Nach dem bisher größten Krypto-Raub der Geschichte in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar haben Kunden am Sonntag netto 3,64 Milliarden Dollar von der Kryptobörse Binance abgezogen. Die Plattform startete ihre schrittweise Wiedereröffnung, nachdem die US-Bundespolizei FBI Nordkorea für den beispiellosen Cyberangriff vom Oktober 2026 verantwortlich gemacht hatte.
Massenhafte Abzüge nach dem Diebstahl
Der Vorfall hatte den Betrieb am Donnerstag komplett zum Erliegen gebracht. Kriminelle erbeuteten digitale Assets im Wert von rund 6,3 Milliarden US-Dollar erbeuteten.
Nachdem der Handel und jegliche Transaktionen zunächst eingefroren waren, leitete die Börse am Sonntag eine phasenweise Wiedereröffnung ein.
Zwischen 0:00 Uhr und 15:30 Uhr UTC verarbeitete das System Abhebungen in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar und Einzahlungen von 1 Milliarde Dollar.
Nach einem anfänglichen Anstieg sind die Abhebungen wie erwartet zurückgegangen und stabilisieren sich, während das Einzahlungsvolumen beträchtlich geblieben ist.
Binance, über X (zuvor Twitter)
Nordkoreanische Hacker im Visier
Am Samstag bestätigte das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation offiziell, dass eine mit Nordkorea verbundene Gruppe hinter dem millionenschweren Diebstahl steckt.

Das Federal Bureau of Investigation gibt Informationen bekannt, wonach die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) für den Diebstahl von mehr als 6 Milliarden Dollar an virtuellen Assets von der Kryptobörse Binance am oder um den 29. Oktober verantwortlich war.
Federal Bureau of Investigation (FBI), offizielle Mitteilung
Die Sicherheitsbehörden verwiesen auf Akteure der Gruppe namens TraderTraitor, die dem berüchtigten Lazarus-Netzwerk zugeordnet wird. Dieses Netzwerk erlangte im Jahr 2014 weltweite Bekanntheit, als es in die Computeranlagen von Sony Pictures eindrang.
Das FBI beobachtete zudem, dass die Täter gestohlene Bestände in Ethereum umtauschen, um diese über dezentrale Finanzdienste und Instant-Swap-Plattformen weiter zu waschen.
Technische Spuren und eingefrorene Gelder
Die ersten internen Untersuchungen von Binance ergaben keinen Hinweis auf kompromittierte private Wallet-Schlüssel. Stattdessen deuten die Spuren auf einen gehackten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin, wodurch Angreifer in einen Service-Container vordringen und nicht autorisierte Auszahlungen einreichen konnten.
Sicherheitsfirmen wie Blockaid erklärten, dass die Täter fünfzig EIP-7702-Autorisierungen in einer einzigen Transaktion gebündelt hatten.
Rund 3 Milliarden Dollar an betroffenen Krypto-Werten wurden eingefroren. Dazu gehören mehr als 2,3 Milliarden in USDT und USDC.
Allein der Ausgeber Tether blockierte über 1,57 Milliarden US-Dollar an USDT. Circle sperrte mehr als 800 Millionen Dollar an USDC.
Finanzielle Absicherung und Neustart
Um die Kundengelder zu schützen, griffen die Verantwortlichen tief in die Firmenrücklagen. Laut Angaben der Börsenleitung hat das Unternehmen etwa 6,34 Milliarden Dollar an Eigenmitteln bereitgestellt, um die Verluste vollständig aufzufangen.

Ein Teil davon stammt aus dem Secure Asset Fund for Users, der eine Bitcoin-Reserve zur Absicherung von Sicherheitsvorfällen unterhält, sowie aus dem Terminkassendossier und der Unternehmenskasse.
Richard Teng, Co-Chef von Binance, bekräftigte die Haltung des Unternehmens, dass die Nutzer keinen finanziellen Schaden erleiden werden. Die Plattform hat inzwischen 90 beziehungsweise nach jüngsten Angaben etwa 95 Prozent der entwendeten Summe wieder aufgefüllt.
Die verbleibenden 10 Prozent bestehen aus weniger liquiden Tokens, deren Rückkauf mehr Zeit in Anspruch nimmt. Am Sonntag liefen die Dienste für Bitcoin, Ethereum sowie zwei Dutzend weitere digitale Währungen schrittweise wieder an.
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