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Unterhaltung

Bruno Kramm stirbt nach Konzert in Granada

Bruno Kramm, Mitbegründer der einflussreichen Gothic- und Industrial-Band Das Ich, ist im Alter von 58 Jahren in Spanien gestorben. Der Musiker brach am späten Freitagabend nach einem Konzert im Kulturzentrum Sala Planta Baja in Granada zusammen. Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Die schwarze Szene trauert um eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Bruno Kramm, der die deutsche Dark-Wave- und Gothic-Kultur seit Jahrzehnten musikalisch wie organisatorisch mitgestaltet hatte, verstarb am 25. September 2026 nach einem Auftritt in Andalusien. Für das Duo, das im Herbst 2025 mit dem Studioalbum „Fanal ein neues Album veröffentlicht hatte, markierte das Konzert den Auftakt einer europaweiten Live-Rückkehr.

Der Zusammenbruch im Konzertsaal in Granada

Der Notruf ging gegen Mitternacht ein, nachdem ein Augenzeuge gemeldet hatte, dass der Musiker in den Umkleideräumen des Veranstaltungsortes über Atemnot geklagt und das Bewusstsein verloren hatte. Spanische Rettungskräfte sowie Beamte der Nationalpolizei eilten zur Sala Planta Baja im Stadtzentrum von Granada. Trotz sofortiger Reanimationsversuche blieb jede Hilfe für den 58-Jährigen erfolglos.

Örtliche Behörden und die spanische Nationalpolizei leiteten keine strafrechtliche Untersuchung ein, da von einer natürlichen Todesursache ausgegangen wird. Der Veranstalter Distortiongirl Eventos bestätigte den Todesfall in den sozialen Medien mit tiefem Bedauern.

Am Boden zerstört und mit schwerem Herzen muss ich mitteilen, dass Bruno Kramm, Mitglied der Band Das Ich, nach seinem Konzert in Granada verstorben ist.

Vom Projekt in Bayreuth zur Neuen Deutschen Todeskunst

Die musikalische Laufbahn von Bruno Kramm ist untrennbar mit der Geschichte von Das Ich verbunden. Das Duo prägte maßgeblich die Strömung der sogenannten Neuen Deutschen Todeskunst.

Bruno Kramm stirbt nach Konzert in Granada
Foto: ms-aktuell.de

Mit einer kompromisslosen Mischung aus elektronischer Härte, orchestralen Elementen, Gothic-Einflüssen und expressionistischen, deutschsprachigen Texten wurde die Formation zu einem Aushängeschild der Schwarzen Szene. Das Debütalbum „Die Propheten erschien im Jahr 1991. Da etablierte Plattenfirmen die Veröffentlichung zunächst ablehnten, gründete Kramm kurzerhand sein eigenes Label Danse Macabre Records, das in den folgenden Jahren zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Alternative- und Gothic-Kulturausrichtung verlegte und produzierte.

Reaktionen aus der Schwarzen Szene und Label-Arbeit

Der plötzliche Tod des Produzenten und Keyboarders löste in der gesamten Gothic-Community Bestürzung aus. Weggefährten und Partner erinnerten an seine fundamentale Bedeutung für die musikalische Subkultur.

Bruno Kramm stirbt nach Konzert in Granada
Foto: FOCUS online

Gestern Nacht ist ein großer Teil der Szene – und ein riesiger Teil meiner eigenen Lebensgeschichte – gegangen. In dieser Nacht sind viele Geschichten zu Ende gegangen.

Neben seiner künstlerischen Arbeit trat Kramm zeitweise auch politisch in Erscheinung, unter anderem als Landesvorsitzender der Piratenpartei in Berlin und als Experte für Urheberrecht, bevor er sich später wieder Bündnis 90/Die Grünen annäherte. Bruno Kramm hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder. Vorbereitungen zur Überführung des Leichnams nach Deutschland sind nach Angaben aus Medienberichten bereits angelaufen.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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