Die Aktien von Qualcomm sind nach der Vorlage der Quartalszahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 unter Druck geraten. Trotz eines bereinigten Gewinns von 2,17 US-Dollar je Aktie, der leicht über den Analystenschätzungen von 2,16 US-Dollar lag, reagierten Anleger negativ auf den Ausblick für das kommende Quartal und die anhaltende Schwäche im Smartphone-Segment.
Umsatzrückgang bei Smartphone-Chips belastet Bilanz
Der Chipkonzern meldete für das am 27. September 2026 beendete vierte Geschäftsquartal einen Gesamtumsatz von 10,44 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 11,27 Milliarden US-Dollar. Besonders deutlich fiel der Einbruch im Smartphone-Bereich aus, wo die Erlöse um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden US-Dollar sanken. Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen fielen laut Counterpoint Research im September-Quartal auf ein 14-Jahres-Tief von 20 Prozent.
Zudem belasten breit angelegte Kostensteigerungen in der Waferfertigung, bei Montage, Testverfahren, Advanced Packaging sowie bei Speicherbausteinen die Margen. Qualcomm kündigte bereits Preisanpassungen an, deren volle Wirkung jedoch erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 erwartet wird. Der Gewinn je Aktie brach insgesamt um 28 Prozent ein, während der bereinigte Konzernumsatz um sieben Prozent schrumpfte.

Wachstumstreiber Automobil und Rechenzentren
Konzernchef Cristiano Amon betonte die strategische Neuausrichtung des Unternehmens abseits des Mobilfunkgeschäfts. Im Automobilsegment verzeichnete Qualcomm ein deutliches Umsatzplus von 89 Prozent im Jahresvergleich auf 1,99 Milliarden US-Dollar, womit das Segment erstmals die Marke von zwei Milliarden US-Dollar pro Quartal fast erreichte. Der Bereich Internet der Dinge (IoT) legte um vier Prozent auf 1,89 Milliarden US-Dollar zu.
Für das Geschäftsjahr 2027 strebt das Unternehmen eine signifikante Verschiebung der Umsatzstruktur an. Die Umsätze außerhalb des Mobilfunkgeschäfts werden im Geschäftsjahr 2026/2027 voraussichtlich um mehr als 60 Prozent steigen.
Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist der Ausbau des Bereichs Rechenzentren, für den Qualcomm bis zum Geschäftsjahr 2029 einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar anpeilt. Zudem wurde eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Amazon für KI-Rechenzentren vereinbart, die ein Volumen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar umfasst. Im Rahmen dieser Kooperation erhält Amazon zudem Optionen zum Erwerb von Qualcomm-Anteilen im Wert von vier Milliarden US-Dollar.

Marktreaktion und Ausblick
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management Erlöse zwischen 10,4 und 11,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Der prognostizierte bereinigte Gewinn je Aktie liegt in einer Spanne von 2,15 bis 2,35 US-Dollar. Analysten hatten beim Gewinn im Vorfeld mit einem Wert am oberen Ende dieser Schätzung gerechnet. Die Marktreaktion folgte unmittelbar: Die Aktie verlor nachbörslich an der Wall Street an Wert.
Neben den KI-Initiativen und der Kooperation mit SpaceX für das Starlink-Mobile-Netz setzt das Unternehmen mit der Snapdragon Elite
-Reihe auf den wachsenden Markt für PC-Prozessoren, um Anteile von Wettbewerbern wie AMD und Intel zu gewinnen.