Neun Menschen sind bei einer Gewalttat in Erie, Pennsylvania, am Freitagabend getötet worden. Unter den Opfern im 700 Block der Perry Street befinden sich nach Angaben von Polizei und Stadt auch Kinder, eine schwangere Frau und der mutmaßliche Täter, der sich offenbar selbst erschoss.
Großeinsatz der Polizei im 700 Block der Perry Street
Die Ereignisse in der nordpennsylvanischen Großstadt Erie nahmen am späten Freitagnachmittag ihren Lauf. Kurz vor 17:00 Uhr ortszeit löste das akustische Erkennungssystem ShotSpotter einen Alarm aus, nachdem Zeugen Schüsse in einer Wohngegend gehört und einen bewaffneten Mann gesehen hatten, der vor dem Betreten des Gebäudes das Feuer eröffnet hatte.
Als die ersten Einheiten des Police Department am Ort des Geschehen eintrafen, bot sich den Beamten ein Bild des Schreckens. Auf der Straße lagen zwei Frauen mit tödlichen Schusswunden. Die Polizei umzingelte das Wohngebäude im Bereich der East Seventh Street, während Einsatzkräfte des SWAT-Teams und weitere Beamte das Areal absicherten und ein Vorgehen vorbereiteten. Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zu Taktikmaßnahmen und dem Einsatz von Blendgranaten.
Polizeichef Rick Lorah erklärte, dass er in seiner fast dreißigjährigen Laufbahn im Polizeidienst noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung und Verlust von Menschenleben erlebt habe. Die Einsatzkräfte vor Ort verfügten anfangs nur über begrenzte Informationen darüber, ob sich der Verantwortliche noch im Gebäude befand oder ob eine anhaltende Gefahr von ihm ausging.
Ermittler finden neun Tote im Haus und auf der Straße
Nachdem das Gebäude durchsucht war, bestätigten die Behörden eine Opferzahl von insgesamt neun Toten. Zu den Todesopfern zählen neben den zwei Frauen vor dem Haus weitere Opfer in den Räumlichkeiten des Anwesens, darunter nach Angaben von Medienberichten und Behörden auch Kinder sowie eine Frau, die im achten Monat schwanger war. Der mutmaßliche Schütze befand sich ebenfalls unter den Toten im Haus und wies nach ersten Erkenntnissen eine Schussverletzung auf, die er sich selbst zugefügt hatte.
Wie die Stadt Erie später bekannt gab, hatten sämtliche tödliche Handlungen bereits stattgefunden, bevor die alarmierten Streifenwagen eintrafen. Nach dem Eintreffen der Polizei wurden vor Ort keine weiteren Schüsse mehr abgegeben.
Der Gerichtsmediziner des Landkreises, Lyell Cook, erläuterte, dass acht Personen direkt am Tatort für tot erklärt wurden, während eine weitere Person in ein Krankenhaus gebracht und dort später für tot erklärt wurde. Eine Nachbarin, Jennifer Lott, schilderte gegenüber der Presse, wie sie nach dem Hören von Schüssen auf die Straße eilte und dort eine leblose Frau mit einer Kopfverletzung vorfand.
„Ich möchte gegenüber unserer Gemeinde völlig offen sein: Dies ist eines der schwierigsten und herzzerreißendsten Szenen, denen unsere Beamten und Ermittler jemals begegnet sind. Der Verlust von Menschenleben ist verheerend, und die Umstände, mit denen wir uns befassen müssen, sind tiefgreifend verstörend.“
Rick Lorah, Polizeichef von Erie
Reaktionen der Politik und offizielle Untersuchung
Gouverneur Josh Shapiro erklärte, er habe mit der Bürgermeisterin von Erie, Daria Devlin, gesprochen und der Stadt die volle Unterstützung seiner Regierung zugesichert. In einer Erklärung auf X äußerte sich der Gouverneur tief betroffen über den gewaltsamen Tod von neun Menschen in Pennsylvania.
Die Kriminalpolizeiabteilung der örtlichen Behörden führt die andauernden Ermittlungen zu dem Vorfall weiter fort. Die Stadtspitze und die Polizeileitung kündigten an, im Rahmen einer Pressekonferenz weitere gesicherte Einzelheiten öffentlich bekannt zu geben.

Die Stadtverwaltung rief die Öffentlichkeit derweil dazu auf, keine unbestätigten Berichte oder Spekulationen zu verbreiten, um die betroffenen Familien vor weiterem Leid zu bewahren. Für den späten Samstagnachmittag (Ortszeit) kündigten die Verantwortlichen eine offizielle Pressekonferenz im Rathaus von Erie an, um weitere verifizierte Erkenntnisse öffentlich zu machen.
Zudem teilten offizielle Stellen mit, dass Betroffene und Anwohner bei Bedarf kostenlose psychologische Unterstützung über Krisendienste in Anspruch nehmen können.