Fender hat am Dienstag die Version 8.1 seiner Digital Audio Workstation Studio Pro veröffentlicht, die einen KI-gestützten Studio Assistant in der öffentlichen Beta-Phase einführt. Das Update bietet Pro+-Abonnenten zudem eine Integration von Moises Studio für die Stem-Trennung sowie neue Funktionen für das räumliche Monitoring mittels Dolby Atmos.
KI-Integration durch den Studio Assistant
Der Fokus des neuesten Updates liegt auf der Einführung eines KI-Tools, das den kreativen Prozess von der ersten Aufnahme bis zum finalen Mix begleiten soll. Wie Boerse Express berichtet, befindet sich dieser Studio Assistant derzeit noch in der öffentlichen Beta-Phase und ist vorerst ausschließlich für Nutzer mit einer Pro+-Mitgliedschaft verfügbar.

In der modernen Musikproduktion dienen Digital Audio Workstations (DAWs) als zentrales Nervensystem für das Songwriting, die Aufnahme und das Mastering. Die Integration künstlicher Intelligenz markiert einen Trend in der Branche, bei dem Software nicht mehr nur als passives Werkzeug fungiert, sondern proaktiv bei technischen Entscheidungen unterstützt. Fender positioniert das neue Werkzeug nicht als bloße Ergänzung, sondern als eine fundamentale Änderung der Benutzererfahrung.
„Das ist mehr als nur ein weiteres Plugin“, heißt es aus dem Unternehmen.
Fender, via Boerse ExpressErweiterte Funktionen für Mixing und Stem-Separation
Neben der künstlichen Intelligenz stärkt Fender die Zusammenarbeit mit externen Technologieanbietern. Eine neue strategische Partnerschaft mit Moises Studio ermöglicht es Produzenten, Stem-Separation und Gesangstransformationen direkt innerhalb der DAW durchzuführen. Bei der Stem-Separation handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein bereits gemischter Audiotrack in seine Einzelteile – wie etwa Gesang, Schlagzeug, Bass oder Melodieinstrumente – zerlegt wird. Dies ist ein wesentliches Werkzeug für Remixe, das Sampling und die Analyse von Musikarrangements.
Für Remixe und die Bearbeitung von Samples stehen den Nutzern monatlich zehn kostenlose Audio-Trennungen zur Verfügung. Für das präzise Mixing wurden zudem native Plugins wie Vocal Tune sowie Funktionen für Pitch Curves hinzugefügt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem räumlichen Hören: Die Dolby Atmos Headphone Personalization erlaubt ein professionelles Monitoring, ohne dass Anwender auf teure Lautsprecher-Setups angewiesen sind. Dolby Atmos ist ein Format für immersives Audio, das Soundobjekte in einem dreidimensionalen Raum platziert. Durch die Personalisierung für Kopfhörer können Produzenten die räumliche Tiefe und Positionierung ihrer Mixe in einer kontrollierten Umgebung beurteilen, bevor sie auf professionelle Studio-Lautsprecher übertragen werden.
Preismodell für Studio Pro 8.1
Fender bietet verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für die Software an, wobei die Kosten je nach Lizenzmodell variieren.

| Lizenztyp | Preis |
|---|---|
| Permanente Lizenz | 199,99 € |
| Upgrade von Vorgängerversionen | 99,99 € |
| Monatliches Abonnement | 19,99 € |
| Jährliche Pro+-Mitgliedschaft | 179,99 € |
Updates für Multichannel-Recording und Sounddesign
Parallel zu den Ankündigungen von Fender gab es weitere signifikante Entwicklungen im Bereich der Audio-Software. Bluefish444 veröffentlichte am Mittwoch die Version IngeSTore 2.0 für Windows 11. Diese Software, die primär für Live-Produktionen und die Archivierung von VTR dient, unterstützt nun KRONOS-Hardwarekarten und ermöglicht Aufnahmen über Schnittstellen wie SDI, ST 2110, HDMI und NDI. Die Einbindung dieser Standards ist für professionelle Broadcast-Umgebungen essenziell, da sie die Kommunikation über IP-basierte Netzwerke und digitale Videosignale sicherstellen. Besitzer bestehender Epoch- und KRONOS-Karten erhalten das Update kostenlos.
Im Bereich des Sounddesigns hat ACE Studio die Version 2.1.2 bereitgestellt. Diese Version erlaubt es Anwendern, Drittanbieter-Plugins direkt innerhalb der Anwendung zu hosten, was die Flexibilität bei Mixing- und Mastering-Prozessen erhöht.
Technische Herausforderungen bei der Software-Stabilität
Trotz der technologischen Fortschritte zeigen Nutzerberichte, dass die Implementierung neuer Funktionen auch Fehler mit sich bringen kann. In technischen Diskussionsforen wird über Bugs in der Version 8.0.2 berichtet. Solche Rückmeldungen aus der Community sind ein fester Bestandteil des Software-Lebenszyklus, da sie Entwicklern helfen, Instabilitäten in komplexen Arbeitsumgebungen zu identifizieren.
Ein spezifisches Problem betrifft die Verwendung von Instrumentenspuren in Verbindung mit dem Impact-Plugin. Nutzer meldeten, dass beim Betätigen des Shift-Buttons in Kombination mit dem Encoder des Atom SQ Fehlfunktionen bei der Auswahl von Presets auftreten können. Diese Berichte verdeutlichen, dass die Komplexität moderner Workflows eine kontinuierliche Fehlerbehebung erfordert, während die Branche gleichzeitig den Schritt in Richtung KI-gestützter Produktion vollzieht.