Dr. Bruce Hirsch, ein Facharzt für Infektionskrankheiten bei Northwell Health, warnt am 19. Juni 2026 vor alltäglichen Gewohnheiten, die Krankheitserreger verbreiten. Laut dem New York Post gefährden unsachgemäßes Händewaschen, falsches Niesen und der übermäßige Gebrauch von Desinfektionsmitteln vor allem vulnerable Gruppen mit geschwächtem Immunsystem oder empfindlichen Magen-Darm-Trakten.
Die Risiken unsachgemäßer Hygiene im Alltag
Viele Menschen unterschätzen die Rolle von Bakterien, die den Körper besiedeln, ohne selbst Symptome auszulösen. Diese Kolonisation macht den Träger nicht krank, kann aber für andere Personen gefährlich werden. Dr. Bruce Hirsch betont, dass die bloße Entfernung von sichtbarem Schmutz nicht ausreicht, um die Übertragung potenziell gefährlicher Keime zu verhindern.„Oft sind viele von uns mit Bakterien besiedelt, mit denen wir gut zurechtkommen, die aber bei anderen Menschen Krankheiten auslösen können. Wenn eine Person mit potenziell gefährlichen Bakterien besiedelt ist, dann wird das zu einem echten Problem. Manchmal sind es nicht nur die Bakterien, sondern das, was die Bakterien tun.“

„Man sollte den gesamten Nieser genau dort hineingeben, sodass er auf eine Stelle trifft, die niemals jemand anderen oder etwas in Ihrer Umgebung berühren wird. Auf diese Weise bringt man all diese Stoffe nicht an die Hände, die den Bereich um einen herum manipulieren.“
Warum zu viel Sauberkeit schaden kann
Während Hygiene essenziell ist, warnt Hirsch vor einem Extrem: dem übermäßigen Einsatz von alkoholbasierten Desinfektionsmitteln. Manche Menschen neigen dazu, sich oder ihre Arbeitsplätze regelrecht in Desinfektionsgel zu „baden“. Dieser Trend steht im Widerspruch zur sogenannten Hygienehypothese. Die Hygienehypothese besagt, dass eine übermäßig sterile Umgebung mit einer erhöhten Häufigkeit von allergischen Erkrankungen, wie etwa Erdnussallergien bei Kindern, in Verbindung gebracht wird. Der menschliche Körper ist evolutionär auf eine Umgebung eingestellt, die Bakterien und Keime enthält.„Wir haben uns nicht in der Gegenwart von alkoholischen Händereinigungsgels entwickelt. Wir wurden zu dem, was wir sind, als Reaktion auf eine Umgebung, die oft Bakterien und Keime enthielt, und wir haben als Spezies trotzdem überlebt und uns entwickelt.“
Dr. Bruce Hirsch, MD, via New York PostDie Rolle von Infektiologen als medizinische Detektive

- Der Diagnose seltener oder komplexer Viren und Infektionen.
- Der Identifizierung des spezifischen Organismus, der Symptome verursacht.
- Der Interpretation komplexer Blutuntersuchungen.
- Der Behandlung von Infektionen, die aufgrund von Antibiotikaresistenzen nicht mehr ansprechen.
- Der Klärung unerklärlicher hoher Fieberzustände oder erhöhter weißer Blutkörperchen.
Der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen
Ein zentrales Thema der modernen Infektiologie ist die antimikrobielle Resistenz (AMR). Dr. Paige Waterman von der Uniformed Services University erklärt, dass die Entwicklung neuer Antibiotika wirtschaftlich unattraktiv ist, da sie im Gegensatz zu Medikamenten für chronische Krankheiten wie Diabetes nur über einen kurzen, definierten Zeitraum eingenommen werden. Dies führt zu einer kritischen Knappheit an wirksamen Medikamenten. Die Lösung liegt im sogenannten „Antibiotic Stewardship“ – dem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika. Dabei geht es nicht darum, Antibiotika generell zu verbieten, sondern sicherzustellen, dass das richtige Medikament beim ersten Mal eingesetzt wird.„Stewardship bedeutet mehr, als nur zu sagen, dass man ein Antibiotikum haben kann oder nicht. Es bedeutet zu überlegen: Verfolgen wir die Prävalenz und die Muster dieser Infektionen und ihre Reaktionen auf die Antibiotika, die wir haben und verwenden? Setzen wir unseren begrenzten Vorrat an Antibiotika wirklich umsichtig ein?“
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