Zwei Monate vor dem einmaligen Neustart der ZDF-Kultshow „Wetten, dass..?am 5. Dezember in Halle (Saale) zeigt sich der frühere Moderator Markus Lanz von seinen Nachfolgern Bill und Tom Kaulitz überzeugt und lobt ihren unkonventionellen Ansatz.
Die beiden Zwillinge der Band Tokio Hotel übernehmen am Jahresende die Moderation des traditionsreichen Formats. Markus Lanz, der selbst von 2012 bis 2014 durch die Sendung führte, blickt dem Auftritt der Musiker positiv entgegen. „Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf, sagte Lanz der Deutschen Presse-Agentur. „Ich mag die beiden sehr und wünsche ihnen, dass das klappt. Und ich glaube, so komplett anarchisch daranzugehen, ist genau das Richtige.
Dabei blickt Lanz auf die Geschichte der Sendung zurück, welche von 1981 bis 2014 lief und im Jahr 2021 mit dem langjährigen Moderator Thomas Gottschalk ihr Comeback feierte. Nach drei Ausgaben verabschiedete sich der 76-Jährige erneut, und seither wurde keine weitere Folge mehr ausgestrahlt, bis das ZDF zu Beginn des Jahres überraschend ankündigte, dass die Zwillinge die Unterhaltungsshow in Halle (Saale) einmalig präsentieren werden. Auch die Sender ORF und SRF werden wieder mit dabei sein. Ab diesem Montag um 10 Uhr können sich Interessierte beim ZDF um Karten für die Show bewerben.
Markus Lanz befürwortet die Kaulitz-Brüder als Nachfolgende
Neben dem ZDF strahlen auch der ORF und SRF die Sendung aus. Zuschauer können sich ab diesem Montag um 10 Uhr beim Sender um die begehrten Karten bewerben.
Lanz zieht Parallelen zwischen dem unkonventionellen Auftreten seiner Nachfolger und dem langjährigen, das Format prägenden Moderator Thomas Gottschalk. Gottschalk moderierte die Sendung in früheren Jahrzehnten und kehrte später für weitere Ausgaben zurück, bevor die vorerst letzte Ausgabe im Jahr 2023 über die Bildschirme flimmerte.
Er hat eben anders geredet. Das war nicht „Guten Abend, meine Damen und Herren“, sondern das war: „Hier sind wir und jetzt Rock ’n‘ Roll.”
Markus Lanz, via dpa
Kritik an Thomas Gottschalk und dem Phantomschmerz
Neben dem Lob für den frischen Wind am Moderatorenpult äusserte Lanz auch deutliche Kritik an seinem Vorgänger. Er beschrieb das Gefühl im Land als „so einen großen Phantomschmerz eines ganzen Landes über den Verlust und den Abschied von Thomas Gottschalk“.”
Auch die in den vergangenen Jahren verstärkt geführte Debatte über Gottschalks körperlichen Umgang mit weiblichen Prominenten auf seiner TV-Couch, den dieser als „rein dienstlich“ bezeichnete, griff Lanz auf. „Das wird heute diskutiert“, erklärte Lanz. „Und das Interessante ist, dass man immer vergisst, das war damals schon eigentlich nicht mehr okay. Dennoch betonte er, dass man Gottschalk für andere Dinge geliebt habe und die Art der Kaulitz-Brüder diesen besonderen Geist ein Stück weit fortführen könne.
””

Ob die anarchische Art der Zwillinge beim Publikum ankommt und wie das ZDF die einmalige Ausgabe umsetzen wird, bleibt offen.