Der Schweizer Nationalmannschaftskapitän Granit Xhaka gerät in seiner Heimat ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf gefälschte Corona-Impfzertifikate eingeleitet. Xhaka weist die Vorwürfe über einen Sprecher zurück und betont seine vollständige Kooperation mit den Behörden.
Staatsanwaltschaft Luzern leitet Strafverfahren ein
Gegen den Schweizer Fußball-Nationalmannschaftskapitän Granit Xhaka läuft ein offizielles Strafverfahren. Wie die Luzerner Polizei bestätigte, stehen mutmaßlich gefälschte Corona-Impfzertifikate im Zentrum der Ermittlungen. Zuerst hatten das Schweizer Boulevardblatt «Blick» und die Nachrichtenagentur Keystone-SDA über den Fall berichtet, wie unter anderem die Tageszeitung Welt festhält.
Für den 33-jährigen Mittelfeldspieler, der in der englischen Premier League beim AFC Sunderland unter Vertrag steht, gilt die Unschuldsvermutung. Simon Kopp, Leiter der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Luzern, erklärte dazu gegenüber Medien: Es gehe darum, zu klären, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt im Zusammenhang mit einer möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung oder/und Urkundenfälschung (Corona-Zertifikate)
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Durchsuchung bei Ärztin und bevorstehende Vernehmung
Die Ermittlungsbehörden richten ihr Augenmerk neben dem Profisportler auch auf eine Ärztin aus dem Kanton Luzern. Nach Angaben von Medienberichten soll die Polizei bereits im Jahr 2023 die Praxisräume der Medizinerin durchsucht und dabei Beweismaterial sichergestellt haben. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die Ärztin, während der Pandemie Impfbestätigungen ausgestellt zu haben, obwohl die entsprechenden Schutzimpfungen bei mehreren Klienten angeblich nie stattgefunden haben sollen.
In diesem Zusammenhang ist für Anfang Oktober eine persönliche Vernehmung von Xhaka bei der Luzerner Staatsanwaltschaft angesetzt. Die Nachrichtenplattform N-TV weist darauf hin, dass der Spieler trotz der laufenden juristischen Schritte im engen Terminplan der Schweizer Nationalmannschaft für die anstehenden Partien in der Nations League eingeplant ist.
Reaktionen von Xhakas Sprecher und juristischer Beistand
Xhaka hat die Vorwürfe über seinen Sprecher Andreas Bantel entschieden zurückweisen lassen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte Bantel, dass dem Spieler eine offizielle Bestätigung der behandelnden Ärztin vorliege, dass er am 25. Januar 2022 zum ersten Mal und am 8.

Xhaka stehe den Behörden „uneingeschränkt und in voller Transparenz zur Verfügung“.”
Andreas Bantel, Sprecher von Granit Xhaka
Auch die betroffene Medizinerin weist die Anschuldigungen über ihren Rechtsbeistand zurück. Cornel Borbély, der Anwalt der Ärztin, erklärte auf Anfrage von Medienvertretern: Meine Klientin sagt, sie habe Xhaka geimpft.
Der gesamte Vorgang sei ordnungsgemäß und den amtlichen Vorgaben entsprechend verlaufen.
Haltung des Schweizerischen Fußballverbandes
Der Schweizerische Fußballverband hält sich in der Angelegenheit bislang bedeckt. Auf Anfrage des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF) teilte der Verband mit, dass Stand jetzt keine verlässlichen Informationen vorlägen und deshalb kein weiteres Statement abgegeben werde. Auch bei seinem Arbeitgeber in England wird der Fall vorerst mit Zurückhaltung beobachtet.
Das Verfahren in Luzern reiht sich in frühere Diskussionen im Schweizer Fußball um Corona-Nachweise ein, wobei im Fall von Nationalspieler Breel Embolo in der Vergangenheit beispielsweise mutmaßlich gefälschte Testzertifikate im Fokus gestanden hatten, wie unter anderem die Zeitung Bild berichtet. Xhaka selbst will sich zu den weiteren Einzelheiten des Verfahrens zunächst direkt vor der Staatsanwaltschaft äußern.
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