Die irische Box-Ikone Katie Taylor hat ihre Karriere am 5. September mit einem stilvollen Triumph im ausverkauften Croke Park in Dublin gekrönt. Vor rund 80.000 Zuschauern besiegte die zweifache Weltmeisterin die zuvor ungeschlagene Französin Flora Pili nach Punkten und verteidigte ihre WM-Gürtel.
Katie Taylor krönt im Croke Park ihre historische Karriere
Für Katie Taylor schloss sich am 5. September in Dublin ein Kreis. Die aus Bray stammende Boxsportlerin trat im Ring im Croke Park an, um ihre WBO-, WBA-, IBF- und Ring Magazine-Titel zu verteidigen und gegen Frankreichs ungeschlagene Flora Pili um den vakanten WBC Super Lightweight-Gürtel zu kämpfen. Vor einer elektrisierenden Kulisse mit schätzungsweise 80.000 Zuschauern im Hauptquartier der Gaelic Athletic Association (GAA) traf sie auf die ungeschlagene Herausforderin Flora Pili aus Frankreich. Taylor, die London 2012 Olympic gold medalist und two-weight world champion, ging mit einer Profibilanz von 25-1 und 6 Knockouts in den Kampf. Ein Sieg würde sie zu einer dreifach unbestrittenen Weltmeisterin machen und eine Karriere abschließen, die sie vom Bray Boxing Club über den Madison Square Garden und wieder zurück nach Hause geführt hat, für eine letzte Nacht vor ihrem eigenen Volk.
Die Dimension dieses Heimatabends übertraf selbst historische Vergleiche im irischen Sport deutlich. Das traditionsreiche Stadion hatte zuvor in seiner Geschichte erst ein einziges Mal einen Profi-Boxkampf ausgetragen: Im Juli 1972 stand Muhammad Ali dort im Ring und boxte vor rund 17.000 Menschen gegen den Detroit-Schwergewichtler Al „Blue“ Lewis, einen Bruchteil der Größe, die für Taylors Abschied erwartet wurde. Der Abschiedsabend von Taylor zog dagegen ein gewaltiges nationales Publikum an, und Taylor hat offen darüber gesprochen, was der Sport und dieser besondere Kampf ihr bedeuten. In Aufnahmen, die auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht wurden, sagte sie, dass sie den Kampf im Croke Park umsonst angenommen hätte: „Look at the life that (boxing) has given me and look at the memories that it’s given me. I just wanted to elevate the sport and pursue my passion, and this is what I love to do. This is what I was born for, and I’ve had a chance to headline these iconic arenas and be involved in these iconic fights. Just to open the door for the next generation of female fighters, that to me is everything. I’m just forever grateful.”
Der Kampfverlauf und die Dominanz im Ring
Nach einer ruhigen Auftaktrunde übernahm die Olympiasiegerin von London 2012 – die seit 2016 Profi ist – das Kommando. Taylor explodierte förmlich in der zweiten Runde, schlug schnelle Kombinationen, bevor sie wieder außer Reichweite zurücksprang. Sie traf Pili wiederholt, arbeitete in Stößen und machte das Beste aus den zweiminutigen Runden. Während die 29-jährige Pili, die mit einer ungeschlagenen Bilanz aus 12 Kämpfen angereist war und zuvor den Europatitel gehalten hatte, mit wenig Erwartungen auf den Schultern alles zu gewinnen hatte, war sie noch nie jemandem in der Nähe von Taylors Niveau begegnet, und die Klassenunterschiede zeigten sich bald. Die Party-Atmosphäre hielt zwischen den Runden an, da immer deutlicher wurde, dass es keinen Einbruch der Französin geben würde.
Prominente Zuschauer wie der ehemalige Weltmeister Prince Naseem Hamed und UFC-Star Paddy Pimblett verfolgten das Geschehen vom Ringside aus, während Pili in der fünften Runde wild schwang, nur damit Taylor sie verfehlen und zurückschlagen konnte. Pili genoss ihre beste Phase in der siebten Runde, als eine schnelle Serie Taylors Kopf kurz nach hinten schnellen ließ, was jedoch wenig daran änderte, in welche Richtung der Kampf verlief. Croke Park erhob sich für die letzten zwei Minuten, während Taylor weiter nach vorne drängte und ihre Hände frei ließ, während der Lärm von den Rängen strömte. Sie umarmte ihre Mutter, ihren Trainer und ihren Manager im Ring, während „Celebration“ im Croke Park erklang, bevor das unvermeidliche Ergebnis verlesen wurde. „Let me just look around for a second“, sagte sie hinterher, während sie jeden Tropfen des Empfangs aufsog. Pili kam als ernsthafte Bedrohung für Taylors Pläne eines märchenhaften Endes nach Dublin, doch für den Moment ging die Geschichte rund um den Croke Park weniger um die Gegnerin und mehr um den Moment selbst: eine Heimkehr, die zwanzig Jahre in der Entstehung war und vor der größten Menschenmenge, die jemals für einen Boxkampf auf irischem Boden versammelt war, ausgetragen wurde.””
Kostenlose Live-Übertragung und mediale Bedeutung für Irland
Die Nachricht, dass ihr letzter Profikampf free-to-air auf derselben Station gezeigt wird, fühlt sich wie das Schließen eines Kreises an. Declan McBennett, Sportchef des Senders RTÉ, erklärte dazu, RTÉ sei zu Beginn von Katies Weg als Amateurin dabei gewesen und freue sich sehr, nun auch beim finalen Kapitel dabei zu sein.

Er fügte hinzu: „Katie is, and always will be, one of Ireland’s greatest ever sporting icons, and it is fitting that she ends her illustrious career in Croke Park in front of a full stadium and a national audience.