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Unterhaltung

Karin Bergmann bestreitet Verratsvorwurf bei Salzburger Festspielen

Die Interimsintendantin der Salzburger Festspiele, Karin Bergmann, bestreitet derzeit Vorwürfe ihres Vorgängers Markus Hinterhäuser, sie habe deren Übernahme der Leitung vorbereitet. Während Bergmann versucht, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen, laufen parallel die Bewerbungsverfahren für die dauerhaften Spitzenpositionen der Präsidentschaft und Intendanz bis zum Herbst 2026.

Vorwurf des Verrats: Der Streit zwischen Bergmann und Hinterhäuser

Vorwurf des Verrats: Der Streit zwischen Bergmann und Hinterhäuser
Photo: Der Standard
Die Stimmung an der Spitze der Salzburger Festspiele bleibt angespannt. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der aktuellen Interimsleiterin Karin Bergmann und ihrem Vorgänger Markus Hinterhäuser, der sich Ende März 2026 in einer einvernehmlichen Trennung vom Kuratorium scheidete. Der Auslöser für den Bruch war laut Berichten ein Alleingang Hinterhäusers bei der Suche nach einer neuen Schauspielleitung sowie Differenzen in seinem Führungsstil. Bergmann, die ursprünglich nur die Schauspielsparte übernehmen sollte, fand sich plötzlich in der Rolle der ersten weiblichen Intendantin von Salzburg wieder. Diese Entwicklung führte zu massiven Spannungen. Wie Der Standard berichtete, wird Bergmann innerhalb der Organisation teilweise kritisch gesehen. Bei einigen gelte ich deshalb als Verräterin Karin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele Hinterhäuser behauptet, Bergmann habe ihren Aufstieg von langer Hand geplant. Diese Darstellung weist Bergmann in einem Gespräch mit der Austria Presse Agentur (APA), wie salzburg24 veröffentlichte, entschieden zurück. Sie zeigt sich tief betroffen über die Behauptungen ihres Vorgängers. Und dass er nun die Unwahrheit verbreitet, ich hätte das von langer Hand vorbereitet, macht mich wirklich betroffen. Karin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele Bergmann betont, dass sie Hinterhäuser nicht hintergangen habe. Nach der Vertragsauflösung zwischen dem Kuratorium und Hinterhäuser habe es eine Lösung für den Weiterbetrieb gegeben, um eine Absage der Festspiele zu verhindern. In einem Interview mit VOL.AT stellte sie klar: Es ist nicht meine Schuld. Bin Hinterhäuser nicht in Rücken gefallen Karin Bergmann, Interimsintendantin der Salzburger Festspiele

Die Jagd nach der Nachfolge: Fast 50 Bewerber für die Spitzenjobs

Nach Streit-Eklat: Karin Bergmann übernimmt Salzburger Festspiele
Während Bergmann die aktuelle Phase stabilisiert, sucht das Kuratorium nach einer langfristigen Lösung. Es sind derzeit zwei der drei Direktionsstellen neu zu besetzen; lediglich kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz bleibt im Amt. Laut salzburg.ORF.at sind für die Positionen der Präsidentschaft und der Intendanz insgesamt fast 50 Bewerbungen eingegangen. Die Verteilung der Bewerbungen zeigt ein deutliches Gefälle bei der Geschlechterquote und der Herkunft der Kandidaten:
Position Bewerbungen Männer Frauen Herkunft / Besonderheit
Präsidentschaft 27 16 11 50% In- bzw. Ausland
Intendanz 21 17 4 90% international
Eine Findungskommission unter der Leitung von Christian Kircher, dem ehemaligen Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, sichtet derzeit die Unterlagen. Kircher betonte, dass die Kommission völlig frei in ihrer Entscheidung sei, wen sie zu Hearings einlade. Eine endgültige Entscheidung wird für September, nach dem Festspielsommer, erwartet. Die zeitliche Abfolge der Neubesetzungen ist wie folgt festgelegt:
  • 1. Januar 2027: Amtsantritt der neuen Präsidentin oder des neuen Präsidenten.
  • 1. Oktober 2027: Beginn der neuen Intendanz und Ende der Interimsführung durch Karin Bergmann.

Bergmanns Strategie: Kommunikation auf Augenhöhe und Hausumbau

Karin Bergmann hat bereits angekündigt, dass sie sich nicht für die dauerhafte Intendanz ab Oktober 2027 bewirbt. Ihr Fokus liegt darauf, die Kunst wieder ins Zentrum zu rücken und die administrative Stabilität wiederherzustellen. Ihr Ansatz ist eine offene Kommunikation auf Augenhöhe, ein Prinzip, das sie bereits während ihrer Zeit als Chefin des Burgtheaters verfolgte. Trotz der persönlichen Differenzen mit Hinterhäuser versucht Bergmann, ihn für zwei geplante Konzertauftritte im kommenden Sommer zu gewinnen. Sie betont, dass die Festspiele für das Publikum stattfinden müssen, unabhängig von persönlichen Konflikten. Über das aktuelle Programm hinaus arbeitet Bergmann bereits an der strategischen Planung für die kommenden Jahre. Dazu gehören die schwierigen Verhandlungen für das Opernprogramm 2027 sowie die Gesamtplanung für 2028. Ein zentraler Punkt ist dabei der bevorstehende Großumbau der Festspielhäuser. Bergmann bezeichnet diese Investitionen als unverzichtbar, da die Festspiele die wichtigste Wirtschaftsmaschine des Bundeslandes Salzburg darstellen. Die kommenden Wochen bis zum Festivalstart am 17. Juli werden zeigen, ob es Bergmann gelingt, die Skepsis einiger Mitarbeiter, die eng mit Hinterhäuser verbunden sind, abzubauen. Die künstlerische Handschrift Hinterhäusers wird den aktuellen Sommer noch prägen, doch die institutionelle Weichenstellung für 2027 und 2028 liegt bereits in Bergmanns Händen.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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