Bundestrainer Jürgen Klopp wird Niclas Füllkrug für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen Serbien und die Niederlande in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen, berichtet WELT. Trotz vorheriger Zweifel an der langfristigen Planung mit dem 33-jährigen Angreifer hat sich der Stürmer des SV Werder Bremen durch seine aktuelle Form für eine Rückkehr empfohlen.
Kaderverkleinerung nach dem XXL-Experiment
Die Nominierung, die am Donnerstag offiziell bekannt gegeben wird, markiert eine deutliche Kursänderung im Vergleich zum September. Bei seinem Debüt als Bundestrainer hatte Klopp noch 44 Spieler in ein Zwei-Schicht-System berufen, um eine breite Auswahl an Akteuren zu sichten. Für die Partien am 13. November in Belgrad und am 16. Dabei ist das Ziel klar: Der Bundestrainer möchte eine verjüngte und zukunftsfähige Mannschaft für die EM 2028 entwickeln. Dass dieser Umbruch mit Risiken und Nebenwirkungen behaftet ist, war von Beginn an klar.
Das Reglement der UEFA lässt pro Spieltagskader 23 Akteure zu. Klopp muss daher zahlreiche Spieler aus dem ersten Lehrgang streichen, da ein XXL-Experiment im Zwei-Schicht-Betrieb nicht mehr stattfinden wird. Besonders für die Debütanten aus dem September, wie etwa Max Rosenfelder, Finn Jeltsch oder Yannik Engelhardt, wird es eng, da viele der Neulinge wohl nicht mehr berücksichtigt werden. Auch Jamal Musiala fehlte voraussichtlich, da der Bayern-Profi seit einer Muskelverletzung beim Aufwärmen vor dem ersten Spiel gegen Holland am 24. September nicht mehr zum Einsatz kam. Sein Münchner Teamkollege Serge Gnabry muss ebenfalls verletzungsbedingt passen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Freiburger Philipp Treu, der nach einer Knöchelverletzung diese Woche wieder ins Training einsteigen könnte.

Füllkrugs sportliche Argumente
Niclas Füllkrug führt derzeit mit neun Treffern die Torschützenliste der Bundesliga an. Seine Quote von 14 Toren in 24 Länderspielen unterstreicht seine Effizienz im Nationaltrikot. Dennoch hatte Klopp das Alter des Stürmers zuletzt öffentlich thematisiert:
Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld.
Jürgen Klopp, Bundestrainer
Der Stürmer selbst nahm die Debatte gelassen zur Kenntnis und ordnete die Aussagen seines Trainers nüchtern ein: „Er hat Fakten aufgezählt, mehr nicht.“ Gleichzeitig betonte der 33-Jährige mit Blick auf eine mögliche Rückkehr: „Aber wenn mein Land mich braucht, bin ich da. Selbst mit 40 oder noch älter wäre ich immer noch bereit. Auch prominente Stimmen wie Lothar Matthäus hatten sich für eine Nominierung stark gemacht:
”
Wir kommen nicht vorbei an einem Niclas Füllkrug, der mit neun Treffern die Torschützenliste der Bundesliga anführt.
Lothar Matthäus
Bei der Konkurrenz im Sturmzentrum bleibt die Situation für andere Akteure hingegen schwierig. Deniz Undav, der bei der WM noch ein überraschender Leistungsträger war, rechnet nach eigener Aussage „gar nicht“ mit einem Anruf des Bundestrainers. Auch für Nick Woltemade, der bei Juventus Turin derzeit nicht zündet, könnte es eng werden. Hoffnung auf eine Berufung darf sich hingegen der Frankfurter Younes Ebnoutalib machen, der zu den zehn Debütanten der September-Länderspiele zählte und eine gute Perspektive besitzt.”
Herausforderungen in der Nations League
Die DFB-Auswahl steht unter Zugzwang. Nach vier Spieltagen belegt Deutschland mit fünf Punkten den dritten Tabellenplatz in der Gruppe A2. Um das Viertelfinale im März 2027 zu erreichen, ist die Mannschaft auf Siege angewiesen. Das Erreichen des zweiten Platzes ist zudem für die Setzliste der kommenden EM-Qualifikation von Bedeutung, um einen Platz in der Gruppe der zwölf Top-Teams zu sichern. Im schlimmsten Fall droht dem Team die Relegation oder der direkte Abstieg in die B-Liga.

Auch die Torwartfrage bleibt ein zentrales Thema. Während Marc-André ter Stegen vor seinem Debüt zur Nummer eins erklärt wurde, konkurriert er nun mit der Bayern-Hoffnung Jonas Urbig. Der Bundestrainer muss hier eine klare Richtung vorgeben, um den Umbruch erfolgreich zu gestalten. Während die Fans in einer Umfrage mehrheitlich auf Urbig im Tor setzen und im Mittelfeld auf ein Duo aus Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof hoffen, liegt die finale Entscheidung allein bei Jürgen Klopp, der am Donnerstag ab 11.30 Uhr sein Aufgebot in einer Videobotschaft präsentieren wird.

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