Die deutsche Nationalmannschaft besiegte Ungarn am 22. Mai 2026 in Zürich mit 6:2 und feierte damit ihren ersten Sieg bei der laufenden Eishockey-WM. Der Triumph beendet eine Serie von acht sieglosen WM-Partien und hält die Chancen auf das Viertelfinale aufrecht. Parallel dazu sicherte sich Kanada in Freiburg einen glanzlosen 3:1-Erfolg gegen Slowenien.
Deutschlands Befreiungsschlag gegen Ungarn
cluster (priority): Watson
Nach einem katastrophalen Start in das Turnier, der von vier Niederlagen geprägt war, gelang der Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis in Zürich endlich der Durchbruch. Wie SRF berichtete, dominierten die Deutschen die Partie gegen den Außenseiter Ungarn von Beginn an und ließen den Gegner kaum ins Spiel kommen.
Das Spiel begann mit einem frühen Erfolg: Eric Mik traf bereits in der neunten Minute zum 1:0. Kurz vor der ersten Pause erhöhte Leon Gawanke in Überzahl auf 2:0. Dieser Treffer war von besonderer symbolischer Bedeutung, da die deutsche Auswahl zuvor in elf Überzahl-Situationen kein einziges Tor erzielt hatte.
Die Entscheidung fiel im Mitteldrittel. Innerhalb von nur 39 Sekunden trafen Lukas Reichel und Samuel Dove-McFalls, womit Deutschland kurz vor dem Ende des zweiten Drittels vorentscheidend auf 4:0 führte. Zwar gelang Ungarn im Schlussabschnitt durch Treffer von Sarpatki und Hari noch eine leichte Resultatskosmetik, doch die deutsche Dominanz blieb über weite Strecken unangetastet.
Leon Gawanke und die Effizienz im Powerplay
cluster (priority): 20 Min
Im Zentrum des deutschen Erfolgs stand Leon Gawanke. Der Spieler avancierte zum Matchwinner des Abends, indem er im letzten Drittel zwei weitere Treffer erzielte und damit seinen Hattrick perfekt machte.
Die statistische Verbesserung im Powerplay ist für die weitere Turnierplanung essenziell. Dass Deutschland nach einer langen Durststrecke im Überzahlspiel nun wieder Treffer erzielt, nimmt dem Team den enormen psychologischen Druck, der nach den ersten vier Niederlagen auf den Spielern lastete. Laut Blick schossen sich die Spieler mit diesem deutlichen 6:2-Sieg den aufgestauten Frust förmlich von der Seele.
Kanadas Dominanz ohne Glanzlichter
cluster (priority): FOCUS online
In Freiburg präsentierte sich Kanada zwar siegreich, aber weit entfernt von der Expected-Performance eines Rekordweltmeisters. Der 3:1-Sieg gegen Slowenien war funktional, jedoch wenig beeindruckend. Die Kanadier, die am Donnerstag gegen Norwegen überraschend einen Punkt abgaben (6:5 nach Verlängerung), festigten zwar ihre Tabellenführung in Gruppe B, agierten aber glanzlos.
Die statistische Überlegenheit war dennoch deutlich. Watson hebt hervor, dass Kanada das Spiel komplett kontrollierte, was sich besonders im Schussverhältnis widerspiegelte: Während die Slowenen lediglich zwei Schüsse auf das kanadische Tor brachten, musste Torhüter Zan Us zwölf Schüsse abwehren.
Die Tore für Kanada erzielten:
Denton Mateychuk (1. Drittel)
Dylan Cozens (2. Drittel)
Emmitt Finnie (46. Minute)
Obwohl die Viertelfinal-Qualifikation rechnerisch noch nicht fix ist, gilt sie für Kanada nach fünf Siegen aus fünf Spielen als reine Formsache. Slowenien hingegen bleibt bei drei Punkten und kämpft weiterhin um den Verbleib in der höchsten Liga.
Die Kontroverse gegen die USA und der Blick nach vorn
cluster (priority): Blick
Hinter dem heutigen Erfolg steht ein emotionaler Hintergrund. Die deutsche Mannschaft kämpfte zuvor mit massiven Frustrationen über eine Schiedsrichterentscheidung im Spiel gegen die USA, das nach einem Penaltyschiessen mit 3:4 verloren ging. Ein spät erzielter Ausgleich der USA zum 3:3 wurde von der deutschen Seite als irregulär empfunden.
Besonders hart reagierte NHL-Torhüter Philipp Grubauer auf die Szene.
Philipp Grubauer, Nationaltorhüter
Die Kontroverse drehte sich darum, warum Bundestrainer Harold Kreis keine Challenge (Videobeweis) beantragte. Wie 20 Min berichtet, scheute Kreis das Risiko einer zwei-minütigen Unterzahlstrafe, die bei einer gescheiterten Challenge gefolgt wäre. Zudem gab es widersprüchliche Informationen vom Schiedsrichter darüber, ob die Aktion überhaupt challenge-fähig sei.
Dieser psychologische Tiefpunkt macht den heutigen Sieg gegen Ungarn noch wertvoller, da er die Moral des Teams vor dem nächsten entscheidenden Duell stabilisiert.
Das alles entscheidende Duell mit Österreich
Trotz der Freude über den ersten Sieg bleibt die Lage für Deutschland prekär. Der Sieg gegen Ungarn war eine notwendige Bedingung, aber keine Garantie für das Weiterkommen. Am Samstag folgt nun das kapitalen Duell gegen Österreich.
Die Ausgangslage für dieses Spiel ist anspruchsvoll:
Team
Aktuelle Form/Statistik
Besonderheit
Deutschland
1 Sieg / 4 Niederlagen
Ende einer 8-Spiele-Serie ohne Sieg
Österreich
3 Siege / 1 Niederlage
Einzige Niederlage 0:9 gegen die Schweiz
Für die DEB-Auswahl ist ein Sieg gegen die Österreicher zwingend erforderlich, um die Chancen auf eine Viertelfinal-Qualifikation ernsthaft zu wahren. Nach dem heutigen Erfolg in Zürich ist die Mannschaft zwar mental befreit, muss sich aber gegen einen Gegner beweisen, der in diesem Turnier bisher deutlich konstanter aufgetreten ist.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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