Delta Air Lines hat am Freitag seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt, da drastisch steigende Treibstoffkosten die starken Ticketverkäufe und die hohe Nachfrage der Passagiere im Septemberquartal übertrafen. Chief Executive Officer Ed Bastian verwies auf einen zusätzlichen Brennstoffaufwand von sechs Milliarden Dollar im laufenden Jahr.
Gewinneinbruch und gesenkte Prognose für das Jahr 2026
Die Fluggesellschaft verfehlte im Septemberquartal die Erwartungen der Wall Street. Analysten rechneten im Schnitt mit 1,72 Dollar, während der bereinigte Umsatz mit 17,59 Milliarden Dollar leicht unter den erwarteten 17,67 Milliarden Dollar blieb. Auf GAAP-Basis fiel der Nettogewinn im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 756 Millionen Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie, verglichen mit 1,42 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,17 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum.
Als Reaktion auf die stark gestiegenen Ausgaben kürzte das Unternehmen seine Jahresprognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf eine Spanne von 5,10 bis 5,60 Dollar. Zuvor hatte der Konzern im Juli einen Wert zwischen 6,50 und 7,50 Dollar in Aussicht gestellt. Auch das Ziel für den freien Cashflow schrumpfte von zuvor bis zu vier Milliarden Dollar auf rund 2,5 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr.
Das operative Ergebnis lag bei 1,7 Milliarden Dollar, was einer operativen Marge von 9,4 Prozent entsprach, verglichen mit 11,1 Prozent im Vorjahr.
Explodierende Treibstoffkosten und die Auswirkungen des Nahostkonflikts
Hinter dem Rückgang stehen fast ausschließlich die Energiepreise. Chief Financial Officer Erik Snell betonte gegenüber Reportern trocken, dass die Treibstoffbelastung den gesamten Ausblick trübt. All of it’s fuel,
erklärte Snell auf die Frage nach den Gründen für die revidierten Zahlen. Dabei verwies er auf Steigerungen bei Rohöl und raffiniertem Kerosin seit dem Sommer.

Die gesamten Treibstoffkosten des Quartals kletterten um 62 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Wert die Prognose vom Juli um mehr als 500 Millionen Dollar.
Ed Bastian sagte: „Für das gesamte Jahr erwarten wir einen Vorsteuer-Gewinn von etwa 4,5 Milliarden Dollar, wobei ein Anstieg der Kraftstoffkosten um 6 Milliarden Dollar berücksichtigt wird.
Starke Nachfrage im Premiumsegment und die eigene Raffinerie als Puffer
Trotz der Kostenkrise bricht das Passagieraufkommen nicht ein. CEO Ed Bastian erklärte in einem Interview, dass die Ticketpreise kontinuierlich steigen, während die Buchungen stabil bleiben. Die Verbraucherreaktion bleibt weiterhin sehr stark.
Der bereinigte Gesamtumsatz wuchs im dritten Quartal um 16 Prozent auf 17,59 Milliarden Dollar, während der GAAP-Betriebsumsatz um 21 Prozent auf 20,19 Milliarden Dollar kletterte.

Besonders das gehobene Segment sticht hervor. Die Einnahmen aus Premium-Tickets legten um 18 Prozent auf 6,82 Milliarden Dollar zu, während der Zuwachs in der Hauptkabine mit zwölf Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar verhaltener ausfiel. Zudem treiben die Treueprogramme den Umsatz an, wobei die Loyalitätserlöse ebenfalls um 18 Prozent stiegen, während die Frachterinnahmen um 29 Prozent zulegten.
Eine gewisse Dämpfung der Energiekosten bietet die konzerneigene Raffinerie in Trainer im US-Bundesstaat Pennsylvania, die 2012 erworben wurde und Rohöl in Kerosin sowie weitere Produkte umwandelt. Die Anlage soll in diesem Jahr einen Gewinn von 700 Millionen Dollar erwirtschaften. Snell unterstrich diesen Vorteil: Wir verfügen über eine Raffinerie, die uns einen Ausgleich bietet, einen teilweisen Ausgleich für Kraftstoffpreise, den niemand sonst hat.
Dennoch rechnet Delta im vierten Quartal mit einem Anstieg der Treibstoffkosten auf 4,25 Dollar je Gallone nach 3,61 Dollar im dritten Quartal, selbst unter Berücksichtigung eines Raffinerievorteils von 40 Cent je Gallone.
Ausblick auf das vierte Quartal und finanzielle Verpflichtungen
Für das kommende Quartal rechnet Delta mit einem Umsatzwachstum von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie für das vierte Quartal wird zwischen 1,15 und 1,65 Dollar veranschlagt, kalkuliert auf Basis eines durchschnittlichen Treibstoffpreises von etwa 4,25 Dollar pro Gallone. Im Gesamtjahr plant das Unternehmen, die Kapazitäten um zwei Prozent zu erweitern.
Parallel plant das Management, trotz der aktuellen Belastungen den Schuldenabbau fortzusetzen. Die bereinigte Nettoverschuldung sank bis zum Ende des Septemberquartals auf 13,35 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 950 Millionen Dollar gegenüber dem Ende des Jahres 2025 entspricht.
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