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Welt

ISU entzieht Kamila Walijewa den neutralen Status

Russlands Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa hat ihren Status als neutrale Athletin verloren.

Entzug des neutralen Status durch den Weltverband ISU

Der Eislauf-Weltverband ISU hat dem russischen Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa den Status als neutrale Athletin entzogen. Dem Eiskunstlauf-Star ist nach Informationen von US-Nachrichtenagenturen der Status als neutrale Athletin entzogen worden. Die US-Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters beriefen sich bei ihrem Bericht jeweils auf Personen, die mit der Entscheidung vertraut waren. Demnach sei Walijewa der Status einer neutralen Athletin, der ihr für diese Saison zuerkannt worden war, wieder entzogen worden, offenbar wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien der Internationalen Eiskunstlauf-Union ISU für eine Wiederzulassung von Athleten aus Russland und Belarus verstoßen habe. Die Entscheidung wurde bekannt, wie unter anderem von Eurosport berichtet wurde. Der Entscheidung gegen Valieva und Kondratjuk sei eine individuelle Prüfung vorausgegangen, hieß es in der Mitteilung, und Einzelheiten nannte die ISU bei keinem der betroffenen Personen.

Neben Walijewa sind auch andere russische Eiskunstläufer von den Maßnahmen betroffen. Auch Eiskunstläufer Mark Kondratjuk, Olympia-Dritter von 2022 im Teamwettbewerb, erfüllt die Kriterien nicht mehr. Dem Eistanz-Paar Alexandra Stepanowa und Iwan Bukin wurde der neutrale Status erneut verweigert. Auch in russischen Medien wurde die ISU-Entscheidung vermeldet, von Walijewa gab es zunächst keine Kommentar.

Vorgaben der Internationalen Eiskunstlauf-Union für neutrale Athleten

Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer laut ISU unter neutralem Status – also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen – bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben grundsätzlich wieder starten. Voraussetzung ist, dass die Athletinnen und Athleten zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben, hatte die ISU im Sommer erklärt. Der Weltverband hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf. Als neutraler Athlet darf laut Reglement demnach nicht starten, wer den Krieg gegen die Ukraine zu irgendeinem Zeitpunkt seit Februar 2022 aktiv und öffentlich unterstützt hat. Auch die Teilnahme am Krieg oder der aktive Dienst in einer nationalen Sicherheitsbehörde Russlands oder von Belarus sind Ausschlusskriterien. Insgesamt hatten 234 Personen aus Russland und Belarus für die Saison 2026/27 Erklärungen zur Neutralität eingereicht, dazu gehören auch Mitglieder des Betreuerstabs.

ISU entzieht Kamila Walijewa den neutralen Status
Photo: sportschau.de

Nächste Schritte und juristische Optionen vor dem TAS

Die betroffenen Personen können nun vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung einlegen. Laut den US-Agenturberichten soll dem ISU ein Einspruch Walijewas gegen die Entscheidung vorliegen, der bis Mitte kommender Woche verhandelt wird. Sollte die Entscheidung unverändert bleiben, könnte die 20-Jährige nach AP-Angaben vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung einlegen.

ISU entzieht Kamila Walijewa den neutralen Status
Photo: Eurosport

Vorgeschichte der Dopingsperre und Karriereverlauf

Für Walijewa bedeutet die Entscheidung einen weiteren Rückschlag in ihrer noch jungen Karriere. Die Aberkennung des neutralen Status wäre der nächste Wendepunkt in der Karriere von Walijewa. Die damals 15-Jährige war vor den Winterspielen 2022 in Peking, bei denen sie zunächst Gold mit der Mannschaft gewann, positiv auf das Herzmedikament Trimetazidin getestet und später für vier Jahre gesperrt worden. Sie war im Dezember 2021 bei den nationalen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Walijewa hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der CAS sperrte sie daraufhin rückwirkend für vier Jahre. Da Walijewa zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als geschützte Person. Ihre Identität hätte demnach nicht öffentlich gemacht werden dürfen, doch die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Einzel endete als Skandal und mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nach einer völlig verpatzten Vorstellung nur auf dem vierten Platz. Das russische Team, zunächst Sieger des Wettbewerbs, wurde disqualifiziert und verlor nachträglich die Goldmedaille. Die Dopingsperre für Walijewa ist im Dezember 2025 abgelaufen, im Anschluss ging sie wieder bei Wettbewerben in Russland an den Start.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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