Nach einem historischen Debakel bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist CDU-Chef Daniel Peters am 21. September 2026 zurückgetreten. Die Partei stürzte auf 4,9 Prozent ab und verpasst erstmals den Einzug in ein Landesparlament. Philipp Amthor übernimmt den Landesvorsitz kommissarisch bis zu einem Parteitag Anfang nächsten Jahres.
Die Konsequenzen nach der historischen Wahlniederlage im Nordosten folgten am Montag Schlag auf Schlag. Nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin erklärte der Spitzenkandidat und Landesvorsitzende Daniel Peters seinen Rücktritt. Er ziehe persönlich die Konsequenzen »aus der krachenden Niederlage«, begründete der 45-Jährige diesen Schritt, wie unter anderem n-tv berichtete.
Historisches Abstürzen an der Fünf-Prozent-Hürde in Schwerin
Bei der Landtagswahl am Sonntag war die CDU auf magere 4,9 Prozent der Stimmen eingebrochen. Damit scheiterten die Christdemokraten erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik an der Fünf-Prozent-Hürde bei einer Landeswahl.
Aus der Wahl ging die AfD mit gut 38 Prozent als stärkste Kraft hervor, dicht gefolgt von der SPD mit mehr als 35 Prozent. Neben diesen beiden Parteien schafften lediglich die Linke und die Grünen den Einzug in den Landtag. Für die langjährige Volkspartei CDU bedeutet das Ergebnis das abrupte Ende jeglicher parlamentarischer Vertretung im Schweriner Schloss.
Rücktrittswelle im Landesvorstand erfasst Generalsekretärin und Vize
Daniel Peters stand erst seit 2024 an der Spitze des Landes- und Fraktionsverbandes; er hatte das Amt damals von Franz-Robert Liskow übernommen, der ebenfalls überraschend zurückgetreten war. Nun zog Peters die Reißleine. Zu einer verantwortungsvollen Politik gehöre es, persönliche Konsequenzen aus einem solchen Ergebnis zu ziehen, betonte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses.

Peters blieb am Tag nach der Wahl Terminen im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin fern und fehlte auf der Landespressekonferenz. Er nutzte die Zeit stattdessen für Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der bisherigen Landtagsfraktion, deren Stellen wegfallen.
- Generalsekretärin Katy Hoffmeister erklärte im Landesvorstand ihren Rücktritt.
- Die stellvertretende Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden zog sich ebenfalls zurück und erklärte auf Instagram, sie sehe sich nach dem sprachlos machenden Ergebnis in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.
Philipp Amthor übernimmt die Interimsführung bis Anfang 2027
Bis eine neue Führung gewählt ist, übernimmt der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor, den Landesvorsitz auf kommissarischer Basis. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf dpa-Meldungen aus Schwerin. Der 33-jährige Amthor fungierte bereits als Vize-Landeschef und war bis Mai 2025 Generalsekretär der Partei im Nordosten.
Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern brauche nun etwas Zeit, „dieses Ergebnis zu verarbeiten, es einmal sacken zu lassen
Philipp Amthor, kommissarischer Landesvorsitzender
Amthor erklärte, er hätte sich gewünscht, dass Peters und Hoffmeister im Amt geblieben wären, zollte ihrem Schritt jedoch Respekt. Eine sofortige Analyse oder Schnellschüsse bei der personellen Neuaufstellung seien angesichts des historischen Ausmaßes der Pleite unangebracht. Die CDU sei zwar in ihrer schwersten historischen Stunde im Land, aber eben nie tot, bekräftigte Amthor. Ein regulärer Landesparteitag zur Neuordnung des Verbandes soll Anfang des kommenden Jahres stattfinden.
Ausblick auf die Regierungsbildung in Schwerin
Während sich die Christdemokraten in eine geordnete Findungsphase begeben, treibt die SPD die Regierungsbildung voran. Da die bisherige rot-rote Koalition unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig über keine parlamentarische Mehrheit mehr verfügt, kündigte die SPD einstimmige Sondierungsgespräche sowohl mit der Linken als auch mit den Grünen an.
Das erklärte Ziel dieser Sondierungen lautet laut Parteigaben, die inhaltliche Basis für eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit auszulutoten
. Gespräche mit der AfD schloss die SPD indes kategorisch aus. Die Wahlsieger selbst kündigten bereits an, den Gang in die Opposition anzutreten.