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Welt

Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabiens Waffenlager

Die schiitische Huthi-Miliz im Jemen hat am Sonntagabend erneut saudi-arabische Ziele in der Hafenstadt Mokka angegriffen, wobei mindestens sieben Menschen getötet und 20 verletzt wurden. Der Angriff folgt auf eine Seeblockade der Huthis gegen Saudi-Arabien und verstärkt die regionalen Spannungen im Irankrieg.

Die Huthi-Miliz, mit dem Iran verbündet, griff am Sonntagabend erneut die saudi-arabische Hafenstadt Mokka im Jemen an. Laut Angaben der jemenitischen Armee verwendeten die Rebellen ballistische Raketen und Drohnen, um ein Wohnviertel zu bombardieren. Mindestens sieben Zivilisten und militärische Angehörige seien getötet worden, berichtete die Armee auf X. Die Huthis begründeten den Angriff mit einer angeblichen Verletzung des Jemen-Luftraums durch saudische Drohnen. Der Angriff sei „ein präziser Treffergewesen, teilte ein Huthi-Militärsprecher auf Telegram mit. Die jemenitische Armee schrieb auf X, dass die Huthis ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel geschossen hätten. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen.

Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabiens Waffenlager

Die Hafenstadt Mokka, nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, ist ein Zentrum der Schifffahrt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Der Angriff erfolgte, nachdem die Huthis bereits eine staatliche Ölraffinerie in Saudi-Arabien attackiert hatten. Die saudische Regierung bestätigte ein Feuer in einer Anlage des Ölkonzerns Aramco. Einsatzkräfte hätten den Brand gelöscht, Verletzte habe es nicht gegeben. Zuvor hatten die Huthis auch mehrere saudi-arabische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen. Der Angriff auf die Hafenstadt Mokka sei „ein präziser Treffergewesen, teilte ein Huthi-Militärsprecher mit. Die Miliz begründete den Angriff mit einer angeblichen Verletzung des Luftraums im Jemen durch saudische Drohnen.

Der Konflikt zwischen den Huthis und Saudi-Arabien hat sich durch den Irankrieg erheblich verschärft. Saudi-Arabien unterzeichnete am Freitag ein neues Verteidigungsabkommen mit der Türkei und Pakistan, das die kollektive Abschreckung gegen Aggressionen stärken soll. Dieses Abkommen sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle drei angesehen wird, ähnlich wie in der NATO. Die Huthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa, und haben seit Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Sie greifen laut eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer und Ölanlagen im Königreich an. Die Miliz argumentiert, dass diese Maßnahmen notwendig seien, um die Blockade des Jemens zu beenden, die seit Jahren durch eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition verhängt wird.

Im Konflikt mit Saudi-Arabien

Die Huthi-Miliz hatte 2014 die Kontrolle über weite Teile des Jemen übernommen. Infolgedessen begann ein Bürgerkrieg in dem Land. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin. Saudi-Arabien unterstützt die staatliche Armee im Jemen gegen die Rebellen. Die von der UNO vermittelte Waffenruhe von 2022 ist faktisch hinfällig, da die gegenseitigen Angriffe die Feuerpause zerstört haben. Der Bürgerkrieg im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien.

Jemen: Huthis verstärken Angriffe auf Saudi-Arabiens Waffenlager
Photo: FAZ

Die Huthi-Angriffe haben sich in den letzten Wochen dramatisch verstärkt, wobei auch die internationale Regierung im Jemen in den Konflikt hineingezogen wurde. Ein Militärsprecher der Regierung in Aden verkündete am Samstag, dass Truppen der Regierung die Huthi an mehreren Fronten angegriffen hätten. Dies folgte auf Huthi-Beschuss von Stützpunkten der Regierungskräfte, der eine erhebliche Zahl von Todesopfern forderte. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnte vor einem „größeren Risiko eines abermaligen groß angelegten Konflikts“. Er betonte, dass der jemenitische Bürgerkrieg nicht nur eine lokale Angelegenheit sei, sondern auch in eine „umfassende regionale Konfrontationhineingezogen werde.

Jemen: Der Krieg Saudi-Arabiens mit den Huthi eskaliert

Die Huthi-Miliz hat sich zu einer bedeutenden Akteurin im regionalen Machtspiel entwickelt. Ihr Vorgehen zeigt, wie eng der Konflikt mit dem Irankrieg verknüpft ist und wie er die globale Schifffahrt sowie die internationale Sicherheit beeinflusst. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung kritisch, da der Jemen ein Schlüsselgebiet für den Welthandel darstellt. Die Huthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa, und haben seit Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Sie greifen laut eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer und Ölanlagen im Königreich an.

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Photo: n-tv.de

Zukünftige Entwicklungen

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Photo: ZEIT

Die Eskalation des Konflikts wirft Fragen über die Zukunft der jemenitischen Waffenruhe auf. Die von der UNO vermittelte Waffenruhe von 2022 ist faktisch hinfällig, da die gegenseitigen Angriffe die Feuerpause zerstört haben. Experten wie Farea al-Muslimi von der Denkfabrik Chatham House warnen, dass die Huthi einen „voll entfesselten Kriegriskieren, was Iran zugutekommt, aber auch eigene Interessen verfolgt.“ Die Situation bleibt instabil, da Saudi-Arabien auch innere Konflikte mit Verbündeten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten hat. Die Emirate unterstützten südjemenitische Separatisten des Southern Transitional Council (STC), die eine Bedrohung für die saudische Politik darstellen. Die saudische Luftwaffe bombardiert seitdem STC-Truppen und emiratische Waffenlieferungen, was die politische Einheit des Jemens weiter untergräbt.”

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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