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Technik und Wissenschaft

Bundesregierung plant weltweit erstes Fusionskraftwerk in Deutschland

Die Bundesregierung plant den Bau des weltweit ersten Fusionskraftwerks in Deutschland und stellt dafür bis zum Jahr 2029 milliardenschwere Investitionen bereit. Das erste kommerzielle Kraftwerk soll nach aktuellen Regierungsplänen in den 2040er-Jahren den Betrieb aufnehmen und langfristig zur klimaneutralen Stromversorgung beitragen.

Milliardeninvestitionen und Fusionsstrategie bis 2029

Mit einer umfassenden Fusionsstrategie strebt die Bundesregierung den Bau des weltweit ersten Fusionskraftwerks auf deutschem Boden an. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag hervor (Drucksachen 21/8717 und 21/8054). Die dafür erforderlichen Mittel sind im Bundeshaushalt und in speziellen Fonds bereits verankert. Für die Umsetzung ihrer Fusionsstrategie sieht die Bundesregierung zwischen 2025 und 2029 rund 2,4 Milliarden Euro vor. Die Finanzierung verteilt sich dabei auf verschiedene Haushaltstitel und Förderprogramme. Wie aus einer offiziellen Regierungsantwort hervorgeht, stammen erhebliche Teile dieser Summe aus staatlichen Sondervermögen.

Zusätzliche Stellen innerhalb der Bundesregierung sind für die Umsetzung dieser Fördermaßnahmen gegenwärtig nicht vorgesehen. Neben der Entwicklung eines Kraftwerks soll hierzulande ein eigener Wirtschaftszweig rund um die Kernfusion entstehen.

Drei Fusionshubs und der technologische Wettbewerb

Eine zentrale Rolle im Rahmen der nationalen Anstrengungen spielen drei sogenannte Fusionshubs. Die Bundesregierung setzt bei der Vergabe der Gelder auf einen technologieoffenen Wettbewerb, bei dem eine feste Aufteilung auf die einzelnen Verfahren nicht vorgesehen ist. Langfristig soll die Technologie zur klimaneutralen Stromversorgung beitragen, obwohl sie nach wie vor weitgehend erprobt wird.

Deutschland will das erste Fusionskraftwerk der Welt bauen
Foto: mobiflip.de
  • VEGA konzentriert sich auf laserbasierte Fusionsverfahren.
  • STRIDE widmet sich der Magnetfusion.
  • MAT-TRIx erforscht notwendige Materialien und Brennstoffkreisläufe.

Ergänzend zu den klassischen Forschungsmitteln setzt die Bundesregierung auf ein neues, meilensteinbasiertes Programm. Dieses Programm ist Teil des Fusion Action Plan, der am 1.

Wendelstein 7-X und der wissenschaftliche Weg in Greifswald

Ein zentraler Baustein auf dem Weg zur praktischen Umsetzung ist die Großanlage Wendelstein 7-X in Greifswald, deren Ziel der dauerhafte Betrieb ist, um den Weg zum Fusionskraftwerk zu ebnen. Nach neun Jahren Bauzeit war die Hauptmontage im Jahr 2014 abgeschlossen, nachdem die Montage vor Ort im April 2005 begonnen hatte.

Im Februar 2016 zündete das erste Wasserstoff-Plasma. Die Anlage erzielte im Februar 2023 einen Weltrekord für Stellaratoren, als sie ein Plasma über acht Minuten lang aufrechterhielt. Im Mai 2025 folgte ein weiterer Meilenstein mit einem neuen Rekord beim Tripelprodukt, wodurch der Wert erstmals das Niveau großer Tokamak-Anlagen erreichte.

Fahrplan bis zur kommerziellen Stromversorgung

Nach den Plänen der Bundesregierung in der staatlichen Fusionsroadmap soll gegen Ende der 2030er-Jahre ein erstes Pilotkraftwerk entstehen.

Fachleute dämpfen jedoch die Erwartungen.

Kernfusion verspricht theoretisch nahezu unerschöpfliche und klimaneutrale Energie. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie im Inneren der Sonne: Unter enormem Druck und bei Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius verschmelzen Atomkerne und setzen dabei große Energiemengen frei.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.