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Technik und Wissenschaft

BFS prognostiziert 305’000 Studierende an Schweizer Hochschulen bis 2035

Das Bundesamt für Statistik hat am Montag neue Bildungsszenarien für die Schweiz veröffentlicht. Bis zum Jahr 2035 erwarten die Behörden an den Schweizer Hochschulen einen starken Zuwachs auf rund 305’000 Studierende. Gleichzeitig schrumpfen die Schülerzahlen in der Primarschule ab 2029 spürbar, bedingt durch sinkende Geburtenraten seit 2022.

Das Bundesamt für Statistik prognostiziert 305’000 Studierende bis 2035

An den Schweizer Hochschulen rollt in den nächsten Jahren ein massiver Zuwachs an. Dem am Montag vom Bundesamt für Statistik (BFS) vorgelegten Referenzszenario zufolge dürfte die Zahl der eingeschriebenen Personen auf Bachelor- und Masterstufe bis 2035 um 21 Prozent steigen. Erstmals würde damit die Marke von 300’000 Studierenden an den universitären Hochschulen, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen durchbrochen. Dies entspricht in den vergangenen zwei Jahrzehnten einem deutlichen Plus von 79 Prozent.

Hinter diesem anhaltenden Wachstum stehen zwei wesentliche Faktoren. Zum einen wächst die Bevölkerung der Schweiz schätzungsweise um sechs Prozent, zum anderen strömen immer mehr Menschen aus dem Ausland an die Hochschulen. Bei den ausländischen Studierenden rechnet das BFS mit einem Zuwachs von 19 Prozent auf der Stufe Bachelor und sogar von 37 Prozent auf der Masterstufe. Ihr Anteil an den Bachelor-Eintritten ist im letzten Jahrzehnt bereits von 14 auf 18 Prozent gestiegen.

BFS prognostiziert 305'000 Studierende an Schweizer Hochschulen bis 2035
Foto: fuw.ch

Unterschiedliche Entwicklung bei Universitäten, Fachhochschulen und in der höheren Berufsbildung

Das Wachstum verteilt sich relativ gleichmässig auf die verschiedenen Hochschultypen. Die klassischen Universitäten und die Fachhochschulen verzeichnen jeweils ähnliche Zuwachsraten, während auch die höheren Fachschulen kräftig zulegen. Zwischen 2026 und 2035 soll die Zahl der Studierenden an höheren Fachschulen auf Diplomstufe um 17 Prozent auf 41’300 Personen steigen.

BildungsbereichErwartete Entwicklung bis 2035
UniversitätenPlus 21 Prozent
Pädagogische HochschulenPlus 23 Prozent
FachhochschulenPlus 19 Prozent
Höhere Fachschulen (Diplomstufe)Plus 17 Prozent auf 41’300 Studierende
Berufliche GrundbildungPlus 10 Prozent
Gymnasien und FachmittelschulenPlus 12 Prozent

Auf der Sekundarstufe II wachsen die Lernendenzahlen ebenfalls, allerdings in einem moderateren Rahmen. Die berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest oder Fähigkeitszeugnis verzeichnet ein prognostiziertes Plus von zehn Prozent, während an Gymnasien und Fachmittelschulen ein Anstieg von zwölf Prozent erwartet wird.

Rückläufige Geburtenzahlen treffen ab 2029 die Primarschule

Völlig entgegengesetzt stellt sich die Situation im obligatorischen Schulbereich dar. Die stark gestiegenen Lernendenzahlen in der Primarschule, die im Jahr 2025 auf geschätzte 566’900 Kinder beziffert wurden, erreichen in den Jahren 2027 und 2028 ihren Höchststand. Danach sinken die Zahlen rapide ab. Grund dafür sind die rückläufigen Geburtenzahlen, die in der Schweiz seit dem Jahr 2022 zu beobachten sind.

Bis zum Jahr 2035 wird die Zahl der Primarschülerinnen und Primarschüler auf rund 527’000 sinken, was einem Rückgang von acht Prozent gegenüber 2026 entspricht. Auf der Sekundarstufe I bleibt das Wachstum zunächst bis 2031 bestehen, stabilisiert sich bis 2033 auf einem Niveau von fünf Prozent über dem heutigen Wert und sinkt danach zwischen 2033 und 2035 ebenfalls um zwei Prozent.

Unsicherheiten bei den Prognosen und angespannter Berufseinstieg für Absolventen

Das BFS weist ausdrücklich darauf hin, dass die berechneten Bildungsszenarien mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Neben unvorhersehbaren strukturellen Veränderungen und der künftigen Wirtschaftslage spielen vor allem die künftigen Geburtenraten sowie die Zuwanderung eine entscheidende Rolle, deren genaue Entwicklung sich nur schwer vorhersagen lässt.

Dieser anhaltende Andrang auf die Hochschulen trifft zudem auf einen veränderten Arbeitsmarkt für junge Akademikerinnen und Akademiker. Gemäss der Hochschulabsolventenbefragung (UUG) des Statistischen Bundesamtes vom August ist die Arbeitslosigkeit bei Studienabgängern zwischen 2023 und 2025 spürbar angestiegen, was den Berufseinstieg erschwert. Von diesem Trend ausgenommen sind einzig die Absolventen der pädagogischen Hochschulen.

An dem Bericht wirkte zudem Florian Osterwalder mit, der seit dem Jahr 2021 für das Medium tätig ist und als stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks fungiert.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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