England hat sein erstes Rugby-Spiel nach vier Jahren und 41 Partien ohne Niederlage verloren. Die kanadische Nationalmannschaft besiegte die Red Roses am Freitagabend im kanadischen Toronto mit 24:21. Vor einer Rekordkulisse von 18.621 Fans im BMO Field erzielte Shoshanah Seumanutafa in der 77. Minute den entscheidenden Versuch für die Gastgeberinnen.
Die historische Niederlage im BMO Field
Die schier unendliche Serie der englischen Rugby-Nationalmannschaft ist gerissen. Nach 41 Spielen ohne Niederlage und vier Jahren an der Weltspitze unterlagen die Red Roses im Auftaktspiel der WXV Global Series dem kanadischen Team mit 24:21 in Toronto. Die letzte Niederlage des Teams datierte aus dem Finale der Rugby-Weltmeisterschaft 2022.
Das Spiel im kalten Toronto lockte eine historische Kulisse an. Mit 18.621 Zuschauern im BMO Field sahen so viele Menschen ein nordamerikanisches Frauen-Rugbyspiel wie nie zuvor. Die Partie bildete den Höhepunkt einer intensiven sportlichen Rivalität, nachdem Kanada im Vormonat in Exeter bereits ein Unentschieden gegen die Engländerinnen erkämpft hatte. Das letzte Heimspiel der Kanadierinnen datierte aus dem August 2025.

Spielverlauf und die entscheidende Schlussphase
Das Duell begann rasant und körperbetont. Ein frühes Versuchstor der Engländerinnen wurde zunächst wegen unsauberer Ballablage von Claudia Moloney-MacDonald aberkannt. Kurz darauf gerieten die Gäste in Unterzahl, als Zoe Harrison eine gelbe Zeitstrafe erhielt. Die Gastgeberinnen nutzten die Überzahl sofort aus: Savannah Bauder brachte Kanada mit einem Angriffsüberhang in der Ecke in Führung.
Trotz einer hart verteidigten kanadischen Abwehrwand, die England meterweit vor der Line mehrfach stoppte, gingen die Red Roses durch Versuche von Maddie Feaunati und Zoe Harrison mit einer 14:5-Führung in die Halbzeitpause.
Im zweiten Durchgang drehte Kanada das Spiel phasenweise auf. Alysha Corrigan eröffnete die Halbzeit mit einem sehenswerten Soloversuch, woraufhin Sarah Bern für England postwendend antwortete. Ein weiterer Versuch von DaLeaka Menin – die später zur Spielerin des Partie gekürt wurde – brachte die Gastgeberinnen wieder heran. Kurz vor dem Abpfiff folgte die dramatische Wende: Shoshanah Seumanutafa legte in der 77. Minute den entscheidenden Versuch zum 24:21-Endstand. Die gesamte Mannschaft und der Trainerstab feierten den Sieg auf dem Platz, während die Torschützin jubelnd in die Luft geworfen wurde.
Reaktionen und der Blick auf das Rückspiel
Für den englischen Nationaltrainer John Mitchell bedeutet das Ergebnis eine ungewohnte sportliche Situation. Er muss nun zum ersten Mal in seiner Amtszeit als Cheftrainer eine Niederlage verarbeiten. Im Vorfeld der Partien hatte die kanadische Gedankenumstellung bereits Früchte getragen, wie Scrum-Half Olivia Apps betonte: Das Team habe im Jahr 2026 alles darangesetzt, England schlagen zu können.
Beide Nationen treffen bereits in einer Woche erneut aufeinander, um das nächste Kapitel ihrer sportlichen Auseinandersetzung aufzuschlagen.
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