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Welt

Iran plant Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus

Der Iran plant die Einrichtung einer neuen Sperrzone außerhalb der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Dies kündigte Mohsen Resaei, der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, im iranischen Staatsfernsehen an. Die Maßnahme erfolgt im Zuge des anhaltenden Konflikts und einer massiven Drosselung des Schiffsverkehrs in der Region.

Der Schiffsverkehr in der für den Welthandel unverzichtbaren Meerenge ist in den vergangenen Tagen drastisch eingebrochen. Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler passierten in den zehn Tagen vor der Ankündigung im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe täglich die Route. Am Samstag sank die Zahl demnach auf zwei Schiffe, während am Sonntag lediglich sechs Frachter die Passage durchquerten. LSEG-Daten zeigten zudem, dass ein Tanker aus Saudi-Arabien bei dem Versuch, die Straße von Hormus zu verlassen, umkehren musste. Seit dem vorherigen Mittwoch hat laut Kpler kein einziger Supertanker die Route passiert. In dem seit mehr als sechs Monaten andauernden Iran-Krieg ist die Straße von Hormus Schauplatz zahlreicher Gefechte. Teheran hat die für den Welthandel enorm wichtige Meerenge weitgehend blockiert, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen, wodurch die Ölpreise weltweit anstiegen.

Sperrzone und Seeblockade im Persischen Golf

Die von Teheran angekündigte Sicherheitszone soll unmittelbar vor der Küste entstehen. Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Gebiete des Persischen Golfs, erklärte Mohsen Resaei, der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, im iranischen Staatsfernsehen. Wer die neue Zone befährt, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt, führte er aus. Am Sonntag (September 6, 2026) sagte der neue Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran ferner, dass die neue Zone in den kommenden Tagen und Wochen verkündet werden soll, von der Linie der US-Seeblockade beginnen, sich zur Straße von Hormus erstrecken und von dieser Seite in den Persischen Golf hineinreichen werde. Jedes Schiff, das diesen Bereich mit der Absicht betrete, die Straße von Hormus zu passieren, und identifiziert werde, gerate auf die Sanktionsliste, so Mohsen Rezaei.

Globe at a glance: From cargo plane crash in Miami to Iran planning
Photo: firstpost.com
Diese Zone beginnt an der Blockadelinie der US-Marine und umfasst Gebiete des Golfs, führte er aus. Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Mohsen Resaei, Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, via n-tv.de

Schiffe in der Straße von Hormus
Photo: BR

Hintergrund der Spannungen ist eine wochenlange Seeblockade der USA, die iranische Häfen abriegeln und den Export von Öl verhindern soll. Das US-Militär hat mitgeteilt, dass über 20 Kriegsschiffe die Seeblockade unterstützen, die am Sonntag (September 6) 92 Handelsschiffe umgeleitet und drei außer Dienst gestellt hatte. Die Vereinigten Staaten führen neue Maßnahmen ein, um den wirtschaftlichen Druck auf den Iran nach dem Scheitern von Verhandlungen zu erhöhen, da kein Ende der sporadischen Kämpfe in Sicht ist. Die Eskalation verschärfte sich weiter, nachdem die USA am Tag vor Mohsen Rezaeis Äußerungen drei iranische Öltanker als Reaktion auf von Teheran auf US-Kriegsschiffe abgefeuerte ballistische Raketen angriffen. Experten bezeichneten die Raketenstarts als gefährliche Eskalation, nachdem frühere Angriffe Irans auf See sich gegen die Handelsschifffahrt gerichtet hatten. Der Krieg begann am 28. Februar mit US- und israelischen Luftangriffen.

Nach iranischen Behördenangaben wurden bei einem Angriff auf eine Schule am 28. Februar mehr als 100 Schülerinnen und Schüler getötet. Bis heute hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump nicht direkt die Verantwortung für den Angriff übernommen oder Erkenntnisse des Pentagons zu dem Beschuss veröffentlicht. Eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP fand Beweise dafür, dass die Schule von mindestens einer US-Rakete getroffen worden war. Der Gouverneur der Provinz Hormusgan, Mohammed Aschuri Tasiani, hat angekündigt, dass das Gebäude in ein Kriegsmuseum und Denkmal verwandelt werde. Auf dem nahegelegenen Friedhof von Minab ist ein Abschnitt den Todesopfern des Beschusses der Schule vorbehalten.

Auswirkungen auf den Kraftstoffmarkt im Iran

Die westlichen Maßnahmen und die Blockade hinterlassen spürbare Spuren in der iranischen Binnenwirtschaft. Da der Ölimport und -export stark behindert werden, macht sich die US-Seeblockade bei den Kraftstoffpreisen des Landes bemerkbar. Teheran setzt die Angriffe auf Schiffe, die versuchen, die Meerenge zu passieren, als wichtige Hebelwirkung im anhaltenden Krieg fort.

Iran plant Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus
Photo: Spiegel

Verschärfte Töne und militärische Drohungen

Die Führung in Teheran macht unmissverständlich klar, dass sie auf künftige militärische Aktionen reagieren will. Griechenland beabsichtigt unterdessen, seine Zusammenarbeit mit Israel bei der Verteidigung auszubauen und gleichzeitig die Beziehungen zu anderen Staaten im Nahen Osten zu vertiefen, wie Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Sonntag erklärte; Griechenland und Israel hatten Ende August ein Abkommen im Umfang von drei Milliarden Euro unterzeichnet, das den Bau eines Luftabwehrsystems durch Israel in Griechenland vorsieht. Parallel dazu hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Insidern zufolge die Räumung nicht genehmigter Siedler-Außenposten im Westjordanland angeordnet, um auf den Druck der USA zu reagieren, die ein härteres Vorgehen gegen Angriffe von Siedlern auf Palästinenser forderten, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Sonntag mitteilten. Wann mit den Räumungen begonnen werden soll, blieb zunächst unklar, und Stellungnahmen von Netanjahus Büro oder dem israelischen Militär lagen zunächst nicht vor.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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