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Kai Bird und Susan Goldmark veröffentlichen Biografie über Roy Cohn

Kai Bird legt gemeinsam mit Susan Goldmark eine Biografie über Roy Cohn vor, die dessen Verbindungen von Senator Joseph McCarthy bis zu Donald Trump nachzeichnet. Das Werk beleuchtet das vier Jahrzehnte umspannende Wirken des umstrittenen Anwalts und politischen Fixers in den USA.

Wer ein hagiografisches Porträt über Roy Cohn erwartet, wird beim Blättern in der neuen Biografie von Kai Bird und Susan Goldmark kaum auf seine Kosten kommen. Schon auf den ersten Seiten charakterisieren die Autoren den im Jahr 1986 verstorbenen Juristen als narcissistic con artist und als einen Halunken, der seine Berühmtheit als Ehrenabzeichen nutzte, obwohl sie lediglich schlechtes Benehmen widerspiegelte. Das Buch trägt den Titel „American Scoundrel: Roy Cohn’s Dark Journey from Joe McCarthy to Donald Trump“ und widmet sich den dunklen Kapiteln einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Figuren der jüngeren US-Politikgeschichte.

Vom brutalen Jugendankläger zum Zentrum der Macht

Die publizistische Einordnung der Biografie macht deutlich, dass Cohn über Jahrzehnte hinweg an zentralen Schaltstellen der Macht agierte. Schon in seinen Zwanzigern erlangte er als junger Ankläger Berühmtheit, als er Julius und Ethel Rosenberg an den elektrischen Stuhl brachte.

Als engster Berater von Senator Joseph McCarthy stieg er zum jungen Gesicht des kompromisslosen Antikommunismus auf, wie das Werk dokumentiert.

Informeller Berater von Nixon bis Reagan

Im weiteren Verlauf seiner Karriere dehnte Cohn seinen Einflussbereich aus.

Parallel dazu bewegte er sich im mondänen Manhattaner Nachtleben, feierte im Studio 54 und pflegte ein Netzwerk aus Verbündeten und nützlichen Kontakten.

Marie Brenner, Autorin und Koproduzentin, bezeichnete das Werk als narratives Meisterwerk und betonte, Bird schaffe ein anschauliches Bild jenes finsteren Netzes aus Charme und Täuschung, das Cohn über seine Jahrzehnte hinweg im Zentrum der Macht habe spinnen können.

Die Mentorschaft für Donald Trump und der Populismus

Ein zentraler Schwerpunkt des Buches beleuchtet Cohns Rolle als Mentor des jungen Donald Trump. Trump rief den älteren Anwalt demnach täglich an und eiferte dessen Verhaltensweisen sowie dessen Grundüberzeugungen nach.

Die Autoren zeichnen nach, wie Cohn persönliche Ressentiments nutzte, um rohe populistische Emotionen anzapfen, die in der amerikanischen Gesellschaft tief verwurzelt sind.

Das späte Vermächtnis und Angels in America

Trotz seines Rufs als skrupelloser Taktgeber und Straßenkämpfer, der seine verborgene Homosexualität hinter einer rauen Fassade und großer Schärfe verbarg, hinterließ Cohn auch in der Popkultur und im kollektiven Gedächtnis Spuren.

Kai Bird und Susan Goldmark veröffentlichen Biografie über Roy Cohn
Photo: Airmail

Jahre nach seinem Tod im Jahr 1986 an den Folgen von AIDS-bezogenen Komplikationen wurde er zur zentralen Figur in Tony Kushners Pulitzer-prämiertem Theaterstück Angels in America. Sein Einfluss auf die moderne politische Landschaft der Vereinigten Staaten prägt den Diskurs bis heute.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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