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Unternehmen

Toni Shala übernimmt Micasa und leitet Umbau mit Stellenabbau ein

Die Möbelkette Micasa steht unter neuer Führung, nachdem eine Investorengruppe um den Logistikunternehmer Toni Shala sämtliche Aktien übernommen hat. Die neuen Eigentümer streichen 70 Stellen und schließen vier Filialen, um das Überleben nach der Loslösung vom Migros-Konzern zu sichern.

Wechsel an der Spitze und neue Eigentümer

Die Übernahme markiert den jüngsten Umbruch für das Möbelhaus. Es war erst im Februar 2025 durch ein Management-Buyout aus dem Migros-Konzern herausgelöst worden.

Damals hatten der damalige CEO Philipp Agustoni und der damalige COO Manuel Landolt die Kette unter Mitwirkung der Investmentgesellschaft Rethink und privater Investoren übernommen. Seit September 2025 agierte die Micasa AG als eigenständiges Unternehmen.

Handelsregisterauszüge zeigen: Toni Shala (51) besitzt seit Ende Oktober 100 Prozent der Micasa-Aktien.

Der Führungswechsel erfolgte unmittelbar. Philipp Agustoni hat das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen verlassen, nachdem er seinen Abschied zuvor auf LinkedIn kommuniziert hatte.

Die operative Leitung übernimmt der bisherige COO Manuel Landolt als neuer CEO.

Véronique Rath leitet künftig den Einkauf. Den Verwaltungsrat präsidiert Beatrix Ferkinghoff.

Toni Shala übernimmt Micasa und leitet Umbau mit Stellenabbau ein
Foto: Inside Paradeplatz

Laut einer Sprecherin der PR-Agentur Oppenheim-Partner, welche die Pressearbeit für Shala und Micasa verantwortet, handelt es sich bei Shala um einen Unternehmer mit langjähriger Tätigkeit in der Logistik für die Möbel- und Einrichtungsbranche.

Konsequenzen für den Personalbestand und Filialen

Der Restrukturierungsprozess umfasst die Schließung von vier der insgesamt 30 Micasa-Standorte: Crissier, Langendorf, Brügg und Buchs AG. Im Zuge dieser Konsolidierung werden 70 Stellen gestrichen, wobei es teilweise zu Kündigungen kommt.

Das Unternehmen versichert, dass das Filialnetz weiterhin ein zentraler Bestandteil des Geschäfts bleibe und keine weiteren Schließungen vorgesehen seien.

Für die betroffenen Mitarbeitenden prüfe man Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Kette.

Logistik und geplante Investitionen

Die Ablösung von der Migros und der damit verbundene Aufbau eigener IT-, Logistik- und Service-Strukturen hatten Micasa operativ stark beansprucht. In dieser Übergangsphase kam es zu Verzögerungen bei Zahlungen an Lieferanten.

Toni Shala übernimmt Micasa und leitet Umbau mit Stellenabbau ein
Foto: 20 Minuten

Das Unternehmen will mit den betroffenen Partnern verbindliche Vereinbarungen treffen und Zahlungen möglichst rasch wieder fristgerecht leisten.

Toni Shala, der als Chef der Jubex Transporte AG fungiert, plant nun, die Auslieferung von Möbeln künftig verstärkt in die eigene Hand zu nehmen. Er investiert gezielt in IT und digitale Lösungen, um Einkauf, Logistik, Warenverfügbarkeit und Kundenservice zu stärken.

Shala, der sich selbst zu einer langfristigen Unterstützung von Micasa bekennt, lässt durch das Unternehmen ausrichten, dass die neue Eigentümerschaft zusätzliche Mittel für die weitere Entwicklung bereitstellt. Die künftige Kontrolle über sämtliche Zahlungen und Bankkonten obliegt dabei dem neuen Verwaltungsratspräsidium.

Marktumfeld nach der Trennung von der Migros

Der Eigentümerwechsel erfolgt nach der Trennung der Migros von dem Möbelhändler im Februar 2025.

Während die Migros unter CEO Mario Irminger die Micasa-Sparte abstieß, berichten Branchenbeobachter von einer schwierigen Phase für den Möbelhändler.

Kritische Stimmen aus der Branche äußerten sich über das Ausbleiben von Warenlieferungen und die finanzielle Stabilität.

Die aktuelle Restrukturierung unter Shala wertet das Umfeld als Versuch, das Micasa-Experiment nach dem gescheiterten Management-Buyout neu auszurichten und die operative Stabilität wiederherzustellen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.