Betroffen sind Betriebe in Belgien, Luxemburg, Schweden, Ireland, den Niederlanden und Estland, während Sicherheitsbehörden die Vorfälle untersuchen.
Die Angriffe zielten auf die Kühlketten im Lebensmitteleinzelhandel ab. Betroffene Kühlanlagen wurden Berichten zufolge per Fernzugriff manipuliert, wobei Verdampfer in den Einheiten absichtlich in den Abtau-Modus geschaltet wurden, um die Innentemperaturen stark ansteigen zu lassen. In einigen Filialen stiegen die Thermometer in den Gefrierbereichen auf bis zu 50 Grad Celsius; laut der BBC entspricht dies 122 Fahrenheit.
Hacker manipulieren Kühlketten in Supermärkten
Die Handelskette Delhaize meldete, dass in der Nacht zwischen dem 1. und 2. November mehr als 40 Märkte in Flandern und Wallonien von Störungen an Kühlgeräten betroffen waren. Eine Proxy-Delhaize-Filiale in Hoepertingen informierte Kundschaft offen mit einem Aushang darüber, dass die Systeme fallen victim to hacking
geworden seien. Auch 15 Carrefour-Filialen in Belgien erlitten Kühlprobleme, wobei die Kette betonte, dass der Weiterbetrieb durch sofortige Maßnahmen gewährleistet werden konnte. Der Colruyt-Konzern, der Spar-Märkte im Franchisesystem betreibt, verzeichnete Angriffe auf fünf Standorte.

In Schweden bestätigten die Handelsketten ICA und Coop ebenfalls Temperaturstürze nach oben, und die BBC hebt hervor, dass der Vorfall rund 40 Delhaize-Märkte sowie mehrere ICA- und Coop-Läden traf. Die Betriebe mussten beträchtliche Mengen an Frischwaren aussortieren. In Ireland geriet die Supermarktkette SuperValu ins Visier einer zielgerichteten Cyberattacke, bei der in 13 Geschäften alle Frische- und Tiefkühlprodukte vorsorglich aus den Regalen geräumt wurden. Ein Sprecher der Musgrave Group, der ICA-Mutter oder Eigentümerin von SuperValu – laut der Quelle Musgrave Group –, erklärte, dass die Überwachungssysteme Alarm geschlagen hätten und man sofortiges Handeln ergriffen habe, um die absolute Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten. Betroffen waren dort Filialen in Lucan, Blanchardstown, Waterford und Bray.
Wir wissen, dass eine begrenzte Anzahl von Filialen über Nacht von einem Vorfall im Zusammenhang mit ihren Kühl- und Gefahlanlagen betroffen war.
Sprecher der Handelskette ICA, via Protothema
Millionenschäden durch verdorbene Lebensmittel
Der finanzielle Schaden summiert sich laut lokalen Medienberichten auf Millionen von Euros. In der flämischen Gemeinde Hoeilaart in der Provinz Flämisch-Brabant bezifferte der Manager einer Delhaize-Filiale gegenüber der Zeitung Het Laatste Nieuws den Verlust von verdorbenem Inventar auf 100.000 Euro, wobei Umsatzeinbußen durch vorübergehende Schließungen in dieser Summe noch gar nicht eingerechnet sind.
Das Vorgehen erinnert an eine ähnliche Welle von Störungen im Vormonat, bei der in Frankreich hunderte Supermarkt-Kühlanlagen ins Visier geraten waren, wobei französische Polizeibehörden laut Berichten erklärten, Hacker hätten die Kontrolle übernommen und Brände ausgelöst. Stephan Moelans, der Geschäftsführer von Sabcobel – dem Unternehmen, das die Systeme von Delhaize betreut –, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Belga, dass man die ganze Nacht und den Morgen hindurch daran gearbeitet habe, working all night and morning to disconnect the affected units from the network
.
Behörden überwachen die internationale Sicherheitslage
Die Regierungen in Belgien und Schweden bestätigten über ihre jeweiligen nationalen Cybersicherheitsagenturen, dass sie die Lage genau überwachen. In Großbritannien erklärte das National Cyber Security Centre, es stehe in engem Austausch mit internationalen Partnern und der Industrie, um fully understand details of an incident
, wenngleich auf britischem Boden bislang keine Fälle gemeldet wurden.
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