschernigiwska und Lisowa vorübergehend für den Ein- und Ausgang geschlossen werden. Fachkräfte für die Wiederherstellung von U-Bahn-Gleisen und Netzen waren im Einsatz. Das Einkaufszentrum Cosmo Multimall und die U-Bahn-Station Tschernigiwska wurden von den Russen beschädigt.

Kiew: Russische Raketenangriffe fordern mindestens ein Todesopfer
Foto: Бабель

Sechs Menschen wurden in Irpin verletzt, darunter drei Kinder, während Einsatzkräfte nach drei weiteren Personen unter den Trümmern suchten. In den Bereichen Bucha und Vyshhorod wurden Häuser, Autos, eine Schule, Lagerhäuser und Unternehmen beschädigt.

Luftabwehr Wehrt Hunderte Drohnen Ab

Die ukrainischen Streitkräfte verzeichneten in derselben Nacht einen Großeinsatz der Luftabwehr. Nach Angaben der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine griff Russland mit ballistischen Raketen des Typs „Iskander-M“/S-400, „Iskander-K“-Marschflugkörpern sowie 269 Drohnen an, darunter vom ukrainischen Portal Babel gemeldete strahlgetriebene Shaheds, S-8000 „Banderol-Drohnen, Gerberas und andere Typen. Die ukrainische Luftabwehr neutralisierte demnach 247 Ziele, während die verbleibenden Drohnen und Raketen an 25 Orten einschlugen und Trümmer an weiteren acht Standorten niedergingen.””

Russian missile attack damages Kyiv metro station

Der Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftstreitkräfte, Yurii Ihnat, erklärte im nationalen Fernsehen, dass Russland nachts zwei Wellen ballistischer Raketenangriffe gestartet habe. Journalisten wie Alex Raufoglu von Radio Free Europe/Radio Liberty berichteten, dass der ballistische Schlag auf Kiew erneut ohne Vorwarnung erfolgt sei.

Energieanlagen in mehreren Regionen getroffen

Ukrainische Offizielle teilten mit, dass Angriffe auf Energieeinfrastruktur die Stromversorgung für rund 550.000 Familien unterbrachen. Das ukrainische Verteidigungsministerium gab an, dass das Hauptziel Energieeinfrastruktur war, aber auch eine Klinik, eine Schule, eine U-Bahn-Station und Wohnhäuser getroffen wurden und es Verluste gab.

Kiew: Russische Raketenangriffe fordern mindestens ein Todesopfer
Foto: Наша Ніва

Betroffen waren unter anderem die Regionen Schytomyr, Wolyn, Lwiw, Riwne und Vinnytsia, wo kritische Infrastruktur und die Wasser- sowie Stromversorgung ausfielen. In der Region Wolyn wurden Kovel, Manevychi und Lutsk angegriffen, und in der Region Lwiw beschädigte eine abstürzende Drohne im Dorf Zubra elf Wohnhäuser, eine Garage und acht Autos. Zwei Frauen wurden in der Region Rivne verletzt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass Kiew für jeden der periodisch vorgelegten Waffenstillstandsvorschläge empfänglich gewesen sei, Moskaus Antwort jedoch immer wieder ballistische Raketen, Shaheds und Tötungen gewesen seien. Präsident Putin wolle diesen Krieg nicht beenden und nicht einmal Schritte zur Deeskalation unternetzen. Die Angriffe erfolgten kurz nach ukrainischen Angriffen am Wochenende auf Energie- sowie Öl- und Gasanlagen in Russland, bei denen Moskau zufolge über 1.000 Drohnen nahe Moskau und St. Petersburg sowie im westlichen Russland abgeschossen worden waren.

Kyiv resident after Russian missile strike: ‘They’re just killing ordinary people’

Putin will diesen Krieg nicht nur nicht beenden – er will nicht einmal irgendwelche Schritte zur Deeskalation unternommen sehen.

Wolodymyr Selenskyj

JEDER von unseren Partnern hat dies am eigenen Leib erfahren, als sie die Ablehnungen aus Russland hörten. Und es ist entscheidend, die Dinge beim Namen zu nennen. Den Aggressor einen Aggressor zu nennen und der Ukraine zu helfen, Leben zu verteidigen.

Wolodymyr Selenskyj

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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