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Technik und Wissenschaft

Jamal Musiala erklärt seine Aussetzer mit medizinischen Absencen

Nationalspieler Jamal Musiala vom FC Bayern hat seine jüngsten Aussetzer auf medizinische Absencen zurückgeführt. Professor Rainer Surges vom Universitätsklinikum Bonn erklärt das Krankheitsbild. Unterdessen spricht Musiala im Interview über seine schwere Verletzung, den WM-Auftakt gegen Curaçao und das anstehende Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste.

Epileptische Aussetzer im Profifußball: Was hinter Jamal Musialas Diagnose steckt

Der Fußballstar Jamal Musiala hat seine jüngsten Aussetzer öffentlich mit sogenannten Absencen erklärt, die auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind (WELT). Um das Krankheitsbild einzuordnen, hat Professor Rainer Surges, Direktor der Klinik für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn, die medizinischen Hintergründe erläutert.

Absencen stellen eine spezielle Form von epileptischen Anfällen dar. Dabei kommt es zu einer abrupt auftretenden Funktionsstörung des Gehirns, bei der Nervenzellen in beiden Hirnhälften krankhaft gesteigert und gleichzeitig feuern (WELT). Betroffene sind währenddessen für einige Sekunden von ihrer Umwelt abgeschottet, nehmen ihr Umfeld nicht wahr und verharren in ihrer Position.

Medizinische Einordnung von Absence-Epilepsien

Laut Professor Surges lassen sich europäische Schätzungen auf etwa 0,6 bis 1 Prozent der Bevölkerung beziffern, was für Deutschland konservativ gerechnet rund 600.000 Menschen entspricht (WELT). Bei etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen mit Epilepsie liegt eine genetische generalisierte Epilepsie vor, zu der auch diese Form gezählt wird.

Das Erkrankungsalter variiert stark. Während die kindliche Absence-Epilepsie im Alter von vier bis zehn Jahren auftritt und sich oftmals auswächst, zeigt sich die juvenile Form meist zwischen dem 13. und 20. Lebensjahr und wächst sich in der Regel nicht aus (WELT). Dennoch reagiert die juvenile Form sehr gut auf Medikamente: Rund 80 Prozent der Patienten werden dadurch anfallsfrei (WELT).

Rückkehr auf den Platz und Fokus auf die Weltmeisterschaft

Abseits der medizinischen Diskussion steht Musiala mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Fokus. Nach einem überzeugenden 7:1-Sieg zum Turnierstart gegen Curaçao, bei dem Musiala zum zwischenzeitlichen 4:1 traf, blickt der DFB-Star auf seine schwere Verletzung zurück (bild.de). Die Blessur hatte er sich exakt ein Jahr zuvor bei der Klub-WM in den USA zugezogen (bild.de).

In einem Interview äußerte sich der 23-Jährige zu seiner Verfassung: Der Treffer tat auf jeden Fall richtig gut. Ich glaube, ich war nach meiner Verletzung noch nie so glücklich wie in diesem Moment – das war sicher eines meiner besten Spiele, seitdem ich zurück bin, sagte Musiala gegenüber bild.de. Der lange Weg zurück habe viel Geduld erfordert, doch er sei in diesem Jahr vor allem als Mensch gewachsen (bild.de).

Konzentration auf das Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste

Öffentliche Debatten und Einschätzungen von TV-Experten oder Thomas Müller, der vor dem Turnierstart für die erste Elf Plädoyers für Deniz Undav abgegeben hatte, blendet Musiala bewusst aus (bild.de). Müller hatte sich vor dem Spiel gegen Curaçao per Nachricht gemeldet und viel Glück gewünscht (bild.de).

Jamal Musiala erklärt seine Aussetzer mit medizinischen Absencen
Photo: bild.de

Nach dem gelungenen Auftakt richtet sich der Blick des DFB-Teams auf die nächste Aufgabe. Die Elfenbeinküste hat zum Auftakt 1:0 gegen Ecuador gewonnen und gilt als harter Gruppengegner (bild.de). Musiala erwartet dadurch eine veränderte defensive Beanspruchung: Die Elfenbeinküste hat eine noch stärkere Offensive, da werde auch ich noch mehr defensiv arbeiten und viel Energie reinstecken müssen, erklärte der Offensivspieler gegenüber bild.de.

Jamal Musiala: Absencen bei Bayern-Star! Neurologe erklärt die Krankheit und was sie jetzt bedeutet
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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