John Malkovich hat für seine Rolle in Martin McDonaghs Film Wild Horse Nine den Volpi-Cup als bester Hauptdarsteller bei den Filmfestspielen von Venedig gewonnen. Die Auszeichnung, die am 12. September bekannt gegeben wurde, bringt dem 72-jährigen Schauspieler frischen Rückenwind im Rennen um eine Oscar-Nominierung.
Die Filmfestspiele von Venedig brachten John Malkovich eine internationale Ehrung ein, die seine Chancen im kommenden Oscar-Rennen spürbar erhöht. Der Schauspieler wurde am 12. September mit dem Volpi-Cup für die beste männliche Hauptleistung ausgezeichnet. Geehrt wurde er für seine Darbietung in dem von Martin McDonagh geschriebenen und inszenierten Film Wild Horse Nine, wie aus Berichten hervorgeht.
Die Rolle in Wild Horse Nine und das historische Setting
In dem Werk schlüpft der 72-jährige Darsteller in die Rolle von Chris, einem gealterten CIA-Agenten mit angeschlagener Gesundheit. Zusammen mit seinem langjährigen Partner Lee, der von Sam Rockwell verkörpert wird, erhält er den Auftrag, von Santiago kurz vor dem chilenischen Militärputsch im Jahr 1973 auf die Osterinsel zu reisen. Der von Steve Buscemi dargestellte Vize-Bureauchef MJ schickt die beiden Agenten auf diese Mission, während sie sich mit ihrer Vergangenheit und aktuellen Verschwörungen auseinandersetzen müssen.
Zu den weiteren Figuren zählen zwei rebellische Studentinnen, gespielt von Mariana di Girolamo und Ailín Salas, deren Verbindungen zu Chris die Mission zu gefährden drohen. Das Projekt markiert für McDonagh den ersten Spielfilm seit The Banshees of Inisherin, welcher im Jahr 2023 neun Oscarnominierungen erhielt. Die Dreharbeiten auf der Osterinsel, auch bekannt als Rapa Nui, fanden unter strengen Bedingungen statt; Produzent Graham Broadbent erklärte gegenüber Deadline, dass es sich dabei erst um den zweiten Film handle, der jemals dort gedreht wurde.
Der Weg zum Preis und die Reaktionen in Venedig
Bereits bei der Weltpremiere am 3. September im Rahmen der Filmfestspiele sorgte das Projekt für Aufsehen. Das Publikum im Sala Grande spendete dem Film eine stehende Ovation, die auf rund 13 Minuten beziffert wurde. Malkovich zeigte sich während des lang anhaltenden Applauses sichtlich emotional und kämpfte mit den Tränen, während er gemeinsam mit seinen Filmpartnern Sam Rockwell, Parker Posey, Steve Buscemi, Mariana di Girolamo und Ailín Salas auf der Bühne stand.
Da der Schauspieler zum Zeitpunkt der Abschlussgala bereits wieder in Montreal vor der Kamera stand, konnte er die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen. Er wandte sich stattdessen per Videobotschaft an die Festivalbesucher.

John Malkovich, Schauspieler, erklärte in einer Videobotschaft, dass er sich nie in Konkurrenz zu anderen fühle, da er deren Arbeit im Allgemeinen liebe, und fügte hinzu, dass das Schönste sei, dass der Film Aufmerksamkeit erhalte und mehrere großartige Darsteller darin mitwirkten, während er betonte, dass der wunderbar geschriebene und inszenierte Film genau das sei, was ihm am wichtigsten sei.
Den Gedanken an einen Rücktritt von der Leinwand wies er derweil zurück und erklärte, dass er weiterhin arbeiten wolle, bis die Branche ihn in den Ruhestand schicke.
Historischer Kontext und die Oscar-Aussichten
Sollte Malkovich eine Nominierung als bester Hauptdarsteller erhalten, wäre dies ein bedeutender Meilenstein in seiner Karriere. Zwar blickt der Künstler auf eine lange Laufbahn zurück, doch seine bislang einzigen beiden Oscar-Nominierungen erhielt er in den 1980er und 1990er Jahren in der Kategorie für den besten Nebendarsteller. Seine erste Nominierung verbuchte er 1985 für das Drama Places in the Heart, gefolgt von einer zweiten Nennung 1994 für seine Darstellung in dem Thriller In the Line of Fire an der Seite von Clint Eastwood. Eine Auszeichnung in einer Hauptkategorie konnte er bisher jedoch noch nicht erringen.
In den aktuellen Prognosen für die anstehende Preisverleihungssaison wird Malkovich unter anderem neben Namen wie Matt Damon, Tom Cruise, Robert Pattinson und Andrew Scott als Mitbewerber in einem stark besetzten Feld gehandelt. Das Werk erhält durch den Volpi-Cup nun spürbaren Rückenwind, während die Veröffentlichung in den US-Kinos für den 6. November angesetzt ist.