Niclas Füllkrug erzielte am Samstag beim 2:0-Sieg von Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim im Weserstadion sein neuntes Saisontor und stellte damit einen über 40 Jahre alten Vereinsrekord von Rudi Völler ein. Mit nunmehr sieben Bundesligaspielen in Serie mit mindestens einem Treffer führt der Stürmer die Torschützenliste an und empfiehlt sich damit für anstehende Länderspiele.
Im Weserstadion lief die 57. Minute, als sich Niclas Füllkrug nach einem langen Ball im Mittelfeld gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und den Ball wuchtig unter die Latte hämmerte. Das Tor zum 1:0 brach den Bann in einer intensiven Partie gegen den unglücklichen Angstgegner und brachte Werder Bremen den ersten Heimsieg gegen die Kraichgauer seit 2014 ein. Kurz vor Schluss machte der eingewechselte Eren Dinkci mit dem Treffer zum 2:0 in der 82. Minute den Deckel auf die Begegnung des achten Bundesliga-Spieltags.
Unter der Woche hatten beide Teams im DFB-Pokal Enttäuschungen hinnehmen müssen, als Bremen mit 2:3 bei Borussia Dortmund verlor und Hoffenheim im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen den Zweitligisten Holstein Kiel ausschied. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune, die nach sieben Partien zwölf Zähler auf dem Konto hatte und auf Rang sechs stand, wollte an der Weser vor 39.807 Zuschauern den Anschluss an die oberen Tabellenplätze wahren. Die TSG Hoffenheim reiste unter Trainer Christian Ilzer an, der wegen starker Verletzungssorgen im Kader auf Nachwuchskräfte wie den 18-jährigen Debütanten Natnael Abraha sowie den 36-jährigen Klaus Gjasula zurückgreifen musste. Bereits nach einer Viertelstunde musste Werders Kapitän Mitchell Weiser angeschlagen den Platz verlassen und wurde durch Eren Dinkci ersetzt.
Wie Füllkrug den Rekord von Rudi Völler einstellte
Mit seinem neunten Treffer im achten Ligaspiel hat der 33-jährige Angreifer eine historische Bestmarke an der Weser egalisiert. In sieben aufeinanderfolgenden Bundesliga-Partien jeweils mindestens ein Tor zu erzielen, war im Bremer Trikot zuvor einzig Rudi Völler in der Saison 1982/83 gelungen. Während Völler damals in dieser Serie auf acht Tore kam, übertrifft Füllkrug diese Quote mit bereits neun Toren im gleichen Zeitraum. Zusammengenommen mit seinen Toren im DFB-Pokal in Dortmund ist er der erste Werder-Profi seit Gründung der Bundesliga zur Saison 1963/64, der in acht Pflichtspielen nacheinander traf.
Auf den Vergleich mit der Bremer Legende angesprochen, zeigte sich der Torjäger nach Abpfiff gewohnt geerdet. Natürlich freut mich das. Aber Rudi bleibt eine Legende
, sagte Füllkrug am Mikrofon.
Die Debatte um eine DFB-Rückkehr unter Jürgen Klopp
Die herausragende Form des Angreifers wirft unweigerlich die Frage auf, ob er nach längerer Abwesenheit in den Kader der Nationalmannschaft zurückkehren wird. Bundestrainer Jürgen Klopp hatte bei seinem Amtsantritt nach einer verkorksten Weltmeisterschaft einen Neuaufbau ausgerufen und im September einen 44 Spieler umfassenden Premieren-Kader berufen, der jung und dynamisch sein sollte und in dem für den Routinier kein Platz war. Klopp verwies auf das fortgeschrittene Alter des Stürmers, der in 24 Länderspielen 14 Treffer erzielt hat, und betonte dessen geringere Eignung für ein von hohem Tempo und intensivem Pressing geprägtes Spiel.

Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, ist aber 33. Das ist nicht meine Schuld. Wir haben eine Gegenwart, eine mittelfristige Zukunft und eine langfristige Zukunft. In der Gegenwart kann es natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch. Langfristig, ja, also da müssen wir jetzt mal sehen …
Jürgen Klopp, Bundestrainer, via DAZN
Angesichts der Tatsache, dass Füllkrug in sieben Bundesliga-Partien in Serie getroffen hat und mit neun Toren aus acht Einsätzen glänzt, wächst die Diskussion um die Frage, ob Form und Torabschluss schwerer wiegen als Alter und Belastungsrisiken. Füllkrug selbst gab sich zuletzt gelohnt abwartend. Da verstehe ich das dann, wenn das der Fall sein sollte. Und wenn nicht, können wir immer noch darauf reagieren
, erklärte er mit Blick auf eine mögliche Nichtnominierung für die kommenden Aufgaben.
Tabellenplatz fünf und die nächsten Aufgaben für Werder
Trainer Daniel Thioune mahnte zwar, die Momentaufnahme nicht überzuinterpretieren, lobte jedoch die mannschaftliche Geschlossenheit. Auch Teamkollegen wie Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann zollten dem Angreifer Respekt und erklärten, dass die TSG der Situation mit einem fehleranfälligen Defensivverhalten selbst Vorschub geleistet hatte.
Niclas Füllkrug trifft, wie er will, und übertrumpft Rudi Völler. Er ist der erste Bremer, der in acht Pflichtspielen in Folge ein Tor schießt. Für Füllkrug bleiben Rekorde jedoch zweitrangig. Vielmehr konzentriert er sich auf die gelungene Teamleistung gegen Hoffenheim. 🎙️ pic.twitter.com/0OJorPsoMD
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Für die TSG Hoffenheim bedeutet die Auswärtsniederlage hingegen einen weiteren Rückschlag, womit das Team von Christian Ilzer nach acht Partien erst drei Siege auf dem Konto hat. Während die Kraichgauer am Sonntagabend den FC Schalke 04 empfangen, reist Werder Bremen am nächsten Spieltag am Samstagabend zum schweren Auswärtsspiel zum VfB Stuttgart.
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