Die Dokumentation „You Can See Everything“ über Elizabeth Holmes sorgt für Kontroversen um eine Duschszene mit ihrem Partner Billy Evans. Während Regisseur Lance Oppenheim behauptet, Evans habe die Aufnahme freiwillig angeboten, widerspricht Evans dieser Darstellung öffentlich und bezeichnet die Berichte über seine Zustimmung als eine „falsche Erzählung“.””
Widersprüchliche Aussagen zur Entstehung der Szene
Die Szene zeigt Billy Evans unbekleidet in einer Dusche, während er von der Kamera begleitet wird. Lance Oppenheim, der den Film gemeinsam mit Nathan Fielder inszenierte, erklärte gegenüber GQ, dass die Idee von Evans selbst stammte. Oppenheim schilderte, er habe Evans nach einem gemeinsamen Fitnessstudio-Besuch Zeit zum Duschen geben wollen, woraufhin dieser gefragt habe: „Willst du mich beim Duschen filmen? Laut Oppenheim habe er Evans angeboten, ihn so zu filmen, dass seine Genitalien nicht zu sehen seien, was Evans jedoch abgelehnt habe.
Evans widersprach dieser Darstellung Anfang November 2026 im Rahmen einer „Ask Me Anything“-Session auf der Plattform X. Er bezeichnete die Behauptung, er habe die Nacktaufnahme gewollt, als „falsche Erzählung“. Er verwies dabei auf einen Bericht des People-Magazins, das unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Quelle berichtete, Evans habe der Szene nur unter der Bedingung zugestimmt, dass sie „jugendfrei“ – also nicht explizit – gehalten werde. Laut weiteren Berichten, unter anderem von TMZ, sei Evans zudem versichert worden, dass die Nacktaufnahmen aus rechtlichen Gründen nicht in den finalen Schnitt gelangen würden.”””

Produktionshintergrund und kommerzieller Erfolg
„You Can See Everything“ dokumentiert die 34 Tage vor Beginn der Haftstrafe von Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes. Der Film, der am 16. Oktober 2026 in die Kinos kam, erzielte laut Fictionhorizon ein Einspielergebnis von 15 Millionen Dollar am Eröffnungswochenende bei einer anfänglichen Veröffentlichung auf 855 Leinwänden. Die Produktionskosten beliefen sich nach Berichten auf unter 7 Millionen Dollar.”
Der Regisseur Lance Oppenheim verglich den Stil des Films mit der dokumentarischen Tradition von Filmemachern wie Michael Moore und Ross McElwee sowie der Ästhetik von Errol Morris’ The Thin Blue Line.
Der Film zeichnet sich durch einen hohen Grad an Zugang aus, den die Filmemacher bei Holmes und Evans erhielten. Während Oppenheim die Szene als „mit allen grundlegenden Prinzipien des Dokumentarfilms“ beschrieb, betonte Evans, dass die Nutzung des Materials als Verletzung seines Vertrauens empfunden werde.
Reaktionen auf weitere Vorwürfe im Film
Neben der Duschszene äußerte sich Evans zu weiteren Darstellungen in der Dokumentation. Er dementierte Berichte, wonach er während eines Treffens mit A24-Verantwortlichen versucht habe, finanzielle Forderungen zu stellen. Zudem wies er die Darstellung zurück, Holmes habe sich während der Verhandlungen in ein anderes Stockwerk begeben, um sich um Kinder zu kümmern, und verwies darauf, dass das Haus lediglich über eine Etage verfüge.
A24 lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.
