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Genf und Aargau hoffen auf einen Bundesratssitz 2026

Die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin sorgt für Bewegung im politischen Gefüge: Während Kantone wie Genf und Aargau auf den freien Sitz hoffen, blicken andere Regionen auf eine lange Durststrecke ohne Vertretung in der Landesregierung. Die Wahl im Dezember wird entscheiden, welcher Kanton den Zuschlag erhält und wie das sprachregionale Gleichgewicht neu austariert wird.

Genf und Aargau in der Poleposition

Die Genfer Kandidatin Céline Amaudruz gilt als aussichtsreiche Anwärterin auf den freien Sitz. Laut Blick spricht für die 47-Jährige, dass sie als Vertreterin der Romandie den Sprachproporz wahren würde und auf den Waadtländer Parmelin folgen könnte. Genf, mit rund 520’000 Einwohnern der sechstgrösste Kanton, ist seit 2011 nicht mehr in der Landesregierung vertreten.

Der Aargau bringt ebenfalls gewichtige Argumente in die Debatte ein. Jean-Pierre Gallati könnte für den viertgrössten Kanton der Schweiz ins Rennen gehen. Mit über 720’000 Einwohnern liesse sich ein Sitz für den Aargau statistisch begründen, schreibt Blick. Ein solcher Schritt würde jedoch das sprachregionale Gleichgewicht verschieben, da er zulasten der Romandie gehen würde.

Genf und Aargau hoffen auf einen Bundesratssitz 2026

Lange Wartezeiten und regionale Ambitionen

Auch der Kanton Solothurn meldet Ansprüche an. Der SVP-Kandidat Remy Wyssmann könnte laut Blick mit dieser langen Abwesenheit argumentieren.

Andere Regionen stehen vor deutlich schwierigeren Ausgangslagen:

  • Tessin: Mit Ignazio Cassis ist der Kanton bereits vertreten; ein zweiter Sitz würde das Gewicht der italienischsprachigen Schweiz im Gremium stark erhöhen.
  • Bern und Zug: Beide Kantone stellen bereits ein Mitglied der Landesregierung. Für Pierre Alain Schnegg (Bern) und Thomas Aeschi (Zug) ist eine zusätzliche Vertretung politisch umstritten.
  • Wallis: Nach dem Rücktritt von Viola Amherd Anfang 2025 ist die Zeitspanne seit der letzten Vertretung für die Kandidaten Michael Graber und Franz Ruppen laut Blick noch zu kurz.

Die Kantone ohne Vertretung

Fünf Kantone waren seit der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 noch nie in der Landesregierung vertreten: Jura, Nidwalden, Schaffhausen, Schwyz und Uri. Während Schwyz bereits in diesem Jahr einen Vorstoß wagte, bleibt die föderalistische Forderung dieser Regionen weiterhin bestehen.

Zürich, der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz, fehlt seit dem Rücktritt von Ueli Maurer im Jahr 2022 im Gremium. Obwohl der Kanton historisch oft vertreten war, verzichteten mit Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und Nationalrat Thomas Matter zwei potenzielle Kandidaten auf eine erneute Chance. Laut Blick scheint auf Zürich derzeit ein Bundesratsfluch zu lasten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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