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Unterhaltung

Der Maler Beltracchi kämpft um sein gefälschtes Rotes Bild mit Pferden

Der Bundesgerichtshof verhandelt über den Eigentumsanspruch des Malers Wolfgang Beltracchi an seinem gefälschten Gemälde Rotes Bild mit Pferden. Nach einer vorläufigen Einschätzung des Senats in Karlsruhe stehen die Chancen für den Künstler schlecht. Eine endgültige Entscheidung des Gerichts soll am 15. Januar 2027 fallen.

Streit vor dem Bundesgerichtshof um gefälschtes Campendonk-Gemälde

Der bekannte Maler Wolfgang Beltracchi kämpft vor dem deutschen Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe um die Herausgabe des von ihm gefälschten Werkes Rotes Bild mit Pferden. Es handelt sich dabei um jenes Bild, das vor über 15 Jahren einen der größten Kunstfälscherskandale der Nachkriegsgeschichte auslöste und die Kunstwelt in Aufruhr versetzte. Der fünfte Zivilsenat des Gerichts muss nun die komplexen Eigentumsrechte klären. Nach einer vorläufigen Einschätzung während der Verhandlung sieht es jedoch schlecht für den Künstler aus.

Vor mehr als elf Jahren wurde Wolfgang Beltracchi aus dem Gefängnis entlassen, auf Bewährung. Der aus Höxter in Nordrhein-Westfalen stammende Beltracchi hatte Experten und Gutachter getäuscht, welche seine Arbeiten bekannten Künstlern zuschrieben, und die Kunstszene blamiert. Beltracchi wurde 2011 wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Heute ist er selbst Kläger in diesem Prozess vor dem Bundesgerichtshof und will sein Bild zurück.

Rund 15 Jahre ist es her, dass Wolfgang Beltracchi an seinem damaligen Wohnsitz in Freiburg festgenommen wurde. Der Prozess sorgte damals für großes mediales Aufsehen.

Der Maler Beltracchi kämpft um sein gefälschtes Rotes Bild mit Pferden
Foto: Sueddeutsche

Vor allem Käufer aus der Schweiz erwarben gerne einen echten Beltracchi, primär wegen der faszinierenden Hintergrundgeschichte, die sich dazu erzählen ließ. Der Clou war, dass er mit seinen Bildern vermeintlich die Werke von Künstlern vervollständigte mit Bildern, die es in Wirklichkeit gar nicht gab. So tauchten immer wieder Gemälde auf, die bis dahin scheinbar verschollen waren, wie das angebliche Gemälde des Künstlers Heinrich Campendonk.

Rückabwicklung des Kaufs und rechtliche Hürden beim Eigentum

Der juristische Fall ist vielschichtig. Den Zuschlag erhielt damals eine maltesische Gesellschaft für fast 2,9 Millionen Euro, die später angesichts des aufkommenden Fälschungsverdachts vom Kaufvertrag zurücktrat. Als in dem vermeintlichen Werk von Heinrich Campendonk das Pigment Titanweiß nachgewiesen wurde, das zur Zeit der vermeintlichen Entstehung 1914 noch nicht als handelsübliche Künstlerfarbe verfügbar war, flog der Schwindel im Kölner Auktionshaus Lempertz auf. Beltracchi machte Millionen, bevor der Schwindel 2010 aufflog.

Der Maler Beltracchi kämpft um sein gefälschtes Rotes Bild mit Pferden
Foto: derstandard.at

In einem anschließenden Prozess zwischen der Käufergesellschaft und dem Auktionshaus kam es zu einem Vergleich, in dessen Folge das Auktionshaus das Gemälde zurückerhielt und in der Folge an einen neuen Besitzer weiterveräußerte. Anschließend habe das Auktionshaus das Gemälde an einen anderen Käufer weiterveräußert. Genau diesen Käufer verlangt Beltracchi nun zurück. Er meint, Eigentümer des Gemäldes zu sein.

Vorläufige Einschätzung des Oberlandesgerichts und Argumente der Parteien

Nach den Ausführungen der Vorsitzenden Richterin Bettina Brückner in der Verhandlung könnte der BGH diese Sichtweise des OLG stärken und sich an den gesetzlichen Vorgaben orientieren. Die rechtlichen Fragen, die sich in diesem Fall stellten, hätten grundsätzliche Bedeutung. Ausgangspunkt der Entscheidung ist die Trennung von Kaufvertrag und Eigentumsübertragung im deutschen Recht.

„Das Ergebnis ist völlig unbefriedigend.“

Anwältin des Beklagten

Die rechtliche Auseinandersetzung dreht sich um das Trennungs- und Abstraktionsprinzip im deutschen Zivilrecht. Die Übertragung von Eigentum erfolge immer durch Einigung und Übergabe. Die bereits vollzogene Übereignung wird durch einen Rücktritt vom Kaufvertrag nicht automatisch hinfällig, stattdessen entsteht zwischen den Beteiligten ein Rückgewährschuldverhältnis. Die Anwältin der Gegenseite verwies vor allem auf die allgemeinen Regelungen aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch und entgegnete, hätte man eine bestimmte Form der Rückabwicklung haben wollen, hätte man dies vertraglich so regeln können.

Termin für die endgültige Entscheidung in Karlsruhe

Der fünfte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe prüft den Fall unter dem Aktenzeichen V ZR 242/24. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob der ehemalige Kunstfälscher seine Fälschung tatsächlich zurückbekommt, hat das Gericht für den 15. Januar 2027 angekündigt.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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