Borussia Dortmund hat am 27. Oktober 2026 das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Nach einer 2:0-Führung und dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Werder Bremen sicherte Marcel Sabitzer den 3:2-Sieg der Gastgeber im Signal-Iduna-Park erst in der Nachspielzeit durch einen direkten Freistoß.
Im ausverkauften Signal-Iduna-Park schien Borussia Dortmund zunächst einen souveränen Abend zu erleben. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovač legte vor 81.365 Zuschauern furios los und dominierte die erste Halbzeit nach Belieben. Bereits in der sechsten Minute brachte Serhou Guirassy nach einer Vorarbeit von Julian Ryerson den BVB in Führung. Nur wenige Minuten später erhöhte Carney Chukwuemeka nach einer Ablage von Jobe Bellingham hochverdient auf 2:0 (17.).
Die Dortmunder legten in der zweiten Runde des DFB-Pokals vor den heimischen Fans furios los, nachdem 18 Tage zuvor die beiden Traditionsvereine in der Bundesliga 2:2 gespielt hatten. Die beiden Tore durch Serhou Guirassy und Carney Chukwuemeka entstanden jeweils aus anspruchsvollen Angriffskombinationen. Vor der Pause spielte der Revierklub einen Fußball, der Bremen erdrückte. Trainer Niko Kovač erklärte später zu dem Treffer in der Nachspielzeit, dass Nico Schlotterbeck vorgeschlagen hatte, Daniel Svensson flanken zu lassen, er selbst aber von draußen reingerufen habe, dass Sabitzer schießen solle. Der Österreicher schoss, traf, und die Süd bebte. Der BVB beendete mit diesem Kraftakt eine schwarze Pokalserie gegen Werder Bremen, nachdem man zuvor drei Pleiten in Folge hinnehmen musste und erstmals seit Januar 2008 wieder gegen die Norddeutschen gewann. Der BVB, der in den vergangenen fünf Spielzeiten nie über das Pokal-Viertelfinale hinausgekommen war, löste damit seine erste Aufgabe in einer wegweisenden Woche. Für die Aufgabe musste Trainer Niko Kovač auf den gesperrten Ramy Bensebaini sowie auf Konstantinos Karetsas verzichten, da der junge Grieche nach seiner Bänderverletzung im Fuß noch nicht wieder einsatzfähig ist.
Das Dortmunder Pressing und Gegenpressing griff in dieser Phase nahezu fehlerlos. Werder Bremen fand gegen das Tempo und die Passschärfe im Mittelfeld, wo Felix Nmecha und Joey Veerman das Spiel lenkten, kaum Mittel. Ein weiterer Treffer von Guirassy wurde vom Videoassistenten wegen Abseits aberkannt (14.), und auch nach dem Seitenwechsel verpassten es die Hausherren durch Nmecha und Chukwuemeka, die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Niclas Füllkrug schockt den BVB mit einem späten Doppelschlag
Werder-Trainer Daniel Thioune reagierte nach knapp einer Stunde und brachte unter anderem Niclas Füllkrug und Mitchell Weiser in die Partie. Die Einwechslungen veränderten das Spiel komplett. Nach einem Foul an Mick Schmetgens im Strafraum trat Füllkrug zum Elfmeter an und verwandelte diesen in der 65. Minute sicher zum Anschluss.
Wenige Minuten später tankte sich Füllkrug im Alleingang durch das Mittelfeld und glich zum 2:2 aus (69.). Plötzlich stand die Dortmunder Abwehr tief unter Druck. Kurz darauf hatte Werder durch Mitchell Weiser sogar die große Chance auf die Führung, verpasste den Auswärtscoup jedoch knapp (75.).
Wir hatten die Chance, es ganz zu drehen, deswegen tut es sehr weh.
Daniel Thioune, Trainer Werder Bremen
Marcel Sabitzer sorgt für den späten Dortmunder Sieg
Als alles bereits auf eine Verlängerung hindeutete, schlug der BVB in der Nachspielzeit noch einmal zu. Nach einem Foul an Felix Nmecha an der Strafraumgrenze trat Marcel Sabitzer zum direkten Freistoß an. Der Österreicher schlenzte den Ball aus 20 Metern halblinker Position unhaltbar für Werder-Torhüter Mio Backhaus in den Winkel (90.+3).

Das ist einer der emotionalsten Momente im BVB-Trikot.
Marcel Sabitzer, Spieler Borussia Dortmund
Trotz des späten Weiterkommens fiel das Fazit in Dortmund durchwachsen aus. Trainer Kovač sprach von einem glücklichen Sieg und bemängelte den Kontrollverlust in der zweiten Hälfte. Sportgeschäftsführer Lars Ricken räumte ein, dass die Stimmung in der Kabine nach dem Schlusspfiff keineswegs euphorisch gewesen sei. Für den BVB geht die Reise im DFB-Pokal damit im Achtelfinale weiter, während auf die Mannschaft die kommenden Aufgaben in der Bundesliga warten.
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