Die ehemalige Miss-Schweiz-Kandidatin Béatrice Keul wirft US-Präsident Donald Trump in einem am 26. Oktober 2026 veröffentlichten Epstein-Bericht des US-Repräsentantenhauses vor, sie im November 1993 in einem New Yorker Luxushotel vergewaltigt zu haben. Das Weiße Haus weist die Anschuldigungen als politisch motiviertes Manöver zurück.
Die Schweizerin Béatrice Keul erhebt im Alter von 57 Jahren schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. In einem umfassenden Bericht von Mitarbeitern der Demokraten im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses wird dokumentiert, dass Trump sie im November 1993 in einer Suite des Plaza Hotels in New York missbraucht haben soll. Keul nahm damals als 24-Jährige an einem Schönheitswettbewerb teil, der mit dem heutigen Präsidenten in Verbindung stand.
Begegnung im Plaza Hotel im November 1993
Damals reiste die Bernerin, die zuvor bei den Miss-Schweiz-Wahlen den zweiten Platz belegt hatte, an die amerikanische Ostküste. Sie trat beim Donald J. Trump American Dream Pageant an. Nach Keuls Schilderungen geriet sie dort in ein Umfeld, das sie als Jagdrevier
beschreibt. Beim Mittagessen im Plaza Hotel sprach der damalige Immobilienmogul sie direkt an.
Trump stellte ihr in Aussicht, sich um sie zu kümmern, während sein Bekannter ein US-Visum besorgen und Trump selbst ihr einen Studienplatz an der New York University vermitteln könne. Kurz darauf trat Jeffrey Epstein hinzu und stellte sich mit den Worten Ich bin Jeffrey, Dons bester Freund
vor. Später sei sie in Trumps Suite geführt worden, wo es zu dem brutalen Übergriff kam. Die Mitarbeiter der Demokraten im Justizausschuss betonten in ihrem 53-seitigen Dokument, dass es zunehmend Beweise für eine aktive Beteiligung Trumps am sexuellen Missbrauch junger Frauen in den 1990er-Jahren durch Epstein gebe. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin warf dem Justizministerium vor, den heutigen Präsidenten zu schützen. Das betroffene Schweizer Ex-Model, das mittlerweile 56 beziehungsweise 57 Jahre alt ist, kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten. Dabei hofft die Bernerin auf ein Spezialgesetz nach dem Vorbild des Adult Survivors Act, der in New York von November 2022 bis November 2023 in Kraft war, da die mutmaßliche Tat andernfalls verjährt wäre.
Die Show muss weitergehen.
Donald Trump, laut Aussage von Béatrice Keul
Nach dem Übergriff soll Trump diese Worte an sie gerichtet haben. Sie schwieg jahrzehntelang aus Angst vor den Konsequenzen und drohenden Klagen.
Unterstützt wird der Bericht durch die Aussagen von insgesamt elf Frauen, von denen fünf den Politiker direkt der Vergewaltigung oder sexueller Nötigung in Anwesenheit Epsteins beschuldigen. So schilderte etwa das ehemalige Model Stacey Williams, dass Trump sie im Trump Tower unsittlich berührt habe, während Epstein danebenstand und beide Männer dabei lächelten.
Politischer Druck durch den Epstein-Bericht in Washington
Die Veröffentlichung der Anschuldigungen erfolgt über einen über 50-seitigen Bericht, den die Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses unter der Leitung des Abgeordneten Jamie Raskin vorgelegt haben. Der Bericht trägt den Titel We Have Certain Things in Common, Jeffrey
und beleuchtet die langjährigen Verbindungen zwischen Trump und dem 2019 im Gefängnis verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

In dem Dokument sind die Aussagen von insgesamt elf Frauen festgehalten. Fünf von ihnen werfen dem heutigen US-Präsidenten direkte sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen in Anwesenheit oder im Umfeld von Epstein vor. Die Demokraten fordern angesichts dieser Dokumente die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers, um alle potenziellen Komplizen und Mitverschwörer zu überprüfen. Sie werfen dem Justizministerium vor, Trump zu beschützen, anstelle der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Der Veröffentlichungszeitpunkt des Dossiers kurz vor den Zwischenwahlen verstärkt die politische Sprengkraft, während im Umfeld der Republikaner und der Maga-Bewegung unterschiedliche Haltungen zum Umgang mit den Dokumenten bestehen. Begleitet wird die hitzige Debatte zudem von Kontroversen um die Freigabe sämtlicher Akten, bei denen auch die Angehörigen verstorbener Opfer wie der Familie von Virginia Giuffre scharfe Kritik an lokalen Politikern wegen angeblicher Vertuschungsversuche übten.
Reaktionen aus dem Weißen Haus
Das Weiße Haus und das Lager des Präsidenten weisen sämtliche Vorwürfe mit äußerster Schärfe zurück. Eine Sprecherin erklärte, der Bericht sei nichts weiter als ein verzweifelter Versuch durchgedrehter Demokraten, die Wählerschaft kurz vor den anstehenden Kongresswahlen von den politischen Erfolgen der Republikaner abzulenken. Trump selbst betont, niemals in die kriminellen Machenschaften von Epstein verwickelt gewesen zu sein. Regierungssprecherinnen betonten zudem, dass Trump in Bezug auf alle Vorwürfe rund um Epstein vollständig entlastet worden sei.
Für Keul gestaltet sich der juristische Weg in New York schwierig. Die mutmaßliche Tat liegt mehr als drei Jahrzehnte zurück, weshalb die Verjährung ein zentrales Hindernis darstellt. Sie hat sich amerikanische Anwälte genommen, um Wege für eine zivilrechtliche Klage zu prüfen. Bislang wurde Donald Trump in keinem Verfahren im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein juristisch angeklagt.
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