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Sport

FIFA sperrt Leandro Paredes nach Tumulten im WM-Finale für zehn Spiele

August drakonische Strafen gegen den argentinischen Fußballverband AFA sowie mehrere Spieler und Offizielle verhängt. Anführer Leandro Paredes erhielt eine Sperre von zehn Länderspielen und eine Geldbuße in Höhe von 90.000 US-Dollar.

Drakonische Sperren und Geldstrafen für argentinische Spieler nach dem WM-Endspiel

Juli 2026 in East Rutherford ziehen harte disziplinarische Konsequenzen nach sich. Wie der Fußball-Weltverband FIFA am Freitag bekannt gab, trifft die härteste individuelle Strafe den argentinischen Mittelfeldspieler Leandro Paredes. Der Spieler von den Boca Juniors wurde für zehn Länderspiele gesperrt und muss eine Geldstrafe von 90.000 US-Dollar, umgerechnet rund 77.000 Euro, zahlen.

Auslöser für die Sanktion waren Tätlichkeiten und Tumulte unmittelbar nach dem Schlusspfiff der Partie gegen Spanien. Berichten zufolge rastete Paredes nach der 0:1-Niederlage aus und attackierte den spanischen Gegenspieler Gavi. Er griff den Barcelona-Profi am Trikot, traf ihn mit der Hand im Gesicht und stieß ihn zu Boden, nachdem er zuvor bereits Eric Garcia geschubst hatte.

Neben Paredes belegte die Disziplinarkommission weitere Mitglieder der argentinischen Delegation mit empfindlichen Strafen. Nahuel Molina von der AS Roma erhielt wegen eines Schlags mit der Faust gegen die Brust des spanischen Kapitäns Rodri eine Sperre von sieben Spielen sowie ebenfalls eine Geldbuße von 90.000 US-Dollar. Thiago Almada von River Plate wurde für ein Spiel gesperrt und zur Zahlung von 30.000 US-Dollar verurteilt. Auch der argentinische Co-Trainer Roberto Ayala muss eine Drei-Spiele-Sperre antreten und eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 US-Dollar entrichten, nachdem er den spanischen Mittelfeldspieler Dani Olmo heftig angegangen war.

Sanktionen gegen den Verband und den einzigen spanischen Spieler

Auf Seiten der spanischen Nationalmannschaft wurde lediglich Gavi sanktioniert. Der FC-Barcelona-Spieler erhielt eine Sperre von einer Partie und eine Geldstrafe von 30.000 US-Dollar. Die Abwicklung der Strafen für die Spieler beschränkt sich ausdrücklich auf offizielle Partien mit der Nationalmannschaft.

Der argentinische Verband AFA trifft die Entscheidung indes finanziell und organisatorisch hart. Wegen Verfehlungen bei mehreren Turnierspielen muss der Verband eine Geldstrafe von insgesamt 321.000 US-Dollar zahlen. In der amtlichen Begründung führt der Weltverband das Fehlverhalten des Teams, rassistische Beleidigungen, Diskriminierung, mangelnde Ordnung und Sicherheit sowie die unerlaubte Nutzung sportlicher Veranstaltungen für politische Kundgebungen an.

Von der Gesamtsumme der Verbandsstrafe sollen 100.000 US-Dollar direkt in ein von der FIFA unterstütztes Programm zur Bekämpfung von Diskriminierung fließen. Zudem greift eine spürbare Zuschauereinschränkung bei den nächsten Heimspielen der Albiceleste: In den kommenden zwei Heimpartien darf das Stadion jeweils nur zu fünfzig Prozent ausgelastet werden. Die Vollstreckung eines Teils der Sanktionen wurde allerdings unter Auflagen und einer Bewährungsfrist ausgesetzt.

Politische Botschaften auf dem Platz als Teil der FIFA-Ermittlungen

Die Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Verband fußten nicht nur auf den Tumulten nach dem Endspiel, sondern umfassten auch politische Verfehlungen im Turnierverlauf. So hatten argentinische Spieler nach dem 2:1-Halbfinali-Sieg gegen England ein Banner auf dem Rasen präsentiert. Die Aufschrift Las Malvinas son Argentinas bezog sich unverkennbar auf den historischen Falkland-Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien im Jahr 1982.

FIFA sperrt Leandro Paredes nach Tumulten im WM-Finale für zehn Spiele
Photo: Ligaportal

Diese politische Aktion wertete die FIFA als klaren Verstoß gegen die Statuten, die strikt untersagen, sportliche Bühnen für politische Botschaften zu instrumentalisieren.

Fristen für mögliche Einsprüche und das weitere Verfahren

Sowohl der betroffene Verband als auch die sanktionierten Spieler und Offiziellen haben nach Mitteilung der FIFA zehn Tage Zeit, eine Begründung zu beantragen. Sollten die Parteien von diesem Recht Gebrauch machen und die Anträge von den Gremien stattgegeben werden, kündigte der Weltverband an, die entsprechenden Begründungen auch öffentlich zu veröffentlichen. Bis dahin bleiben die getroffenen Entscheidungen bestehen, können jedoch von den Beteiligten im Rahmen der rechtlichen Fristen angefochten werden.

Argentinischer Spieler endlich gesperrt – aber Paredes weigert sich aufzuhören
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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