Die iranischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus am 19. Juni 2026 erneut geschlossen, um auf israelische Angriffe im Libanon zu reagieren. Die Meerenge gilt als einer der weltweit kritischsten maritimen Engpässe für den globalen Handel mit Öl, Flüssiggas und Düngemitteln. Trotz eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran, das eine freie Passage vorsah, droht die IRGC Schiffen mit Angriffen, während die Gefahr durch Seeminen die Region weiterhin destabilisiert.
IRGC-Drohungen und die Schließung der Meerenge
Die maritime Sicherheit im Nahen Osten ist erneut kollabiert. Laut einem Dokument der maritimen Sicherheitsbehörde der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) wurde die Passage durch die Meerenge faktisch unterbunden. T-Online berichtet über die erneute Schließung der Meerenge durch die iranischen Revolutionsgarden, die als direkte Reaktion auf die israelischen Militäroperationen im Libanon erfolgt. Teheran sieht in den Angriffen eine Verletzung des bestehenden Abkommens mit den Vereinigten Staaten.

Zusätzlich zu den offiziellen Dokumenten kursieren Funkdurchsagen der IRGC, in denen Schiffe vor der Durchquerung gewarnt werden. Diese Durchsagen dienen als unmittelbare taktische Warnung an die internationale Handelsflotte.
Der unabhängige Journalist Ilia Hashemi meldete zudem über seinen Telegram-Kanal, dass kleine Kanonenboote der IRGC bereits Warnschüsse in der Nähe der Straße abgegeben haben. GPS-Daten des Tracking-Dienstes Marinetraffic bestätigen die Lage: Zahlreiche Handelsschiffe in der Region haben ihre Bewegung eingestellt, was die faktische Blockade der Route untermauert.
Widersprüche zum US-Iran-Abkommen
Diese Eskalation tritt in einem Moment ein, in dem die USA den offiziellen Weg der Entspannung zu gehen schienen. Laut Deutschlandfunk hat das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando die militärischen Maßnahmen zur Durchsetzung der Blockade eingestellt, woraufhin Präsident Trump die Durchfahrt für Schiffe mit Iran-Bezug wieder erlaubte.

Das Rahmenabkommen war als strukturierter Austausch konzipiert: Die USA sollten die Blockade iranischer Häfen beenden, während der Iran im Gegenzug die freie Passage durch die Straße von Hormus gewährleisten sollte. Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung war die Verpflichtung Teherans, für einen Zeitraum von 60 Tagen auf Transitgebühren zu verzichten. Um den Verkehrsfluss zu ordnen und Kollisionen zu vermeiden, wurde eine neu geschaffene Behörde eingesetzt, die die Genehmigungen für die Passage verwaltet. Schiffe müssen dabei strikt festgelegten Routen und Zeitfenstern folgen. Die IRGC begründet die erneute Schließung nun jedoch damit, dass die US-Seeblockade gegen den Iran noch nicht vollständig aufgehoben wurde, was zu einem diplomatischen und militärischen Patt führt.
Seeminen und die Gefahr für die Handelsflotte
Selbst wenn die politische Lage stabilisiert wird, bleibt die physische Gefahr auf dem Wasser bestehen. Die Sorge vor verdeckten Sprengfallen ist real. Wie tagesschau.de meldet, warnt die Marine-Schifffahrtsleitung der Bundeswehr vor extremen Risiken bei einer Durchfahrt, da im Persischen Golf Seeminen nachgewiesen wurden. Das Regime in Teheran agiert in dieser Krise wie ein "Schleusenwärter".
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Für deutsche Reedereien war das Risiko zuletzt so hoch, dass die Marine dringend von einer Durchfahrt abriet. Fregattenkapitän Steffen Lange, Leiter des Marinekommandos, beschrieb die Situation für die Besatzungen als lebensgefährlich, da die Präsenz von Minen eine unvorhersehbare Bedrohung für die Schiffsrümpfe darstellt.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Blockade sind massiv. Während vor dem Krieg täglich mehr als 100 Schiffe die Meerenge passierten, ist das Volumen aktuell auf ein Minimum gesunken. Die gestaute Logistik führt zu erheblichen Verzögerungen in der globalen Lieferkette.
| Status der Schifffahrt | Anzahl / Details |
|---|---|
| Schiffe im Persischen Golf | ca. 3.000 |
| Schiffe in Wartestellung | 700 bis 800 |
| Festgesetzte Schiffe (insgesamt) | 57 |
| Aktuell noch festgesetzte Schiffe | 41 |
| Normalwert (vor dem Krieg) | über 100 pro Tag |
Zeitrahmen für eine Normalisierung
Eine schnelle Rückkehr zum Status quo ist unwahrscheinlich. Selbst wenn die Straße von Hormus wieder als risikolos eingestuft wird, müssen die logistischen Engpässe erst aufgelöst werden.
„Man öffnet den Korken. Da will der Sekt aus diesem engen Flaschenhals. So kann man sich das auch am Persischen Golf vorstellen.“
Experten rechnen damit, dass es drei Monate bis zu einem vollen Jahr dauern kann, bis der Verkehr von Öl, Flüssiggas und Düngemitteln wieder ein normales Maß erreicht. Die Aufstauung der Schiffe in den Warteschleifen erfordert eine langsame und koordinierte Freigabe der Routen.
Parallel dazu bleibt die militärische Komponente ungeklärt. Deutschland hat zwar Unterstützung für die Sicherung der Meerenge angeboten, doch dies setzt einen belastbaren Waffenstillstand sowie ein Mandat des Bundestages voraus. In der deutschen Demokratie ist ein solcher Einsatz im Ausland an strikte rechtliche Hürden gebunden. Ohne diese parlamentarische Grundlage bleibt die deutsche Marine in ihrer Rolle als Beraterin in Hamburg gefangen, während die globale Handelsroute weiterhin unter der unberechenbaren Dynamik zwischen dem Iran, den USA und Israel leidet.
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