Drei Jahre nach seinem Heisman-Triumph an der LSU ist Quarterback Jayden Daniels bei den Fans seines alten College-Teams in Ungnade gefallen. Während des Clemson-Spiels im Tiger Stadium wurde der NFL-Profi der Washington Commanders auf der Videoleinwand massiv ausgebuht, nachdem ein juristischer Streit um sein Namensrecht und Trikot Nummer 5 eskaliert war.
Buhrufe im Tiger Stadium: Die Reaktionen auf Jayden Daniels
Es war ein abrupter Absturz in der Beliebtheitsskala für einen Spieler, der die Universität in Baton Rouge erst im Jahr 2023 zu einer herausragenden Bilanz von 10:3 Siegen führte und dabei als bester Quarterback des Landes mit der Heisman Trophy ausgezeichnet wurde. Als im Rahmen des Clemson-Spiels am Samstagabend eine Videosegment-Präsentation mit dem Titel NFLSU
über die Anzeigetafeln lief und ehemalige LSU-Profis in der NFL zeigte, schlug die Stimmung im Stadion schlagartig um. Sobald das Bild von Jayden Daniels und K’Lavon Chaisson von den Washington Commanders eingeblendet wurde, erhoben sich lautstarke Buhrufe von den Rängen der mehr als 100.000 anwesenden Zuschauer.
Die feindselige Reaktion im Stadion kam für Beobachter wenig überraschend, nachdem in den Wochen zuvor bereits die sozialen Medien überkocht waren. Grund für den Groll ist ein schwelender Streit um das Namensrecht, das Image und den Verbleib der legendären Trikotnummer 5.
Der juristische Streit um die Nummer 5 und das LSU-Erbe
Der Auslöser für die Kontroverse war eine Unterlassungserklärung, die Daniels und sein juristischer Vertreter im August an den Sportdirektor der LSU, Verge Ausberry, übermittelten. Darin forderte das Lager des Quarterbacks die Universität unmissverständlich auf, jede weitere kommerzielle oder werbliche Nutzung seines Namens und seines Abbilds sofort einzustellen.

Hintergrund der Eskalation war die Entscheidung der LSU, die von Daniels getragene Rückennummer 5 an den Sophomore-Cornerback DJ Pickett zu vergeben. Pickett ist damit der erste Spieler im Team, der diese Nummer seit Daniels‘ Abschied in die NFL trägt. Nach den Regeln der Universität müssen Spieler mindestens fünf Jahre nach ihrem Abgang aus dem Programm sein, bevor eine offizielle Rückennummerndie Nennung für eine Ehrung oder Ruhestand rechtfertigt. Daniels‘ Umfeld wertete die Vergabe an den Neuankommenden jedoch als mangelnden Respekt vor dessen sportlichem Vermächtnis.
Der anwaltliche Vertreter von Jayden Daniels erklärte, Jayden habe deutlich gemacht, dass er nicht wolle, dass seine Nummer an einen anderen Spieler vergeben wird, und er sei davon ausgegangen, dass seine Wünsche respektiert würden. Seine mit der Heisman Trophy ausgezeichnete Saison und alles, was er auf und neben dem Spielfeld erreicht habe, hätten seinen Platz in der Geschichte der LSU gefestigt. Zu sehen, wie seine Nummer an einen anderen Spieler vergeben wird, sei unglaublich enttäuschend und fühle sich wie ein Versagen an, die Bedeutung dessen zu ehren, was Jayden an der LSU erreicht hat.
Anwaltlicher Vertreter von Jayden Daniels, via ESPN und AOL
Die Familie des betroffenen Cornerbacks zeigte sich von den juristischen Schritten unbeeindruckt. DJ Pickett betonte in einem Mediengespräch, dass er die Nummer bereits sein ganzes Leben lang trage und sie ihm auch bei seiner Rekrutierung versprochen worden sei. Sein Vater fügte hinzu, dass der ganze Vorfall sie erst recht motiviere, die Nummer mit Stolz zu tragen.
Kritik aus den eigenen Reihen und den Medien
In den sozialen Netzwerken und Sportmedien entbrannte daraufhin eine heftige Debatte über das Vorgehen des NFL-Profis. Viele Anhänger der Tigers empfanden die juristischen Schritte gegen die eigene Alma Mater als unverhältnismäßig und undankbar.

Ein LSU-Fan in den sozialen Medien äußerte, dass es wahnsinnig kleinlich sei, für eine Schule eine Heisman zu gewinnen, um sie ein Jahr später mit juristischen Schreiben zu überziehen. 😭
LSU-Fan in den sozialen Medien, via Yahoo Sports
Auch namhafte Sportkommentatoren und ehemalige Spieler schalteten sich in die Diskussion ein. So bezeichnete der frühere Heisman-Gewinner Robert Griffin III den Schritt als colossal mistake
, während der bekannte TV-Analyst Paul Finebaum von einer der unverünftigsten Aktionen sprach, die er je im College-Sport gesehen habe. Kritiker warfen zudem der Mutter des Spielers, Regina Jackson, die zugleich als seine zertifizierte NFLPA-Vertreterin und Agentin agiert, vor, das sportliche Erbe ihres Sohnes in Baton Rouge durch ungeschicktes Management beschädigt zu haben.

Unterdessen äußerte sich Daniels selbst zu den schwelenden Differenzen und betonte, dass seine alleinige Konzentration auf seiner sportlichen Karriere in der NFL liege.
Jayden Daniels, Quarterback der Washington Commanders, teilte mit, dass es offensichtlich Angelegenheiten gebe, die zwischen seinem Team und der LSU geklärt werden müssten, und seine Hoffnung sei, dass dies im privaten Rahmen geschehe. Sein einzig persönlicher Fokus liege auf dem Football der Commanders. Ihm sei bewusst, dass das Geschäft im Football einzigartig ist, und er vertraue darauf, dass dies alles gelöst werden kann.
Jayden Daniels, Quarterback der Washington Commanders, via Yardbarker
Parallelen zu Joe Burrow und die sportliche Zukunft
In der Fan-Debatte wurden vermehrt Vergleiche zu anderen Legenden des Programms gezogen. So wiesen Anhänger darauf hin, dass die Rückennummer 9 des früheren Heisman-Gewinners und National-Championship-Siegers Joe Burrow seit dessen Abschied im Jahr 2020 von keinem anderen Spieler an der LSU getragen wurde. Dies verstärkte bei vielen Fans das Gefühl, dass Daniels von der Universität eine Sonderbehandlung erwartete, die durch offizielle Regularien jedoch zeitlich noch nicht gedeckt war.
Ob und wann der Rechtsstreit beigelegt werden kann, bleibt offen. Für die Fans im Stadion schien die Sachlage jedoch eindeutig: Bis auf Weiteres hat sich der einstige Fanliebling durch den Streit mit der Universitätsleitung viel von dem Kredit verspielt, den er sich während seiner sportlichen Glanzzeit auf dem Platz erarbeitet hatte.
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