US-Präsident Donald Trump hat am Freitag, den 4. September 2026, gedroht, den Handel mit Staaten zu stoppen, die Handelsüberschüsse mit den Vereinigten Staaten verzeichnen, sofern die Federal Reserve die Zinsen nicht drastisch senkt. Die Forderung erfolgte im Anschluss an robuste Arbeitsmarktdaten für August.
Das Ultimatum an die Federal Reserve nach starken Arbeitsmarktdaten
Nachdem das US-Arbeitsministerium am Freitag einen stärker als erwarteten Zuwachs von 162.000 Arbeitsplätzen für den Monat August gemeldet hatte, reagierte US-Präsident Donald Trump mit einer scharfen wirtschaftspolitischen Drohung. Die Arbeitslosenquote verharrte stabil bei 4,1 Prozent. Wie unter anderem CNBC berichtete, nutzte der Präsident die Veröffentlichung der Kennzahlen im Oval Office, um den Druck auf die US-Notenbank zu erhöhen.
Trump forderte die Fed unmissverständlich dazu auf, die Zinsen deutlich zu senken. Reuters merkte an, dass Marktbeobachter nach dem kräftigen Stellenaufbau im August sogar eher mit Zinserhöhungen als mit Lockerungen rechneten.
US-Präsident Donald Trump erklärte via Truth Social und CNBC, er werde den Handel mit Ländern einstellen, mit denen die USA ein Defizit haben, falls die Zinsen nicht gesenkt würden.
Zinssenkungsforderungen und der Vergleich zu weltweiten Kreditkosten
Die Zentralbank agiert traditionell als politisch unabhängige Institution. Seit Monaten hält sie den Leitzins stabil, während die Inflation nach wie vor über dem angestrebten Zielwert der Währungshüter von 2 Prozent verharrt. Die New York Times wies darauf hin, dass die Fed-Führung in Erwägung gezogen hat, die Zinsen angesichts hartnäckiger Teuerungsraten womöglich noch im Laufe des Monats anzuheben.

Trump begründete seine Forderung nach geldpolitischen Lockerungen mit der vermeintlich starken Verfassung der amerikanischen Wirtschaft und der Bonität des Landes. Er argumentierte, dass die Vereinigten Staaten im Vergleich zu anderen Industrienationen viel zu hohe Zinsen zahlen müssten. The Independent hob hervor, dass internationale Ratingagenturen wie Moody’s, S&P und Fitch die Kreditwürdigkeit der USA in den vergangenen Jahren teils herabgestuft hatten und keine Agentur dem Land die Höchstnote uneingeschränkt wiedergab.
US-Präsident Donald Trump führte via CNBC weiter aus, ganz einfach gesagt sollten die USA den niedrigsten Zinssatz der Welt haben. Jeder gezahlte Zinspunkt koste das Land 650 Milliarden US-Dollar, weshalb man bei 1 Prozent oder einem halben Prozent statt bei 4 Prozent stehen sollte.
Handelsdefizite und die Drohung mit Lieferstopps gegenüber Partnern wie Kanada
Die Verknüpfung von Geldpolitik und Außenhandel sorgt bei Ökonomen für erhebliche Besorgnis. 24/7 Wall St. analysierte, dass sich die Lücke zwischen den Erwartungen der Märkte und den Vorstellungen des Weißen Hauses massiv vergrößert. Die im Jahr 2025 verzeichneten US-Warenhefizite beliefen sich laut amtlichen Statistiken auf 1,24 Billionen US-Dollar.

Besonders die Handelsbeziehungen zu großen Partnern wie China, Mexiko, Vietnam und Kanada stehen im Fokus.
Ökonomen betonen derweil, dass Handelsüberschüsse und -defizite nicht zwangsläufig als Schwäche zu werten sind, sondern häufig eine hohe inländische Kaufkraft widerspiegeln. Sollte die US-Regierung tatsächlich den Handel mit surplusstarken Ländern einstellen, könnte dies laut Analysten die Dollarnachfrage und damit den Kauf von US-Staatsanleihen schwächen, was paradoxerweise die Kreditkosten des Bundes steigen ließe.
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