Der durchschnittliche Einzelhandelspreis für Benzin in den Vereinigten Staaten hat laut AAA erneut die Marke von 4 Dollar pro Gallone erreicht. Dieser Anstieg ist auf den erneuten militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen.
Eskalation im Nahen Osten und Auswirkungen auf den Ölmarkt
Die Spannungen verschärften sich, nachdem die USA Angriffe auf iranische Küstenverteidigungen und Raketenstandorte durchführten. Die beiden Länder intensivierten ihre Angriffe an einem Sonntag zum achten Tag in Folge, was zu Opfern führte und ein Memorandum of Understanding zunichtemachte, das einen dauerhaften Friedensvertrag ermöglichen sollte. Zudem hat der Iran die Straße von Hormus, die weltweit wichtigste Ölverschiffungsroute, erneut geschlossen.

Infolge dieser Entwicklungen sind die Rohölpreise gestiegen. Brent, die internationale Benchmark, stieg in der vergangenen Woche um mehr als 10 Prozent und schloss bei 88 Dollar pro Barrel (eine andere Angabe nennt etwa 85,48 Dollar). West Texas Intermediate (WTI), die US-Benchmark, schloss am Freitag bei 82 Dollar pro Barrel, nachdem die Preise Anfang des Monats unter 70 Dollar gefallen waren.
Sorge über schwindende Reserven
Die militärischen Auseinandersetzungen haben zu einer Unterbrechung der Ölflüsse aus der Golfregion geführt. Laut Goldman Sachs hatten sich die Exporte aus dem Golf in den ersten zwei Wochen nach Unterzeichnung des Memorandum of Understanding auf über 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, bevor die Kämpfe erneut ausbrachen. Daten der Firma Kpler zeigen, dass die Schiffspassagen durch die Straße von Hormuz am vergangenen Donnerstag auf acht sanken, während die USA eine erneute Marineblockade verhängten.
Um die Märkte zu stabilisieren, wurden in den letzten Monaten Notfallreserven freigesetzt. Die 32 Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) hatten im März vereinbart, 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Reserven zu lösen; laut IEA wurden bereits fast drei Viertel dieser Menge freigegeben.
Die strategische Erdölreserve der USA erreichte durch den Konflikt die niedrigsten Stände seit 1983. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde beliefen sich die Bestände am 10. Juli auf etwa 317 Millionen Barrel, nachdem Präsident Donald Trump die Entnahme von 172 Millionen Barrel angekündigt hatte.
