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Technik und Wissenschaft

Großbritannien erlaubt ab August steckerfertige Solaranlagen

Ab dem 27. August 2026 dürfen steckerfertige Solaranlagen in Großbritannien legal verkauft und betrieben werden. Die neue Regelung erlaubt es Haushalten, kompakte Photovoltaik-Module mit einer maximalen Wechselrichterleistung von bis zu 800 Watt direkt an haushaltsübliche Steckdosen anzuschließen, um so ihre Stromkosten zu senken.

Vorbereitungen im Handel und erste Produktzulassungen

Der britische Markt für dezentrale Solarenergie steht vor einer spürbaren Veränderung. Die neuen gesetzlichen Vorgaben ermöglichen es Verbrauchern, sogenannte steckerfertige Solaranlagen unkompliziert in Gärten, auf Balkonen oder an geeigneten Wänden zu installieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Dachanlagen entfällt bei diesen kleineren Systemen die aufwendige und teure professionelle Montage, da sie vom Eigentümer selbst angebracht werden können.

Als erster Hersteller hat der britische Solarproduzent UKSOL entsprechende Produktzulassungen auf dem Connect-Direct-Register der Energy Networks Association (ENA) erhalten. Zu den zertifizierten Systemen gehören ein kompakter 460W-Einsteiger-Erdmontagesatz sowie ein leistungsstärkeres 890W-Duo-Set, die beide eine auf 800 Watt begrenzte AC-Ausgangsleistung aufweisen. Fachhändler wie City Plumbing sowie spezialisierte Online-Anbieter listen die ersten Systeme bereits zu Preisen zwischen rund 670 und 950 Pfund inklusive Mehrwertsteuer, während der Hersteller direkt etwas höhere Tarife ansetzt.

Preiserwartungen und Einsparpotenziale für Haushalte

Die britische Regierung rechnet damit, dass die Anschaffungskosten für solche Plug-in-Kits mit zunehmendem Wettbewerb und steigender Produktvielfalt auf etwa 400 bis 600 Pfund sinken werden. Bisher werden vergleichbare Anlagen in Europa in genau diesem Preisrahmen gehandelt, allerdings ohne zusätzliche Kosten für Halterungen, eventuelle Leitungsprüfungen oder neue Steckdosen.

Regierungsberechnungen zufolge können Haushalte durch den Einsatz dieser Solarmodule eine jährliche Einsparung von etwa 70 bis 110 Pfund bei ihren Stromrechnungen erzielen. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch stark von der Ausrichtung der Paneele, der Sonneneinstrahlung und dem individuellen Verbrauchsverhalten ab.

Da die erzeugte Energie direkt im Hausnetz verbraucht werden muss und überschüssiger Strom ohne Vergütung ins öffentliche Netz fließt, profitieren vor allem Personen, die tagsüber zu Hause sind und Strom kontinuierlich abnehmen.

Supermärkte und Großhändler bereiten das Angebot vor

Neben Fachbetrieben haben sich zahlreiche große Handelsketten und Baumärkte an runden Tischen der Regierung beteiligt, um den Vertrieb vorzubereiten. So führt der Discounter Lidl nach Angaben aus Regierungskreisen Gespräche über die Einführung entsprechender Technik, nachdem ähnliche Balkonkraftwerke in europäischen Filialen bereits etabliert sind. Konkrete Verkaufsstart- und Preisdetails für den britischen Markt hat das Unternehmen jedoch noch nicht offiziell bestätigt.

plugin solar panels
Photo: Theweek

Auch der Baumarktriese B&Q treibt die Planungen voran.

Sicherheitsvorgaben und technische Standards

Begleitet wird der Markteintritt von strengen Hinweisen zu Qualität und Brandschutz.

A solar panel hanging on a balcony, which also contains plants and flowers
Photo: bbc.co.uk

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Einspeisung und die Zertifizierung. Im Gegensatz zu großen Solaranlagen auf dem Dach unterliegen die steckerfertigen Geräte nicht der offiziellen Microgeneration Certification Scheme (MCS) Zertifizierung in Großbritannien. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass die Anlagen in der Regel keinen Anspruch auf Einspeisevergütungen wie die Smart Export Guarantee haben.

Zudem müssen Mieter und Wohnungseigentümer mit Pächterstatus vor der Installation prüfen, ob etwaige Mietverträge oder Hausordnungen der Nutzung im Außenbereich entgegenstehen, da die neue Gesetzgebung bestehende privatrechtliche Vereinbarungen nicht automatisch außer Kraft setzt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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