Austria Salzburg unterlag dem Zweitliga-Tabellenführer FC Blau-Weiß Linz am Freitagabend, den 23. Oktober 2026, vor 1.566 Zuschauern in Maxglan mit 0:1. Das entscheidende Tor erzielte der 21-jährige Diego Madritsch in der 28. Minute, während Fans beider Lager die Partie aus Protest für zehn Minuten boykottierten.
Ein einziges Tor entschied am Freitagabend den Zweitliga-Hit in Maxglan. Mit seinem zweiten Saisontor in der 28. Minute sicherte der 21-jährige Diego Madritsch dem FC Blau-Weiß Linz den knappen 1:0-Erfolg gegen SV Austria Salzburg. Die Gastgeber hielten vor ausverkauftem Haus körperlich voll dagegen, blieben im Abschluss jedoch glücklos.
Gespenstische Stille und Fan-Proteste in Maxglan
Die heimische Curva Viola
schloss sich dem Schweigen aus Solidarität an. Das „Stahlstadt Kollektiv“ als Fan-Dachverband der Gäste nannte diese Verhältnisse „inakzeptabel“. Ein von den Fans angedachtes Public Viewing auf dem Parkplatz kam letztlich nicht zustande, weshalb sich zahlreiche Anhänger im öffentlichen Raum aufhielten, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, wobei die Exekutive betonte, dass ein friedlicher Aufenthalt im öffentlichen Raum kein Problem darstelle.
Intensive Zweitliga-Partie und vergebene Chancen
Auf dem Rasen entwickelte sich sofort ein intensiver Schlagabtausch, bei dem die Gäste unter Trainer Michael Köllner mit hohem Ballbesitz ihre Favoritenrolle unterstrichen. Die erste nennenswerte Gelegenheit verzeichneten die Linzer durch eine Flanke von Conte auf Kreiker, die jedoch im Abseits endete. Die Austria, trainiert von Christian Schaider und angeführt von Kapitän Mario Rieder, hielt dagegen. Routinier Rieder ermöglichte eine riesige Chance, als er eine Flanke auf Luca Kronberger brachte, der jedoch freistehend vergab. Kurz darauf wurden die Hausherren eiskalt bestraft: Nach Vorarbeit von Vučić netzte Madritsch in der 28. Minute zur Führung der Stahlstädter ein.
Nach dem Seitenwechsel drängten die Salzburger vehement auf den Ausgleich, doch die von Trainer Michael Köllner gut eingestellte und erfahrene Linzer Defensive verteidigte clever und setzte vereinzelt gefährliche Konter. Trotz lautstarker Unterstützung von den Rängen gelang es den Gastgebern in der Schlussphase nicht mehr, den Ausgleich zu erzwingen, womit die erste Heimniederlage der laufenden Saison besiegelt war.
Tabellenführung verteidigt und Blick nach vorn
Mit dem achten Sieg im zehnten Saisonspiel verteidigte der FC Blau-Weiß Linz den Spitzenplatz in der ADMIRAL 2. Liga und hält nun bei 22 Punkten sowie einem Torverhältnis von 25:6. Für die Linzer, die in der Liga seit fünf Spielen ungeschlagen sind, geht es nach dem wichtigen Auswärtssieg in der kommenden Woche mit dem Gipfeltreffen auf der Hohen Warte gegen den punktgleichen Verfolger First Vienna FC weiter. Austria Salzburg ging zuvor mit viel Rückenwind in das Spiel, nachdem man eine Woche zuvor das erste Westderby seit 3.808 Tagen im ausverkauften Tivoli-Stadion in Innsbruck mit 1:0 gewinnen konnte, und rangiert mit 16 Zählern auf dem vierten Tabellenplatz im Spitzenfeld der LigaZwa.


Die Rahmenbedingungen in Maxglan warfen währenddessen erneut Fragen auf. Obmann David Rettenbacher erklärte gegenüber Salzburg24, dass der Verein wiederholt an seine Kapazitätsgrenzen stoße, wodurch diesmal nicht nur Heim-, sondern auch Auswärtsfans betroffen waren. Die Glanzzeiten von Austria Salzburg in den 1990er Jahren mit drei Meistertiteln und Europacup-Auftritten liegen ebenso zurück wie der Meistertitel des SK Voest Linz aus dem Jahr 1974, während die Diskussion um adäquate Stadionlösungen im österreichischen Fußball weiter anhält.