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Sport

Kanada beendet Siegesserie der Red Roses in der WXV Global Series

Kanada hat die Siegesserie der englischen Rugby-Nationalmannschaft im WXV Global Series mit einem 24:21-Erfolg beendet. Vor 18.621 Zuschauern in Toronto erzielte Shoshanah Seumanutafa kurz vor dem Abpfiff den entscheidenden Versuch und fügte den Red Roses die erste Niederlage seit dem WM-Finale 2022 zu.

Die Siegesserie der englischen Rugby-Frauen ist nach vier Jahren und 41 Partien ohne Niederlage gerissen. Im Eröffnungsspiel der WXV Global Series im kanadischen Toronto musste sich das Team von Cheftrainer John Mitchell am Freitagabend mit 21:24 geschlagen geben. Den Schlusspunkt unter ein enges Duell setzte in der 77. Minute die kanadische Centerspielerin Shoshanah Seumanutafa, die den entscheidenden Versuch im BMO Field ablegte.

Kanada beendet Siegesserie der Red Roses in der WXV Global Series
Foto: bbc.co.uk

Das Ende einer vierjährigen Dominanz im BMO Field

Das Spiel vor einer Rekordkulisse von 18.621 Zuschauern – dem bescheinigt größten Publikum bei einem eigenständigen Frauen-Länderspiel in Nordamerika – zeigte von Beginn an ein hohes Tempo. Bereits im vergangenen Monat am 19. September hatten die Kanadierinnen den englischen Rekord von 39 Siegspielen in Serie mit einem 26:26-Unentschieden in Exeter ins Wanken gebracht. Nun folgte im direkten Wiedersehen seit dem Finale der Frauen-Rugby-Weltmeisterschaft vor einem Jahr der historische Sieg, der bei den Gastgeberinnen und dem Betreuerstab auf dem Platz großen Jubel auslöste. Spielerinnen wie Jess Breach, die zuvor 60 Partien für ihr Land bestritten hatte, mussten damit ihre erste Niederlage überhaupt im Trikot der Red Roses hinnehmen, während auf kanadischer Seite das letzte Heimspiel auf den August 2025 zurückging.

Die Partie war von physischer Härte geprägt. England musste nach einem vergebenen frühen Versuch von Claudia Moloney-MacDonald und einer Zeitstrafe samt Gelber Karte gegen Zoe Harrison nach zahlreichen Strafen den ersten Rückschlag hinnehmen. Savannah Bauder nutzte die Überzahl in der 17. Minute für einen Versuch nach einer Passstafette in der Ecke, nachdem Kapitänin Sophie de Goede den Extrapunkt vergeben hatte. Die Red Roses fanden jedoch vor der Pause ins Spiel zurück: Maddie Feaunati und Zoe Harrison drehten das Ergebnis mit zwei Versuchen – darunter ein schöner gemeinsamer Teamversuch, den Harrison vollendete –, sodass die Gäste trotz einer soliden ersten Hälfte der Kanadierinnen mit einer 14:5-Führung in die Kabine gingen.

LIVE | Canada v Red Roses | BMO Field | Toronto | WXV Global Series (UK only)

Kanadische Aufholjagd und Seumanutafas spätere Entscheidung

Nach dem Seitenwechsel brachte ein schöner Soloversuch von Alysha Corrigan Kanada heran. Sarah Bern konterte umgehend für die Engländerinnen in diesem engen Duell, doch eine intensiv geführte Schlussphase mit atemberaubendem Rugby brachte die Wende. DaLeaka Menin, die nach Abpfiff als Spielerin des Spiels ausgezeichnet wurde, brachte die lauthals von den Rängen unterstützten Gastgeberinnen wieder heran. Zwei Punkte trennten die Teams, ehe Seumanutafa zwei Minuten vor dem Ende den Ball im Malfeld unterbrachte und die Partie sicher zu Ende gespielt wurde.

Wir lassen uns nicht vom Ergebnis treiben. Wir sind enttäuscht vom Ausgang, aber es gab heute Abend einige sehr gute Ansätze in unserer Leistung. Ich denke, das Wichtige ist, dass das Gewinnen nach dem Gewinnen schwieriger ist als zuvor. Ich schätze, was das bewirkt, ist, dass es uns den Kopf frei macht und uns allen erlaubt, mehr zu finden. Ich weiß, dass in dieser Truppe definitiv noch mehr steckt, aber manchmal braucht es den Rahmen, den wir gerade erhalten haben, um tiefer zu graben.

John Mitchell, England-Cheftrainer, via The Guardian

Neben Seumanutafa und Menin zählten laut dem Bericht von The Guardian auch die Gedrängehalbspielerin Olivia Apps – die im Vorfeld betonte hatte, Kanada habe 2026 alles Mögliche getan, um England zu schlagen – und die gewohnt starke Sophie de Goede zu den prägenden Spielerinnen im kalten Toronto. Für England bedeutet die Niederlage das Ende einer Ära, die nach der 34:31-Niederlage gegen Neuseeland im WM-Finale 2022 begonnen hatte.

Kanada beendet Siegesserie der Red Roses in der WXV Global Series
Foto: sports.yahoo.com

Der Blick auf das nächste Aufeinandertreffen in Ottawa

Für die Red Roses bleibt wenig Zeit zur Aufarbeitung. Bereits am kommenden Freitag treffen die beiden Nationalmannschaften im Rahmen eines Rückspiels im kanadischen Ottawa erneut aufeinander. Für den englischen Trainer John Mitchell stellt sich damit die ungewohnte Aufgabe, nach einer Niederlage eine Reaktion zu fordern, während Kanada mit Rückenwind aus dem Heimspiel in Toronto in die nächste Begegnung geht.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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