Ford hat den Basispreis seines kommenden Elektro-Pickups Fathom auf 28.350 US-Dollar festgelegt und gleichzeitig neue Heimladegeräte vorgestellt, die bidirektionales Laden ohne teure Zusatzinverter ermöglichen. Der Wagen soll voraussichtlich im vierten Quartal 2027 in den Handel kommen und setzt auf eine im Fahrzeug integrierte Elektronik.
Preise und technische Eckdaten des Ford Fathom
Der Automobilkonzern beziffert den Einstiegspreis für den Fathom mit Standardreichweiten-Batterie auf 28.350 US-Dollar, zuzüglich einer Übernahmegebühr von 1.595 US-Dollar. Damit positioniert sich das neue Modell deutlich unterhalb größerer Elektro-Trucks und knapp neben Konkurrenzmodellen wie dem Blank Slate Truck, das bei 24.950 US-Dollar zuzüglich einer Destination-Gebühr von 1.450 US-Dollar startet.
Für die Produktion des neuen Universal-EV-Modells investiert Ford 2 billion US-Dollar in die Umrüstung des Werks in Louisville, Kentucky. Dort durchläuft der Fathom bereits intensive Erprobungen.
Der Wagen wird als Universal EV entwickelt und stützt sich auf eine Plattform, die nach der Übernahme des Technologieunternehmens Auto Motive Power im Jahr 2023 weiterentwickelt wurde. Die Übernahme brachte dem Konzern neben dem Standort in Santa Fe Springs, Kalifornien, auch ein Team von knapp 150 Mitarbeitern ein. Während Konkurrenten wie Slate auf Infotainment-Bildschirme im Cockpit verzichten und die Nutzung von Smartphones voraussetzen, setzt der Fathom auf vertraute Technik.

Bidirektionales Laden und Integration in das Heimnetz
Das entscheidende technische Merkmal des Fathom ist die Integration des Inverters direkt in die Fahrzeugelektronik, genauer gesagt in den sogenannten E-Box-Modulbereich, der eines von fünf großen Modulen der elektrischen Architektur darstellt. Durch diese Modifikation will Ford die Hardware-Kosten für Hausbesitzer massiv senken. Bisherige Systeme wie beim F-150 Lightning erforderten einen externen, wandmontierten Inverter zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom.
- Home Power Station: Ein Gerät zur Steuerung des Energieflusses, das den Ladevorgang bei niedrigen Stromtarifen regelt und Strom bei Bedarf ins Haus zurückspeist. Die Kosten sollen rund 50 Prozent unter denen des Charge Station Pro der ersten Generation liegen und etwa 650 US-Dollar betragen.
- Home Backup Power: Ein Paket aus der Power Station und dem zusätzlichen Home Backup Panel, welches das Laden bei Stromausfällen sicherstellt. Ford kalkuliert hier mit Kosten, die mindestens 60 Prozent unter dem Preis des früheren Home Integration Systems von 5.200 US-Dollar liegen.
Der Lkw selbst soll in der Lage sein, mehr als 10 Kilowatt Wechselstrom an einen Haushalt abzugeben. Damit lassen sich wesentliche Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Klimaanlagen für etwa einen halben Tag betreiben. Um regulatorische Hürden bei der Netzeinspeisung zu verringern, hat Ford eine Arbeitsgruppe mit großen Energieversorgern ins Leben gerufen, zu denen American Electric Power, BC Hydro, Consumers Energy, Exelon und Pacific Gas and Electric Company gehören. Das System erfüllt dabei relevante Sicherheits- und Interoperabilitätsstandards wie UL 1741, IEEE 1547 sowie die SAE J3068 Kommunikationstechnologie.
Jim Farley und die Finanzen des Unternehmens
Während einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen im dritten Quartal 2026 äußerte sich Ford-Chef Jim Farley äußerst positiv über das neue Fahrzeug. Nach eigenen Testfahrten auf dem Testgelände in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sprach Farley von einer völlig neuen Erfahrung.

Wow! Es hat mich völlig umgehauen. Die Beschleunigung von 0 auf 60, das riesige Platzangebot im Innenraum und das freihändige ADAS-Erlebnis waren wie etwas, das ich noch nie zuvor erlebt habe.
Jim Farley, CEO von Ford Motor Co.
Der Zeitplan für den Marktstart
Der Fathom befindet sich in der Testphase und bleibt für das Modelljahr 2028 eingeplant.
So hat Ford die genauen Endpreise für die erforderliche Backup-Hardware noch nicht detailliert beziffert. Zudem ist unklar, ob der Fathom eine 240V 30-amp Steckdose auf der Ladefläche erhalten wird, wie Torque News anmerkte, da diese Funktion beim bisherigen F-150 Lightning über ein separates Pro Power Onboard System realisiert wurde.
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