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Welt

Europa probt Ukraine-Stationierung: Fast 3.000 Soldaten im Manöver

Fast 3.000 Soldaten aus zwölf europäischen Nationen proben in diesem Monat in Polen die Stationierung in der Ukraine für den Fall eines Friedensabkommens. Das von Großbritannien und Frankreich angeführte Manöver soll die Verlegung und Versorgung einer multinationalen Friedenstruppe erproben, während Moskau das Vorhaben scharf kritisiert.

Die Planungen für eine internationale Rückversicherungstruppe nehmen konkrete Formen an. Vom 9. bis zum 22. November proben Streitkräfte aus zwölf Ländern im Nachbarland Polen den Ernstfall, um die Verlegung, den Schutz und die Versorgung einer künftigen Truppe in der Ukraine vorzubereiten. Das Großmanöver namens Exercise Koalicja bringt rund 3.000 Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft zusammen.

Militärische Vorbereitung und multinationale Beteiligung in Polen

Das Vorhaben wurde im vergangenen Jahr als langfristige Sicherheitsgarantie vorgeschlagen. Die aktuelle Übung dient vor allem dazu, die Befehlskette zu testen und sicherzustellen, dass die Truppen verschiedener Nationen reibungslos zusammenarbeiten können. Großbritannien steuert 300 Soldaten sowie zwei RAF Typhoons bei, die den Schutz von Zivilflugzeugen simulieren sollen, sobald der ukrainische Luftraum wieder geöffnet wird. Die Türkei übernimmt die Führung der maritimen Komponente, deren langfristiges Ziel die Räumung von Seeminen im Schwarzen Meer und die Wiederaufnahme des Handels ist.

Europa probt Ukraine-Stationierung: Fast 3.000 Soldaten im Manöver
Foto: europesays.com

Neben Großbritannien und der Türkei beteiligen sich Frankreich, Belgien, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden sowie Estland an dem Einsatz. Die Vereinigten Staaten sind zwar in die diplomatischen Gespräche eingebunden, tragen jedoch keine eigenen Truppen zu dieser Mission bei.

Politische Einordnung und Reaktionen der Kommandeure

Die beteiligten Regierungen betonen den ernsthaften Charakter der Vorbereitungen. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting erklärte, dass dieser Schritt die Entschlossenheit von Großbritannien, Frankreich und ihren Verbündeten demonstriere, sich auf das Ende der Kampfhandlungen vorzubereiten.

Thousands of European troops to rehearse Ukraine deploy | Nonstop NewsWave #Shorts

Das ist kein hypothetischer Plan, das ist eine reale Truppe, die bereit ist, der Ukraine zu helfen, sobald die Kämpfe aufhören.

Wes Streeting, britischer Verteidigungsminister

Auch der britische Befehlshaber der Multi National Force – Ukraine (MNF-U), Generalleutnant Tom Bateman, hob die Bedeutung des Manövers hervor. Er bezeichnete die Übung als einen entscheidenden Schritt, um politische Absichtserklärungen in tatsächliche militärische Einsatzbereitschaft zu überführen.

Offene Fragen und Moskauer Ablehnung

Trotz der intensiven Planungen bleiben zahlreiche Details ungeklärt. Westliche Offizielle betonen, dass eine solche Truppe weder an Offensivoperationen teilnehmen noch Aufgaben im Bereich der Friedenssicherung oder Waffenstillstandsüberwachung übernehmen wird. Zudem soll sie weder unter NATO-Kommando stehen noch an vorderster Front operieren. Offizielle Kreise konnten sich noch nicht dazu äußern, wie die endgültige Struktur einer solchen Mission im Falle eines Waffenstillstands aussehen würde, da Umfang und Beteiligung von den jeweiligen politischen Entscheidungen der einzelnen Staaten abhängen.

Russland lehnt die Stationierung ausländischer Truppen in der Ukraine strikt ab. Bereits im vergangenen Jahr warnte Präsident Wladimir Putin, dass solche Einheiten als legitimate targets angesehen werden. Auf die Frage nach den Regeln für den Fall eines Angributs auf internationale Soldaten im Einsatzgebiet haben westliche Regierungen bisher keine Details genannt, jedoch unterstrichen, dass die Truppen in der Lage sein werden, sich selbst zu verteidigen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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