New York Gouverneurin Kathy Hochul hat die Generalstaatsanwältin Letitia James mit der Leitung der strafrechtlichen Ermittlungen im Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung am Cornell University beauftragt. Der Schritt folgt auf scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft des Tompkins County, nachdem die betroffene Studentin im Rahmen einer Zivilklage und einer internen Untersuchung neue Details über die Vorfälle im Oktober 2024 öffentlich machte.
Staatsanwältin Letitia James übernimmt die strafrechtlichen Ermittlungen in Ithaca
Die juristische Aufarbeitung des Falles an der Cornell University hat eine neue Ebene erreicht. Gouverneurin Kathy Hochul berief die oberste Staatsanwältin des Bundesstaates, Generalstaatsanwältin Letitia James, als Sonderermittlerin. Vorausgegangen war ein Vertrauensverlust in die lokale Behördenarbeit.
Hochul begründete die Entscheidung mit deutlichen Worten und erklärte in einer Pressekonferenz am Freitag, dass sie das Vertrauen in die zuständige Staatsanwaltschaft verloren habe, den Fall angemessen zu beaufsichtigen, wie die BBC berichtete.
Hochul sagte, die junge Frau habe bereits etwas durchgemacht, das völlig unbeschreiblich sei, und sei dann bei jedem Schritt von Menschen und Institutionen im Stich gelassen worden, die die Pflicht gehabt hätten, sie zu schützen.
Zudem kündigte Hochul an, eine Gesetzeslücke im Bundesstaat schließen zu wollen, die es schwer macht, Vergewaltigungsvorwürfe zu erheben, wenn ein mutmaßliches Opfer freiwillig Alkohol oder Drogen konsumiert hat.
Ermittlungsakten offenbaren Vorwürfe aus dem Chi Phi Fraternity House
Oktober 2024 zwanzig Jahre alt.
Zudem sei sie in dem Studentenwohnheim vor dem mutmaßlichen Verbrechen dazu gedrängt worden, die Droge Ketamin einzunehmen.
Die damals zwanzigjährige Sophomore-Studentin schilderte in einer Anhörung der Universität, dass sie sich wie Köder fühlte. Sie äußerte gegenüber den Ermittlern, dass sie sich wie von Löwen umgeben fühlte und es ein absolut lähmender Ort zum Verweilen war.
Aus den Erkenntnissen der Untersuchung geht zudem hervor, dass die beschuldigten Chi-Phi-Studenten ein Foto von Jane Doe in einer Snapchat-Gruppennachricht teilten. Einer der Beschuldigten schrieb dazu in dem Gruppenchat über „free p—y“, woraufhin ein anderer antwortete, dass man einfach hineingehen und es herausholen könne. In einem weiteren Chatverlauf fragte ein Bruder, ob der Laden noch geöffnet sei, was mit einem „Yeabeantwortet wurde. Die Untersuchung umfasste hunderte Seiten mit Interviews der Klägerin, von 20 Zeugen sowie von sechs der sieben Männer, die in ihrer im September eingereichten Zivilklage benannt wurden.
”
Die Universität hatte die Title-IX-Untersuchung im Januar 2025 eingeleitet, nachdem die Campus-Polizei die Angaben der Studentin im November 2024 untersucht und eine sechseitige offizielle Erklärung zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft des Tompkins County übergeben hatte. Die Staatsanwaltschaft entschied damals, keine strafrechtlichen Schritte einzuleiten, zumal die Vorwürfe über die Taten im Schrank bei wechselndem Bewusstsein nicht in dem von der Polizei übergebenen Bericht enthalten waren.
Reaktionen auf dem Campus und disziplinarische Maßnahmen der Universität
Die Entwicklungen rund um die Zivilklage und die Details des Falles prägten auch das Bild an der Hochschule, wo beispielsweise Protestplakate für die Prävention sexueller Gewalt aufgehängt wurden. Die Title-IX-Untersuchung und die wiederaufgenommenen Prüfungen führten zu konkreten disziplinarischen Konsequenzen für die Beteiligten.
- Zwei der sieben beschuldigten Männer wurden von der Universität exmatrikuliert.
- Zwei weitere Studenten wurden für mindestens zwei Semester suspendiert.
- Ein beschuldigter Student hatte sein Studium bereits beendet und seinen Abschluss gemacht, bevor die Hochschule Disziplinarmaßnahmen ergreifen konnte.
- Zwei der Männer wurden im Rahmen der Untersuchung als nicht verantwortlich eingestuft.
Zudem hatte die Wiederaufnahme des Falles auch berufliche Folgen außerhalb der Universität.