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Welt

Kanada schlägt neues Bündnis mit Europa und Großbritannien vor

Canadian Finance Minister François-Philippe Champagne has proposed that the UK join a new economic alliance with Canada and Europe, following collapsed trade talks with the United States. Speaking in September 2026, officials emphasize middle-power cooperation, technological sovereignty, and joint artificial intelligence standards as global trade tensions escalate.

Die geopolitische Landschaft verändert sich rasant, und Ottawa zieht daraus deutliche Schlüsse. Nach dem Scheitern eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten im vergangenen Monat setzt Kanada verstärkt auf strategische Bündnisse mit Europa und fordert nun auch die Beteiligung des Vereinigten Königreichs. Wie François-Philippe Champagne in Gesprächen betonte, müsse sich das Land auf eine neue weltpolitische Realität einstellen. The UK should „team up“ with a proposed economic alliance between Canada and Europe, Canadian Finance Minister François-Philippe Champagne has said.

François-Philippe Champagne fordert engere Partnerschaft zwischen London und Ottawa

Diese diplomatischen Vorstöße erfolgen vor dem Hintergrund harter wirtschaftlicher Auseinandersetzungen. Nach der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus und der Einführung globaler Zölle, die auch langjährige Verbündete wie das Vereinigte Königreich und Kanada trafen, sahen sich die kanadischen Behörden zu Gegenmaßnahmen gezwungen. Champagne also gave a frank assessment of the Canada-US trade war after a deal collapsed last month, saying the country had stood up for our industries, our workers, our country by imposing tariffs, was die Entschlossenheit der Regierung unterstreicht.

Mark Carney und Ursula von der Leyen treiben EU-Assoziierung voran

Die Initiative für eine vertiefte Partnerschaft erhielt im September 2026 neuen Schwung, als Premierminister Mark Carney vor dem Europäischen Parlament in Straßburg sprach. Kurz zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, on opening the door for Canada to be the first associate member of the EU, womit Ottawa einen beispiellosen Status innerhalb des Staatenbundes anstreben könnte.

Während US-Präsident Trump diesen Vorstoß öffentlich als laughable bezeichnete und neue Zölle auf europäische Waren androhte, verteidigte Carney die Pläne als Bollwerk für Stabilität und Wohlstand. Der ehemalige Gouverneur der Bank of England betonte vor den Abgeordneten, dass das Bündnis nicht als aggressive Großmachtrivalität missverstanden werden darf.

I am not proposing a third bloc in order to become a great-power rival, only with better manners. We do not seek power to dominate others. On the contrary, we are pursuing resilience, so no one can control our open markets, impair our sovereignty, threaten our territorial integrity, or undermine our freedoms, our democracies, our rule of law.

Technologische Souveränität, Künstliche Intelligenz und kritische Rohstoffe

Im Zentrum der vorgeschlagenen Zusammenarbeit stehen nicht nur klassische Handelsfragen, sondern vor allem strategische Technologien und Rohstoffsicherheit. Carney warnte eindringlich vor dem Einfluss internationaler Tech-Konzerne und betonte, dass souveränes Handeln heute den geschützten Zugriff auf essenzielle Zukunftstechnologien erfordert. Sovereignty now requires secure access to AI, semiconductors, critical minerals, payment systems, clean-energy technologies, vaccines, space-based communications, so der kanadische Regierungschef in seiner Ansprache.

Partnership with EU ‘just getting started,’ Canadian foreign minister tells Euronews
Photo: euronews.com

Die wirtschaftlichen Verflechtungen sollen daher über bestehende Abkommen hinauswachsen. Die Europäische Union ist in vielen Bereichen stark von Importen aus Drittstaaten abhängig; beispielsweise importiert der Block mehr als 80 Prozent seiner kritischen Rohstoffe und bei bestimmten Seltenen Erden sogar bis zu 90 Prozent aus China. Als Reaktion darauf kündigte von der Leyen eine neue Europäische Körperschaft für kritische Rohstoffe an. Kanada will diesen Bedarf durch seine umfangreichen Vorkommen decken und gemeinsame Wertschöpfungsketten aufbauen.

Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz suchen beide Seiten den Schulterschluss. Während Europa mit dem EU AI Act bereits ein umfassendes Regelwerk besitzt, verfügt Kanada bislang über kein vergleichbares bereichsspezifisches Gesetz. Dennoch treiben beide Partner die Kooperation bei Rechenkapazitäten, Sicherheitsstandards und Modellbewertungen voran, um gegenüber den USA und China nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Anita Anand betont globale Diversifizierung und multilaterale Kooperation

Die kanadische Außenpolitik setzt derweil auf ein breites Fundament aus internationalen Verträgen. Anita Anand unterstrich bei einem Besuch in Brüssel, dass die neuen Partnerschaften langfristig angelegt und keineswegs nur eine kurzfristige Reaktion auf die US-Handelspolitik sind. Over the last year, we’ve signed over 20 security, defence and economic agreements around the world, and we’re just getting started, erklärte Anand gegenüber Medienvertretern.

Champagne stands on a lawn in front of the Toronto city skyline
Photo: bbc.co.uk

Diese diplomatische Offensive spiegelte sich auch in der jüngeren Vergangenheit wider, als Kanada als erster nicht-europäischer Staat an einem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan teilnahm. Neben dem Handelsabkommen CETA und der Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft verweist Ottawa auf zahlreiche weitere Vereinbarungen. Angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine stehen Kanada und die EU zudem eng Seite an Seite; erst kürzlich kündigte Ottawa zusätzliche Sanktionen gegen 23 Personen und fünf Unternehmen wegen Verletzungen der Rechte ukrainischer Kinder an.

Kanada-EU: Das neue Power Couple? | Europa Weekly | ARTE
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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