Die Interimsintendantin der Salzburger Festspiele, Karin Bergmann, bestreitet derzeit Vorwürfe ihres Vorgängers Markus Hinterhäuser, sie habe deren Übernahme der Leitung vorbereitet. Während Bergmann versucht, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen, laufen parallel die Bewerbungsverfahren für die dauerhaften Spitzenpositionen der Präsidentschaft und Intendanz bis zum Herbst 2026.
Vorwurf des Verrats: Der Streit zwischen Bergmann und Hinterhäuser

Bei einigen gelte ich deshalb als VerräterinKarin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele Hinterhäuser behauptet, Bergmann habe ihren Aufstieg von langer Hand geplant. Diese Darstellung weist Bergmann in einem Gespräch mit der Austria Presse Agentur (APA), wie salzburg24 veröffentlichte, entschieden zurück. Sie zeigt sich tief betroffen über die Behauptungen ihres Vorgängers.
Und dass er nun die Unwahrheit verbreitet, ich hätte das von langer Hand vorbereitet, macht mich wirklich betroffen.Karin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele Bergmann betont, dass sie Hinterhäuser nicht hintergangen habe. Nach der Vertragsauflösung zwischen dem Kuratorium und Hinterhäuser habe es eine Lösung für den Weiterbetrieb gegeben, um eine Absage der Festspiele zu verhindern. In einem Interview mit VOL.AT stellte sie klar:
Es ist nicht meine Schuld.
Bin Hinterhäuser nicht in Rücken gefallenKarin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele
Die Jagd nach der Nachfolge: Fast 50 Bewerber für die Spitzenjobs
| Position | Bewerbungen | Männer | Frauen | Herkunft / Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Präsidentschaft | 27 | 16 | 11 | 50% In- bzw. Ausland |
| Intendanz | 21 | 17 | 4 | 90% international |
- 1. Januar 2027: Amtsantritt der neuen Präsidentin oder des neuen Präsidenten.
- 1. Oktober 2027: Beginn der neuen Intendanz und Ende der Interimsführung durch Karin Bergmann.
Bergmanns Strategie: Kommunikation auf Augenhöhe und Hausumbau
Karin Bergmann hat bereits angekündigt, dass sie sich nicht für die dauerhafte Intendanz ab Oktober 2027 bewirbt. Ihr Fokus liegt darauf, die Kunst wieder ins Zentrum zu rücken und die administrative Stabilität wiederherzustellen. Ihr Ansatz ist eine offene Kommunikation auf Augenhöhe, ein Prinzip, das sie bereits während ihrer Zeit als Chefin des Burgtheaters verfolgte. Trotz der persönlichen Differenzen mit Hinterhäuser versucht Bergmann, ihn für zwei geplante Konzertauftritte im kommenden Sommer zu gewinnen. Sie betont, dass die Festspiele für das Publikum stattfinden müssen, unabhängig von persönlichen Konflikten. Über das aktuelle Programm hinaus arbeitet Bergmann bereits an der strategischen Planung für die kommenden Jahre. Dazu gehören die schwierigen Verhandlungen für das Opernprogramm 2027 sowie die Gesamtplanung für 2028. Ein zentraler Punkt ist dabei der bevorstehende Großumbau der Festspielhäuser. Bergmann bezeichnet diese Investitionen als unverzichtbar, da die Festspiele die wichtigste Wirtschaftsmaschine des Bundeslandes Salzburg darstellen. Die kommenden Wochen bis zum Festivalstart am 17. Juli werden zeigen, ob es Bergmann gelingt, die Skepsis einiger Mitarbeiter, die eng mit Hinterhäuser verbunden sind, abzubauen. Die künstlerische Handschrift Hinterhäusers wird den aktuellen Sommer noch prägen, doch die institutionelle Weichenstellung für 2027 und 2028 liegt bereits in Bergmanns Händen.Find more reporting in our Unterhaltung section.
