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Unterhaltung

Katseye feiert globalen Erfolg trotz Belästigungen und toxischem Fandom

Katseye feiert im Jahr 2026 weltweiten Erfolg mit einer ausverkauften Tour, fast 40 Millionen monatlichen Spotify-Hörern und zwei Grammy-Nominierungen. Die global besetzte Girlgroup verbindet westliche Pop-Individualismus mit harter K-Pop-Disziplin, kämpft jedoch hinter den Kulissen mit rassistischen Belästigungen, extremen Fandoms und Morddrohungen.

Die multinationale Besetzung mit Daniela, Lara, Manon, Megan, Sophia und Yoonchae entstand im Jahr 2023 durch eine Kombination aus Zuschauerstimmen und Jury-Wertungen in der YouTube-Reality-Castingshow The Debut: Dream Academy. Das gemeinsame Projekt des US-Labels Geffen Records und des südkoreanischen Entertainment-Unternehmens Hybe verfolgte das Ziel, eine weltweite Girlgroup zu etablieren. Eine einjährige, intensive Trainingsphase mit täglichem Tanztraining und Gesangsunterricht ging der Gründung voraus, wie The Washington Post berichtet.

Vom Netflix-Erfolg zum globalen Pop-Phänomen

Die Netflix-Dokumentarserie Pop Star Academy: Katseye katapultierte die Formation in eine neue Sichtbarkeitsliga, indem sie interne Konflikte und den harten Entstehungsprozess ungeschönt zeigte. Im Juni 2024 folgte die offizielle Debüt-Single Debut, der die EP SIS (Soft Is Strong) nachfolgte. Im Jahr 2025 veröffentlichte die Gruppe die zweite EP Beautiful Chaos, die auf Platz vier der Billboard 200 einstieg, sowie die lateinamerikanisch angehauchte Single Gabriela und den lautstarken Track Gnarly, wie The Washington Post festhält.

Der musikalische Stil von Katseye bricht bewusst mit strengen Branchenkonventionen. Es war ein seltsamer Song für die Popmusik, und ich hoffe, wir machen weiterhin solche Dinge. Leute verärgern, aber sie kriegen es dann nicht mehr aus dem Kopf, sagte Lara Raj über die Single Gnarly, zitiert von The Washington Post.

Hybe-Ressourcen und die Wurzeln im K-Pop-System

Obwohl sich die Band als globale Girlgroup versteht, basiert ein Großteil ihres Erfolgs auf der Infrastruktur des Fünf-Milliarden-Dollar-Unternehmens Hybe, das Büros in Seoul, Los Angeles, Mexiko-Stadt, Tokio, Miami und Mumbai unterhält. Der K-Pop-Kolumnist Jeff Benjamin betont die Vorteile dieser Herangehensweise: Katseye habe mit diesem grundlegenden K-Pop-Training und hohen Standards begonnen, was sichergestellt habe, dass sie von Anfang an mit voller Kraft liefen, erläuterte Benjamin laut The Guardian.

Im Gegensatz zu traditionellen K-Pop-Acts sprechen die Mitglieder von Katseye jedoch offen über Entscheidungen, die sie ablehnen, sowie über ihr Privatleben. Der Kulturkritiker Jae-Ha Kim weist darauf hin, dass die Sängerinnen im Vergleich zu typischen K-Pop-Idolen ungewöhnlich viele persönliche Details mit der Öffentlichkeit teilen. Im vergangenen Jahr outete sich Megan Skiendiel als bisexuell und Lara Raj als queer. Skiendiel spricht zudem regelmäßig öffentlich über ihre Medikamenteneinnahme gegen Angstzustände, um Fans in ähnlichen Situationen zu unterstützen, so The Washington Post.

Kultureller Einfluss, virale Kampagnen und harte Realitäten

Ein entscheidender Wendepunkt für die Popularität der Gruppe war eine Werbekampagne für Gap, die im August 2025 an den Start ging. In dem Clip tanzen die sechs Frauen in Jeans zu dem Kelis-Klassiker Milkshake. Sophia Laforteza beschrieb die Bedeutung der Kampagne so: Man spreche nicht oft genug darüber, wie sehr die Welt das wirklich gebraucht habe, sagte sie gegenüber The Washington Post und ergänzte, dass Fans ihnen spiegelten, wie wichtig es sei, sechs junge Frauen zu sehen, die stolz auf ihre Herkunft und ihr Aussehen sind.

Die Interaktion mit Fans über soziale Medien treibt das Wachstum der Gruppe voran. Dr. Lucy Bennett, Dozentin für Popmusik und Fandom an der Cardiff University, analysiert diesen Effekt: Katseye sei in einer Medienlandschaft entstanden, in der soziale Medien nicht nur ein Werbewerkzeug seien, sondern ein Teil davon, wie Popkultur gemacht und verbreitet werde, erklärte Bennett laut The Guardian.

Der rasante Aufstieg fordert jedoch seinen Preis. Die Bandmitglieder berichten von schwerer rassistischer und sexistischer Belästigung, toxischem Fandom und erhaltenen Morddrohungen. Um dem entgegenzuwirken, priorisieren die Sängerinnen konsequent ihre individuelle Gesundheit vor perfekter Anwesenheit bei Medienereignissen und Konzerten. So fehlte Daniela Avanzini, als die Gruppe mit The Washington Post sprach, wie The Washington Post dokumentiert.

Kommerzieller Erfolg im Kino und auf Tournee

Die in diesem Monat in weltweiten Kinos gestartete Dokumentation Katseye: Wild Hearts spielte an ihrem Eröffnungswochenende fast vier Millionen US-Dollar ein. Neben ausverkauften Konzerten sicherte sich die Band lukrative Partnerschaften mit Marken wie State Farm, Pandora, Target und dem LA-Lebensmittelgeschäft Erewhon, wo ein eigener, 22 US-dollar teurer Smoothie angeboten wird, berichtet The Guardian.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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