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Gesundheit

Bexorg: BrainEx-Technik testet Medikamente und KI in reanimierten Gehirnen

Ein medizinisches Startup namens Bexorg hält kürzlich verstorbene menschliche Gehirne mit einer speziellen Lebenserhaltungstechnik funktionsfähig, um die Wirkung von Medikamenten und KI-Anwendungen zu testen. Die Methode wirft ethische Fragen auf, könnte aber die Arzneimittelentwicklung revolutionieren.

Seit Juni 2025 arbeitet Bexorg mit dem Pharmaunternehmen Biohaven zusammen, um die Technologie namens BrainEx für die Entwicklung von Therapien gegen neurologische Erkrankungen einzusetzen. Das Verfahren hält menschliche Gehirne durch eine künstliche Blutversorgung metabolisch aktiv, während die elektrische Aktivität gezielt unterdrückt wird. Experten betonen, dass diese Methode realistischere Daten liefert als bisherige Tier- oder Zellmodelle.

Was BrainEx kann: Ein Gehirn im Labor zum Leben erwecken

BrainEx basiert auf einer von Yale-Entwicklern stammenden Technologie, die isolierte menschliche und Schweinegehirne durch eine künstliche Blutversorgung am Leben erhält. Die Gehirne werden dabei mit einer blutähnlichen Substanz und weiteren Nährstoffen versorgt, während eine Narkose mit Propofol die elektrische Aktivität unterdrückt. Dadurch bleibt der Stoffwechsel aktiv, während das Gehirn in einen „dämmerigen“ Zustand versetzt wird, der es ermöglicht, Wirkstoffe zu testen und Daten zu sammeln. Laut Bexorg können so komplexe Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und menschlichem Gewebe analysiert werden – etwas, das bisherige Modelle nicht leisten konnten.

Was BrainEx kann: Ein Gehirn im Labor zum Leben erwecken
cluster (priority): biospace.com
Was BrainEx kann: Ein Gehirn im Labor zum Leben erwecken
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„Unsere Technologie ermöglicht es, fast jede Therapie in metabolisch aktiven menschlichen Gehirnen zu testen – ob krank oder gesund“, erklärt Zvonimir Vrselja, CEO und Mitgründer von Bexorg.

Diese Methode verspricht, die Entwicklung von Medikamenten gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson zu beschleunigen. Bisherige Modelle wie Zellkulturen oder Tierversuche können die Komplexität des menschlichen Gehirns nicht vollständig abbilden. BrainEx hingegen ermöglicht es, die Wirkung von Wirkstoffen in einem echten, wenn auch nicht lebenden Organ zu testen – inklusive der langfristigen Wechselwirkungen, die durch Genetik, Umwelt und frühere Medikamentengaben geprägt sind.

Die Zusammenarbeit mit Biohaven: Ein Meilenstein für die Neurowissenschaft

Die Partnerschaft zwischen Bexorg und Biohaven, einem auf neurologische Erkrankungen spezialisierten Pharmaunternehmen, markiert einen wichtigen Schritt in der Nutzung dieser Technologie. Biohaven nutzt BrainEx, um zwei präklinische Programme zu unterstützen und neue Biomarker sowie Wirkstoffprofile zu identifizieren. „Die fehlenden präklinischen Modelle, die die Komplexität des menschlichen Gehirns abbilden, haben die Entwicklung von Medikamenten gegen neurologische Erkrankungen bisher stark behindert“, sagt Bruce D.

Die Technologie von Bexorg ermöglicht es, hochauflösende Daten zu Transkriptomik, Proteomik und Stoffwechselprozessen in erkrankten und gesunden Gehirnen zu gewinnen. Diese Daten bilden die Grundlage für KI-gestützte Analysen, die neue Therapieansätze beschleunigen könnten.

Die Zusammenarbeit könnte die Art und Weise verändern, wie neue Medikamente gegen neurologische Erkrankungen entwickelt werden. Bislang scheitern viele vielversprechende Wirkstoffe in klinischen Studien, weil ihre Wirkung im menschlichen Gehirn nicht ausreichend vorhergesagt werden kann. BrainEx könnte diese Lücke schließen und die Erfolgsrate deutlich erhöhen.

Ethische Fragen: Wo liegen die Grenzen?

Trotz der vielversprechenden wissenschaftlichen Möglichkeiten wirft BrainEx erhebliche ethische Fragen auf. Kritiker fragen, ob die Verwendung von menschlichem Gehirngewebe ohne aktive Einwilligung der Spender vertretbar ist. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich des Bewusstseinsstatus der Gehirne: Selbst wenn die elektrische Aktivität unterdrückt wird, bleibt unklar, ob ein Restbewusstsein bestehen könnte.

Ethische Fragen: Wo liegen die Grenzen?
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Bexorg betont, dass das System zwar Stoffwechselprozesse unterstützt, aber gezielt keine elektrische Aktivität zulässt. Dennoch bleibt die Frage, ob die Nutzung von postmortalen Gehirnen für solche Experimente ethisch vertretbar ist. Die Debatte um Einwilligung, Bewusstseinsrisiken und regulatorische Einordnung wird die weitere Entwicklung der Technologie stark prägen.

Was kommt als Nächstes? Die Zukunft der Gehirnforschung

Die Technologie von Bexorg befindet sich noch in einem frühen Stadium, doch die Zusammenarbeit mit Biohaven zeigt, dass sie bereits heute konkrete Anwendungen findet. Die nächste Herausforderung wird sein, die ethischen und regulatorischen Hürden zu überwinden. Sollte BrainEx erfolgreich skaliert werden, könnte dies nicht nur die Arzneimittelentwicklung beschleunigen, sondern auch neue Möglichkeiten für die Erforschung von KI und menschlicher Kognition eröffnen.

Was kommt als Nächstes? Die Zukunft der Gehirnforschung
cluster (priority): eforum.org

Laut Experten könnte die Technologie in Zukunft auch für die Entwicklung von Therapien gegen andere neurologische Erkrankungen genutzt werden. Zudem könnte sie dazu beitragen, die Wirkung von Medikamenten auf das Gehirn besser zu verstehen und individuelle Therapieansätze zu entwickeln. Die Frage ist jedoch, ob die Gesellschaft bereit ist, die ethischen Konsequenzen einer solchen Technologie zu tragen.

Eines ist klar: Die Forschung an reanimierten Gehirnen steht erst am Anfang. Ob BrainEx zum Durchbruch wird oder an ethischen und praktischen Grenzen scheitert, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Für die Neurowissenschaft könnte es jedoch eine der bedeutendsten Entwicklungen der letzten Jahrzehnte werden.

<a href="https://www.it-boltwise.de/brainex-von-bexorg-reanimierte-gehirne-als-ki-und-arznei-testplattform.

<a href="https://www.biospace.

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Hinweis: Bei Fragen zu medizinischen oder ethischen Aspekten dieser Technologie wenden Sie sich bitte an einen Facharzt oder Ethikberater.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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