CVS Health hat am Mittwoch angekündigt, sich in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen aufzuteilen und damit das im Jahr 2018 geschaffene Konglomerat aus Apothekenkette, Krankenversicherung und Leistungsabwickler zu entflechten. Die Trennung der rund 9.000 Filialen von den Versicherungs- und Caremark-Aktivitäten soll nach Angaben des Vorstands in der ersten Hälfte des Jahres 2028 abgeschlossen sein.
Aufspaltung nach jahrelanger Expansion und politischem Druck
Die geplante Aufspaltung beendet eine fast zehnjährige Ära der vertikalen Integration, die im Jahr 2018 mit der rund 78 Milliarden US-Dollar teuren Übernahme des Krankenversicherers Aetna ihren Höhepunkt fand. Der Mischkonzern, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 400 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, sah sich zuletzt massiven wettbewerbsrechtlichen Bedenken von Regulierungsbehörden und Gesetzgebern ausgesetzt. Kritiker warfen den großen Akteuren vor, durch die Kontrolle über Versicherung, Rezeptabrechnung und den direkten Medikamentenvertrieb die Kosten für Patienten zu treiben und Interessenkonflikte zu begünstigen. In Bundesstaaten wie Arkansas und Tennessee wurden Gesetze verabschiedet, die die Doppelbesitzstruktur von Apotheken und Rezeptabrechnern untersagen.
Die Entscheidung folgt auf eine „umfassende strategische Überprüfung“ durch das Board of Directors. Es ist nicht der erste Versuch einer solchen Umstrukturierung; bereits 2024 hatte das Management Optionen für eine Aufspaltung geprüft. Damals erklärte CEO David Joyner jedoch, dass das Unternehmen noch nicht über die nötige Flexibilität oder die finanziellen Voraussetzungen verfügte, um einen solchen Schritt erfolgreich umzusetzen. Nun, nach einer Phase der operativen Revitalisierung unter Joyner, der das Unternehmen seit Oktober 2024 führt, sieht die Konzernführung den Zeitpunkt als gekommen an, um aus einer Position der Stärke heraus zwei fokussierte Einheiten zu bilden.”
Struktur der beiden künftigen Gesellschaften
Nach Vollzug der Trennung im Jahr 2028 werden die Geschäfte auf zwei eigenständige Einheiten verteilt. Das unter dem Namen CVS Pharmacy firmierende Unternehmen übernimmt rund 9.000 stationäre Einzelhandelsapotheken, die Postapotheke, die MinuteClinics – von denen 800 von Nurse Practitioners und Physician Assistants betrieben werden – sowie die Technologiedienstleistungen von Health100. Die Leitung dieses Bereichs übernimmt Prem Shah als Chief Executive Officer. An der Spitze der verbleibenden Gesellschaft, die den Namen CVS Health beibehalten wird, steht David Joyner als Chairman und Chief Executive Officer.
Für die Beratung bei diesem Prozess setzt das Unternehmen auf Goldman Sachs und Consello als Finanzberater sowie Wachtell, Lipton, Rosen & Katz als Rechtsbeistand.

Unsere Geschichte ist davon geprägt, dass wir uns proaktiv weiterentwickeln, um im Gesundheitswesen immer einen Schritt voraus zu sein, und im heutigen Umfeld bedeutet das, für mehr Bezahlbarkeit, besseren Zugang und eine einfachere Erfahrung zu sorgen.
David Joyner, Vorstandsvorsitzender und Chairman von CVS Health
Finanzielle Kennzahlen und Marktreaktion
Die Ankündigung begleitete die Vorlage der Geschäftszahlen zum dritten Quartal. Die Umsatzverteilung für das Jahr 2025 unterstreicht die Größe der einzelnen Sparten: Das Gesundheitsdienstleistungssegment erwirtschaftete 51,24 Milliarden US-Dollar, die Apothekensparte 37,66 Milliarden US-Dollar und die Versicherungseinheit 36,29 Milliarden US-Dollar. Trotz der positiven Quartalszahlen reagierte der Markt zunächst volatil. Analyst Michael Cherny von Leerink Partners bezeichnete den geplanten Split in einer Kundenmitteilung als „komplettes Schockmoment“ und führte den anfänglichen Kursrückgang von 10 % auf die Unsicherheit über die zukünftige Strategie sowie die allgemeine Volatilität im Gesundheitssektor zurück. Dennoch betonten Analysten wie Julie Utterback von Morningstar, dass der Zeitpunkt günstig gewählt sei, da die Pharmacy- und Consumer-Wellness-Sparte nach Jahren der Underperformance wieder auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt sei.”
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