Es ist prompt schon zu poetisch für den Profifußball, fast schon eine Farce. Bei Fortuna Düsseldorf folgt auf Trainer Markus Anfang nun Alexander Ende. Wer an den Namen glaubt, sieht darin ein Schicksal; wer auf die Tabelle blickt, sieht pure Verzweiflung. Nach vier Niederlagen in Serie und einem schmerzhaften 1:2 gegen Holstein Kiel hat der Verein den Notausknopf gedrückt. Die sportliche Führung wollte die Situation noch „ergebnisoffen“ analysieren, doch das Ergebnis stand längst fest: Die Zeit für Experimente ist abgelaufen, bevor der Abstieg zur Gewissheit wird.
Die Illusion der Rückendeckung
Sven Mislintat, der Sportvorstand der Fortuna, hat in den letzten Tagen ein gefährliches Spiel mit den Worten getrieben. Er sprach von Vertrauen, aber er tat es im Konjunktiv. Wer genau hinhörte, bemerkte die Risse in der Fassade. Mislintat warnte öffentlich davor, in Abläufe zu geraten, die man nicht mehr korrigieren kann. Das ist kein Vertrauensvotum. Das ist eine öffentliche Ankündigung des bevorstehenden Endes.
Markus Anfang hatte die Aufgabe übernommen, ein sinkendes Schiff zu stabilisieren. Er trat an die Stelle von Daniel Thioune, doch der rettende Hafen blieb aus. Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 13 Niederlagen in 22 Spielen. Die Mannschaft rutschte gefährlich nah an die Abstiegsplätze. Nur zwei Punkte trennen die Fortuna derzeit vom freien Fall in die dritte Liga. In einer solchen Lage wird „ergebnisoffene Analyse“ zum Codewort für eine Entlassung, die nur noch auf den richtigen Zeitpunkt wartet.
Alexander Ende: Ein riskanter Neustart
Die Wahl des Nachfolgers kam schnell. Alexander Ende war die Wunschperson. Dass er erst vor knapp einem Monat bei Preußen Münster gehen musste, scheint Mislintat nicht zu stören. Im Gegenteil: Ende kennt die Liga, er kennt den Kampf um den Klassenerhalt und er ist sofort verfügbar. Die Entscheidung fiel vermutlich bereits am Samstagnachmittag oder spätestens am Sonntagmorgen.
Einige Berichte sprechen bereits von einem Vertrag bis 2028. Das wirkt fast schon paradox. Ein Verein, der kurz vor dem Absturz steht, bindet einen Trainer für zwei Jahre an sich, nachdem dieser bei seinem vorherigen Arbeitgeber gescheitert ist. Es ist ein All-In-Spiel. Die Fortuna setzt alles auf die Karte Ende, in der Hoffnung, dass ein neuer Impuls die Mannschaft aus der Schockstarre löst.
Wenn Namen zum Programm werden
Man kann über die sportliche Logik streiten, aber die linguistische Ironie ist unschlagbar. Markus Anfang geht, Alexander Ende kommt. Im Fußball gibt es diese Momente, in denen die Realität wie ein schlechter Witz wirkt. Es erinnert an die absurden Namenszufälle, die den Sport seit Jahrzehnten begleiten – von Spielern wie Sam Schreck bis hin zu Exoten wie Joel Indermitte, der derzeit in Estland Co-Trainer ist und in den sozialen Medien fast schon als scherzhafter Alternativkandidat für Düsseldorf auftaucht.
Doch hinter den Wortspielen verbirgt sich eine harte Wahrheit. Ein Trainerwechsel ist oft nur ein kosmetischer Eingriff an einer tiefen Wunde. Die Fortuna hat in den letzten vier Spielen neun Gegentore kassiert. Die Defensive ist ein offenes Scheunentor, die Offensive zu zögerlich. Alexander Ende erbt kein funktionierendes Team, sondern eine demoralisierte Truppe, die Angst vor dem Fehler hat.
Ob dieser „Ende“ nun tatsächlich den Anfang einer Rettung markiert oder lediglich den finalen Akt einer gescheiterten Saison einleitet, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Zeit drängt. Mislintat wollte jeden Stein umdrehen. Jetzt liegt der letzte Stein bei Alexander Ende.
Warum wurde Markus Anfang entlassen?
Die Entscheidung fiel nach einer Serie von vier Niederlagen in Folge, zuletzt einem 1:2 gegen Holstein Kiel. Die sportliche Bilanz von 13 Niederlagen in 22 Spielen und die unmittelbare Nähe zu den Abstiegsplätzen machten einen Trainerwechsel aus Sicht der Vereinsführung unumgänglich.
Wer ist Alexander Ende und welche Erfahrung bringt er mit?
Alexander Ende war bis vor etwa einem Monat Trainer bei Preußen Münster, einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Er ist somit mit der aktuellen Drucksituation und den Anforderungen der Liga bestens vertraut.
Welche Auswirkungen hat dieser Wechsel auf den Klassenerhalt?
Der Wechsel könnte kurzfristig für neue Impulse sorgen und die psychologische Blockade der Mannschaft lösen. Da Fortuna jedoch nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz steht, bleibt das Risiko hoch, dass ein Trainerwechsel allein nicht ausreicht, um die defensive Instabilität in den Griff zu bekommen.