Die Milwaukee Brewers haben im zweiten Spiel der World Series einen 0:4-Rückstand gedreht und die Tampa Bay Rays mit 5:4 bezwungen. Nach dem Heimspiel-Sieg im American Family Field führen die Brewers in der Best-of-Seven-Serie vor den kommenden Partien mit 2:0.
Im American Family Field herrschte am Samstagabend Ausnahmezustand. Die Fans der Milwaukee Brewers schwenkten gelbe Handtücher und ließen die Kuhglocken läuten, während aus den Lautsprechern Glory Days
schallte. Nach 44 Jahren des Wartens auf eine neue World-Series-Teilnahme stehen die Brewers in dieser Finalserie gegen die Tampa Bay Rays nach zwei engen Partien mit zwei Siegen da. Doch der Weg zum 5:4-Erfolg im zweiten Spiel war von Nervenstärke und einer frühen Krise geprägt.
Bereits um 9 Uhr morgens – sechs Stunden vor Öffnung der offiziellen Parkplätze und zehn Stunden vor dem ersten Pitch – hatten die ersten Anhänger auf dem Gelände ihre Plätze für das Tailgating eingenommen. Brewers-Captain Christian Yelich sagte laut ESPN: Das ist ein guter Tag im Ballpark. Sie haben etwas Zeit investiert. Aber sie haben sehr lange darauf gewartet, und es ist einfach toll zu sehen, wie viel Begeisterung in der Stadt herrscht und wie Feuer und Flamme die Leute dafür sind.
Frühstart der Rays und Henderson unter Druck
Bereits im ersten Inning gerieten die Gastgeber in einen Vier-Rückstand. Ein Fehler von Rookie-Shortstop Cooper Pratt öffnete den Tampa Bay Rays die Tür. Chandler Simpson und Junior Caminero nutzten die Gelegenheit mit RBI-Singles, ehe Rays-Catcher Liam Hicks einen Two-Run-Homerun über die Begrenzung schlug. Logan Henderson, der Starting Pitcher der Brewers, kam nach nur drei Innings vom Mound.
Die Gäste bauten auf die Klasse ihres Starting Pitchers Drew Rasmussen, dessen Postseason-Dominanz im Laufe des Abends jedoch ins Stocken geriet. Ein weiterer Abwehrfehler in der Defensive der Rays verlängerte Rasmussens Einsatz, ehe er nach 89 geworfenen Pitches und einem Walk für First Baseman Jake Bauers ausgewechselt wurde. Die Offensivmaschinerie der Brewers begann zu mahlen.
Frelicks Homerun und Pratts Erlösung
Milwaukee glich die Partie im sechsten Inning aus. Right Fielder Sal Frelick, den Trainer Pat Murphy vor dem Spiel mit Größen wie Joe Montana oder Larry Bird verglichen hatte, schlug gegen Relief-Pitcher Ian Seymour einen Solohomerun zum 4:4.

Sal Frelick sagte gegenüber ESPN: Es fühlt sich an, als hätten wir bisher viel Erfahrung damit gesammelt, in der Postseason hinterherzulaufen. Unsere Offense ist gewissermaßen darauf ausgelegt, sich heranzukämpfen und die Pitcher zu zermürben, was meiner Meinung nach gut sein kann, wenn man versucht aufzuholen. Ich finde, eine so aufgebaut zu haben ist wirklich gut für Situationen, in denen man im Rückstand ist.
Nur ein Inning später sorgte der im ersten Inning noch glücklose Cooper Pratt für die Entscheidung. Gegen den eingewechselten Righty Kevin Kelly schlug der Shortstop ein RBI-Single, das den ersten Vorsprung der Hausherren markierte. Hhitting Coach Daniel Vogelbach hatte Pratt zuvor in einer kurzen Besprechung Mut zugesprochen. Daniel Vogelbach schilderte die Szene: Ich habe meinen Arm um ihn gelegt und ihn daran erinnert, dass er die richtige Person ist und es verdient hat, in dieser Position zu sein.
Relief-Pitcher halten den Vorsprung fest
Nach Pratts Führungstreffer übernahm das Bullpen der Brewers die Kontrolle. JoJo Romero, Dustin May und DL Hall hielten die Rays im Spiel, während die Closer Abner Uribe und Aaron Ashby in den Schlussinnings den Sack zumachten. Tampa Bay konnte nach dem furiosen Start im ersten Inning keinen weiteren Run mehr erzielen. CBS Sports hielt fest, dass die Rays zu viele vermeidbare Fehler machten, um gegen eine so zähe Mannschaft wie die Brewers zu bestehen.

Die Statistik unterstreicht die Arbeitsweise der Brewers-Offensive. Die Mannschaft zwang die gegnerischen Pitcher im Laufe der Partie dazu, 45 Würfe abzuwehren – der höchste Wert in einem Postseason-Spiel seit den Arizona Diamondbacks im Jahr 2023. Manager Pat Murphy betonte die Einstellung seiner Spieler nach Abpfiff: Irgendjemand wird uns hier irgendwann auf die Schulter tippen und uns sagen, dass es vorbei ist. Die Jungs geben einfach nicht auf. Sie glauben daran, und sie geben nicht auf.
First Baseman Jake Bauers fügte hinzu, wie eng das Team zusammengewachsen ist: I almost started crying in the dugout. He means so much to us in here. Auch Second Baseman Brice Turang betonte den Zusammenhalt im Kader, der es dem Team erlaube, in jeder Situation an eine Wende zu glauben. Die Verantwortlichen beider Clubs müssen nun beweisen, ob sie ihre Strategien für die Spiele in Florida anpassen können, während die Brewers der ersten Meisterschaft in der Clubgeschichte näherkommen.
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